Von Pamela Haridi/ Teenagerjahre – was fällt einem dazu nicht alles ein: Höhen, Tiefen, Chaos, Rebellion, Freiheitsdrang, Vergnügungslust, Neugierde und noch so vieles mehr. Das traurigste an diesen Jahren ist sicherlich, dass man sie – so schlimm sie in dem Moment auch gewesen sein mögen – Jahrzehnte später wieder herbeisehnt. Nein, Teenager zu sein ist nicht wirklich leicht, diese Jahre haben es wahrlich in sich. Noch schlimmer allerdings ist es, ein Teenie zu sein und sich in den Träumen zwischen „Team Edward“ und „Team Jacob“ entscheiden zu müssen. Als Unbeteiligter bleibt einem nur, diesen Teenies „Beileid“ zu wünschen – für alle Anderen dazwischen gibt es ab dem 09. September 2010 eine dritte Variante, der zwielichtigen Erlösung vom Bann „Teenager“ näher zu kommen: BEILIGHT – BISS ZUM ABENDBROT: Sporks, Washington – eine Kleinstadt mitten in den nebligen Wäldern an der pazifischen Nordwestküste. Hier geschehen merkwürdige Dinge: Die Zahl der Bevölkerung nimmt rapide ab und die Einwohner sind besorgt und ratlos zugleich wegen der verstümmelten Leichen, die in letzter Zeit immer wieder auftauchen. Fisher Sculley hat es zuletzt getroffen, sein Körper ist vollkommen ausgeblutet und seinen Hals zieren zahlreiche Bisswunden. Es ist der pure Horror. Doch in dieser pfiffigen Kleinstadt versteht man es bei all dem Grusel auch, aus den ganzen merkwürdigen Vorgängen Kapital zu schlagen. Man ist ja schließlich kreativ, wenn es darum geht, Geld zu verdienen und so führt der örtliche Schnapsladen kurzerhand „Eiskaltes Blut – AB positiv“ im Sonderangebot, ein Arbeitsloser schwenkt ein Schild, auf dem „Arbeite für Blut“ zu lesen steht, Vinnies Pizzeria offeriert Speisen, die „heiß, frisch und knoblauchfrei“ sind, und der Zahnarzt lockt potenzielle Kunden mit einem Plakat, auf dem ein Satz makelloser Zähne zu sehen ist – Fangzähne natürlich inklusive.
Damit nicht genug bekommt Sporks auch noch eine neue Bürgerin: Becca Crane (Jenn Proske). Sie ist schwierig, sie ist eine Einzelgängerin, sie ist ewig missmutig und komplexbehaftet, niemand versteht sie – kurzum: Sie ist ein typisch amerikanischer Teenager. Becca ist aus Phoenix angereist, um bei ihrem übervorsichtigen Papa Frank (Diedrich Bader) zu wohnen, der unter einem Kontrollzwang leidet und in seiner Teenie-Tochter immer noch das hilflose Mädchen sieht. Obwohl sie von ihren neuen Mitschülern mit offenen Armen empfangen wird, fühlt sie sich dennoch als Außenseiterin. Bald schon lernt sie die Sullens kennen, eine Familie wie selbst Becca sie noch nie gesehen hat. Sämtliche Mitglieder des Klans sehen extrem gut aus, wollen mit anderen Leuten jedoch nichts zu tun haben. Das hat auch einen guten Grund: Die Sullens sind unsterbliche Blutsauger, die sich jedoch strikt vegetarisch ernähren. Es kommt wie es kommen muss: Becca verliebt sich sofort in den verdrossenen Grübler Edward Sullen (Matt Lanter) mit seiner schicken, stets elegant toupierten Turmfrisur und einem eigenartigen Zahnstand. Becca schwebt im siebten Himmel, schließlich ist der blasse junge Mann ganz nach ihrem Geschmack. Das Allerbeste daran ist, dass sich auch Edward nach ihr verzehrt und glaubt, in ihr eine Verwandte im Geiste gefunden zu haben. Trotzdem setzt er alles daran, sie vor den Kopf zu stoßen, denn er hat Angst davor, dass seine alten Essgewohnheiten wieder mit ihm durchgehen – womit Becca aber überhaupt kein Problem hätte. Bis Beccas Lust auf alles Untote schließlich üble Folgen nach sich zieht, dauert es nicht lange. Im Ort tauchen Vampir-Nomaden auf, die keine Scheu davor haben, menschliches Blut zu trinken. Und dann ist da auch noch Jacob White (Chris Riggi), der von Becca überaus angetan ist. An Jacob sind merkwürdige Verhaltensmuster zu beobachten – er pinkelt an Hydranten und jagt streunende Katzen. Vor allem aber: Aus seinem Hosenboden baumelt ein Wolfsschwanz...Hin und her gerissen zwischen dem geheimnisvollen Edward und Jacob, den ewigen Sunnyboy mit dem Kleiner-Bruder-Image muss sich Becca letztendlich entscheiden, wem ihr Herz gehören soll. Dabei sollte sie jedoch aufpassen, dass ihr diese Entscheidung nicht von Edwards hungrigen Vampirfreunden – die große Ähnlichkeit mit den Black Eyed Peas haben – abgenommen wird. Ob sie wohl Beistand von Alice, Buffy oder Gossip Girl erwarten kann? Becca steuert zielstrebig dem Höhepunkt ihres kurzen Lebens entgegen: dem großen Abschlussball, der zum Showdown zwischen ihr und Lady Gaga wird. Das klingt nicht nur gaga – es ist auch so!
BEILIGHT – BISS ZUM ABENDBROT („Vampires Suck“, 2010), so heißt der neueste Streich, eine Komödie mit Biss, von Hollywoods Parade-Parodisten Jason Friedberg und Aaron Seltzer. Mit Scary Movie („Scary Movie“, 2000) nahmen sie als Autoren Horrorfilme auf die Schippe, mit Date Movie („Date Movie“, 2006) persiflierten sie Romanzen, mit Epic Movie („Fantastic Movie“, 2007) typische Blockbuster, mit Disaster Movie („Disaster Movie“, 2008) Katastrophenfilme und zuletzt schließlich verulkte das Regie- und Skript-Duo unter dem Titel Meet The Spartans („Meine Frau, die Spartaner und ich“) den Sandalen- und Speer-Hit 300 („300“, 2006). Es ist daher fast schon ein Muss, dass sich Friedberg und Seltzer nun an dem neuesten Zeitgeist-Phänomen des Kinos „vergreifen“, und zwar dem Vampir- und Werwolffilm. „Es ist extrem witzig, wenn man sich näher mit Vampiren beschäftigt“, so Friedberg. „Sie sind zur Zeit mega-„in“. In unserem Skript gibt es eine Zeile, die sich wie folgt liest: „In den 80ern ging´s um Koks, in den 90ern um Grunge und nun ist das Zeitalter der Vampire angebrochen.“ Sie liegen voll im Trend.“ Zwar ziehen Friedberg und Seltzer das Vampire-Genre ordentlich durch den Kakao, aber immerhin machen sie das sehr liebevoll, schließlich sind beide große Fans der untoten Blutsauger. Bei aller Passion zur Thematik war es jedoch gar nicht so einfach, die drei Hauptrollen passend zu besetzen. Für die Rolle der Becca Crane war ursprünglich eine etablierte Komödiantin erwünscht, letzten Endes jedoch fiel die Wahl auf die Newcomerin Jenn Proske. Laut Friedberg war Jenn diejenige, „die es verstand, sowohl komisch als auch dramatisch rüberzukommen. Sie weiß, wie unwohl sich 17-jährige Teenagermädchen in ihrer Haut fühlen, sie spielt diese Nervosität, diese Angst, dieses „noch nicht wirklich im Erwachsenenleben angekommen sein“ perfekt. Das ist vor der Kamera äußerst schwierig zu vermitteln.“
Jenn Proske, die im kanadischen Toronto geboren wurde, zog mit ihren Eltern in die USA, als sie vier Jahre alt war. Sie wuchs im kalifornischen Orange County auf, wo sie schon früh mit regionalen Theaterproduktionen für Kinder in Berührung kam, auch während der Highschool-Zeit der Bühne treu blieb und sich schließlich dazu entschloss, die Boston University zu besuchen. Als sie im Oktober 2009 nach Los Angeles, ihrem derzeitigen Wohnort, ging, um ihren Traum von einer Karriere als Schauspielerin Wirklichkeit werden zu lassen, wurde sie auch schon wenige Monate später für BEILIGHT – BISS ZUM ABENDBROT engagiert. Auf die Tatsache angesprochen, dass sie ihr Leinwanddebüt gleich mit einer Hauptrolle gibt, antwortet die 22-Jährige: „Ich wusste gar nicht wie mir geschieht, ich wusste nicht, was ich zu erwarten hatte, denn ich hatte ja noch nie in einem Film mitgespielt. So war ich natürlich etwas eingeschüchtert und besorgt. Aber das Team war super und Jason und Aaron unterstützten mich, wo sie nur konnten.“ Matt Lanter, der in BEILIGHT – BISS ZUM ABENDBROT Edward Sullen spielt, verkörperte bereits in der Friedberg/Seltzer Komödie Disaster Movie die Hauptrolle. Ihm gefiel die Nonstop-Komik des „bissigen“ Films, aber er fand auch, dass die romantische Komponente sehr gut ausgearbeitet war: „Die Liebesgeschichte zwischen Becca und Edward funktioniert meiner Ansicht nach extrem gut. Hier liegt der Ansatz dazu in einer Komödie, und nicht in einem Drama. Ich glaube, die unterschiedlichsten Zuschauergruppen werden ihren Spaß haben.“ Nachdem der im Nordosten von Ohio geborene Lanter für kurze Zeit als Model arbeitete, beschloss er seinen Umzug nach Los Angeles, um dort eine Karriere als Schauspieler zu beginnen. Schon bald darauf bekam er Rollen, unter anderem in „Grey´s Anatomy“, „CSI“, „Monk“ sowie in dem Spielfilm Bobby Jones: Stroke Of A Genius („Bobby Jones – Die Golflegende“, 2004) mit Jim Caviezel in der Hauptrolle. Der heute in Los Angeles lebende Schauspieler wurde vor allem durch seine Figur des Horace, dem Sohn von Geena Davis, in der Serie „Commander in Chief“ bekannt und spielte auch den finsteren Quarterbeck Brody in „Heroes“ sowie den Eddie in der CBS-Serie „Shark“. Sein Bühnendebüt gab Lanter an der Seite von Laurence Fishburn in Alfred Uhrys „Without Walls“ im The Mark Taper Forum. Aktuell ist der viel beschäftigte Darsteller fest in der populären Fernsehserie „90210“ engagiert, wo er Liam, den Bad Boy der High School von West Beverly, darstellt.
Der Dritte im Bunde ist Chris Riggi, der in der Schlüsselrolle des Werwolfs Jacob besetzt wurde, nachdem die Filmemacher seine Promo-DVD gesichtet hatten und sich darin einig waren, dass Chris für die Rolle des Jacob perfekt sei. Riggi´s Reaktion auf die Zusage war ein beinhartes Fitnessprogramm, da auch im klar war, dass Werwölfe über einen perfekt gestählten Körper verfügen müssen. Für seine Rolle trainierte er sich in nur etwas mehr als einem Monat stolze sechs Kilo pure Muskelmasse an. „Das Schwierigste war für mich, nicht mehr die Dinge essen zu dürfen, die ich so gerne mochte. Ich verzehrte nur Sachen, die wie Holz und Pappendeckel schmeckten...“, kommentiert Riggi seinen „Leidensweg“. Und die Rolle hatte noch einen weiteren Haken: Die tägliche, bis zu fünf Stunden dauernde Prozedur in der Maske. Im Fernsehen konnte man Riggi unter anderem bereits in „Lipstick Jungle“ bewundern. Seinen großen Durchbruch aber feierte er als Scott, einer festen Rolle in der Hit-Serie „Gossip Girl“. Außerdem spielte er in dem Kurzfilm „Brotherhood“ wie auch in den Spielfilmen „Toe To Toe“ (2009), „Dare“ (2009) und „Hated“ (2010). Chris Riggi wird demnächst die Hauptrolle in Sue Kramers „The Locals“ spielen. Neben den drei Hauptdarstellen gehören außerdem die Comedy-Veteranen Ken Jeong und Diedrich Bader zur Besetzung. BEILIGHT – BISS ZUM ABENDBROT ist kein Streifen voller Sprücheklopfer. Es wird auch darauf verzichtet, mit allen Mitteln Lacher zu erzwingen – vielmehr verbirgt sich die Komik in den absurden Situationen und Konstellationen. Friedberg und Seltzer weichen erstmals von ihrer bisher bevorzugten Form der Parodie ab und anstatt eine ganze Gattung „aufs Korn“ zu nehmen, beschränkten sie sich dieses Mal auf einen einzigen Film, eine einzige Serie. Neben der komödianten Note versprüht der Film außerdem einen unkitschigen Hauch von Liebesgeschichte, denn schließlich geht es auch um die Beziehung zwischen den Teenagern Becca und Edward und um die Liebe, die sie füreinander empfinden. Nicht zu vergessen die Tragödie des Vampirs, der sich verbotenerweise in einen Menschen verliebt und den deswegen Schuldgefühle plagen. Eine Geschichte über das Jung sein, über Verliebtheit und Verwirrtheit – nur eben unter einem enorm emotionalen Druck. BEILIGHT – BISS ZUM ABENDBROT ist ein Film für alle Twilight-Fans und alle, die es niemals werden wollen!Kinostart: 09. September 2010
Laufzeit: ca. 95 Minuten
Im Verleih der 20th Century Fox und
Regency Enterprises
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