Donnerstag, den 27. Januar 2011 um 11:48 Uhr
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Lokales - Anarchisch, rotzfrech und subversiv: „dirty works volume II @ 30works”

Die Kölner Galerie 30works wird am 12. Februar 2011 nun schon zum zweiten Mal zum Treffpunkt der jungen Wilden: Internationale Streetart-Künstler präsentieren ihre Arbeiten in der Ausstellung “dirty works volume II”. In der Schau versammeln sich die spannendsten Positionen dieser jungen, vitalen und vielleicht angesagtesten Richtung der Gegenwartskunst – vom Bananensprayer über EMESS bis hin zu Pim Smit. Eine Kunst für sich, die anstößt, überrascht und provoziert. Die Streetart sorgt mit ihren Interventionen im öffentlichen Raum schon seit Jahren für Furore und lässt mit ihrer Spontaneität im Rande des Legalen den klassischen, in Routine erstarrten Kunstbetrieb alt aussehen. Das Recht, das eigene Lebensumfeld mitzugestalten, fordert sie für sich recht selbstbewusst. Die Streetartisten rücken den Häuserwänden und Fabriktoren, Ampeln und Straßenschildern mit Spraydosen, Stencils, Aufklebern und Postern zu Leibe. Mit ihren Statements setzen sie deutliche Zeichen gegen Langeweile, Mief und Missstände. Statt sich in Museen zu verstecken, verwandelt ihre gesellschaftskritische Kunst die Stadt und ihre Peripherie in einen Abenteuerspielplatz, macht sie zum Labor lustvoller Kreativität. Kein Wunder also, dass Streetart inzwischen nicht nur die Straße, sondern auch die etablierten Kunsträume erobert hat. Längst sind Arbeiten ihrer Ikonen Banksy oder D*Face auf dem Kunstmarkt Kult.


Ein ausgewiesener Kenner dieser Szene ist Gérard Margaritis. Er holte Streetart als einer der ersten in Deutschland in die Galerie. “Streetart ist revolutionär im besten Wortsinne. Sie befreit die Kunst aus ihrem Elfenbeinturm und befriedigt den Hunger nach spektakulärer Kunst.”, sagt er. Seine Galerie 30works in Köln wird am 12. Februar 2011 nun schon zum zweiten Mal zum “wilden Treffpunkt”. Die Vielfalt der Techniken, Stile und Sujets, deren sich die zwölf vertretenen internationalen Streetart-Künstlerinnen und Künstler bedienen, illustriert die ganze vitale Kraft und das enorme kreative Potential der Szene. ”dirty works volume II” ist Streetart pur, anarchisch, rotzfrech und subversiv. Denn, so Gérard Margaritis: “Kunst ist keine heilige Kuh. Kunst ist wie ein geliebtes Kleidungsstück. Wenn es zu mir passt und mir gefällt, hänge ich es mir an die Wand.” Das ehrt sicherlich auch die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler.
Bananensprayer
Der Kölner Bananensprayer ist ein “mysteriöser Kunstrebell, der Robin Hood des Zeitgeistes” (Bayerischer Rundfunk). Mit seinen Aktionen kämpft er für die Freiheit der Kunst, gegen kommerzialisierte und elitäre Strukturen. Wo auch immer man hinkommt: Die gelbe Banane ist schon da. Sie markiert Kunstorte in aller Welt – das inoffizielle Logo für legale und illegale Kunst im öffentlichen Raum.
EMESS
Mit seinen Stencils, Paste-ups, Installationen und Plastiken zählt der Berliner Streetartist “definitiv zur Créme de la Créme der weltweiten Streetartszene” (PRINZ). Um gesellschaftliche Fehlentwicklungen aufzuzeigen und erstarrte Denkstrukturen aufzubrechen, verfremdet EMESS unter anderem Werbekampagnen.
Johannes Gonné
Die Arbeiten des Designers Johannes Gonné entstehen im Spannungsfeld zwischen Religion und Massenkonsum. Bekannte Formen, Produkte, Worte und Symbole arrangiert er in ungewohntem Kontext. Indem er die Grenze zwischen Kultobjekt und Massenprodukt auflöst, kratzt er an der Doppelmoral der Gläubigen und Konsumenten.
L.E.T.
Der Düsseldorfer Künstler mit französisch-deutschen Wurzeln ist seit vielen Jahren auf der Straße unterwegs. Mit seinen humorigen Stencils, Siebdrucken und Zeichnungen auf Papier, Leinwand, Karton, altem Holz oder Metall hat er sich längst auch jenseits der Graffiti-Szene einen Namen gemacht.
Nils Müller
Er ist so etwas wie der Dokumentar der Graffiti-Szene, besonders des Trainwritings. Der Bochumer Künstler kam über das Sprühen zur Fotografie. Nils Müllers Bilder zeigen Actionshots von Malaktionen auf der ganzen Welt: authentische Fotos von authentischen Menschen.
Panamoe
Alte Industrieparks, leer stehende Fabriken und verlassene Bahnanlagen weckten seine Leidenschaft für die Ästhetik des Zerfalls. Rost symbolisiert für ihn in einer Gesellschaft des Perfekten und Makellosen die Natürlichkeit des Alterns. Panamoes aus gebrauchten Sprühdosen gestaltete „Knallbüchsen“ zeigen, wie aus Kaputtem etwas Neues, Schönes entstehen kann.
Lena Schmidt Auf gebrauchten Holzlatten lässt die Bremer Künstlerin durch Schaben und Kratzen großformatige urbane Landschaften entstehen. Ihre menschenleeren Szenerien aus den Transitzonen der Großstadt, von Kreuzungen, Verkehrsknotenpunkten und Straßennetzen, wirken mit ihrer ganz eigenen optischen Tektonik vertraut und fremd zugleich.
Pim Smit
Der niederländische Maler und Musiker Pim Smit ist ein Grenzgänger der Kunst. Sein vielseitiges Werk umfasst Zeichnungen, figurative Malerei, leuchtend bunte Arbeiten mit Acryl auf Leinwand, Body Painting und Installationen. Er initiierte eine Reihe von Cross-over-Projekten, darunter „Art Meets Music“ und „Art Meets Sport“.
{ths}
Das Markenzeichen des Essener Künstlers ist sein rauer, provokativer Stil. Mit seinen pornographischen Bildern, für die er unscharfe Vorlagen verwendet, die er übermalt, zerkratzt und zerknittert, erzeugt er eine eigenwillige schmutzige Ästhetik. Seine Arbeiten auf Papier und Leinwand sind eine Rebellion gegen Konformität und Schablonendenken.
Vang
Beeinflusst durch die Aachener Streetart- und Graffiti-Szene, lebt Vang seine Kunst intensiv im Medium Designer Toys aus. Collagen, Farbkleckse, Grafiken, Styles sind seine Ausdrucksformen. Die Motive findet er auf der Straße, in den Medien und im Alltag. „Der Spieltrieb treibt mich immer wieder dazu, den Pinsel oder auch die Spraydose in die Hand zu nehmen.“
Van Ray
Inspiriert von der Pariser Pochoir-Bewegung, die Kunst als Ausdruck der Gesellschaftskritik im öffentlichen Raum benutzt, begann der Düsseldorfer Künstler Ende der neunziger Jahre zunächst mit Graffiti. Bis heute ist das gesellschaftskritische Element charakteristisch für seine Arbeiten, die Streetart, Popart und Neoexpressionismus vereinen.
Marc C. Woehr
„Kunst sollte dazu einladen, dem Vorgefertigten und Vorgekauten des Alltags zu entfliehen“, sagt der Stuttgarter Multi-Media- und Urban-Art-Künstler. Marc C. Woehrs Malarbeiten und Installationen waren bereits auf der Art Basel, der Art Basel Miami, in New York und Los Angeles zu sehen.


Die Kölner Galerie 30works ist spezialisiert auf Pop Art, Streetart und zeitgenössische Kunst. Speziell wenn es um das Thema Streetart geht, übernimmt 30works eine Vorreiterrolle in Deutschland: Als einer der ersten Galeristen hat Geschäftsführer Gérard Margaritis die Streetart nach Deutschland gebracht und sich mit 30works auf diese junge, frische “Pop Art des 21. Jahrhunderts” als zusätzlichen Fokus konzentriert. Kunstfreunden bietet 30works deshalb eine weit gefächerte, hochkarätige Sammlung von Meisterwerken aus Pop Art, Streetart und Urban Art. Banksy, D*Face, James Rizzi, EMESS, Christian Junghanns, Nils Müller, Rourke Van Dal, Jörg Döring, Volker Laue, Roland Schmitz, Kati Elm, Izzy Weissgerber, Stefanie Schneider, Nick Walker oder Damien Hirst heißen die Künstler, nur um einige zu nennen. Von kaum einer aktuellen Kunstrichtung geht derzeit eine ähnlich große Faszination aus wie von Banksy, D*Face & Co. Doch auch wenn es um Pop Art und zeitgenössische Kunst geht, findet sich in der Galerie fast alles, was Rang und Namen hat. Ikonen der internationalen Pop Art wie Andy Warhol, Jörg Döring oder Robert Indiana sind bei 30works ebenso mit ihren Arbeiten vertreten wie James Rizzi. (PH)


Ausstellung
“dirty works volume II @ 30works”
zeigt Arbeiten von:
Bananensprayer
EMESS
Johannes Gonné
L.E.T.
Nils Müller
Panamoe
{ths}
Lena Schmidt
Pim Smit
Vang
Van Ray
Marc C. Woehr
12. Februar 2011 bis 12. März 2011
Vernissage: 12. Februar 2011, 20 Uhr
30works Galerie
Antwerpener Str. 42
50672 Köln
Öffnungszeiten: Di – Fr: 15 Uhr–19 Uhr, Sa 11Uhr-17 Uhr sowie nach Vereinbarung

Zuletzt geändert am: Freitag, den 28. Januar 2011 um 21:12 Uhr

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