Das Museum Ludwig zeigt im Herbst 2011 die Ausstellung “Cut! Cut! Cut!” der Kölner Künstlerin Cosima von Bonin. Ihre Heimatstadt ist vierte und zugleich auch letzte Station der Schau, die sich von mal zu mal veränderte. In Rotterdam nahm sie im Oktober 2010 ihren Anfang, im Frühjahr 2011 ging sie nach Bristol und im Sommer 2011 nach Genf. Vom 05. November 2011 bis zum 13. Mai 2012 ist sie in Köln zu sehen. Von Bonin erarbeitete zusammen mit den beteiligten Institutionen jeweils ein eigenes, sich veränderndes Ausstellungskonzept, welches den Titel “Lazy Susan” trägt. Im Englischen bezeichnet dieser Begriff einen rotierenden Tischaufsatz, der sich dreht und Speisen anbietet. Das zentrale Objekt der vier Stationen, “Amateur Dramatics” (2010), greift die Form der Lazy Susan auf. Auf einer großen, kreisenden Scheibe, wie wie eine Mischung aus Karussell und Teller aussieht, zeigt die Künstlerin verschiedene Arbeiten. Der “Purple Sloth Rabbit” (2010), ein großer Hase, auf dessen Fußunterseite das Wort SLOTH gestickt ist, liegt im Mittelpunkt. Übersetzt heißt das so viel wie “Faulheit” – ein Motiv, das sich in allen Werken von Cosima von Bonin widerspiegelt. Die Ausstellung beginnt im großen Oberlichtsaal des Museum Ludwig. Dafür hat Cosima von Bonin eine Arbeit geschaffen, die Kunstwerk und Ausstellungsarchitektur zugleich ist. Im Raum verteilt befinden sich sechs überdimensionale zwischen 2,70 Meter und 5,40 Meter hohe Tische. Sowohl der Raum unter als auch auf den Tischen dient als Ausstellungsfläche. Die Künstlerin bezieht damit die Besonderheiten des extrem hohen und durch eine Galerie gekennzeichneten Saals mit ein und rückt den Besucher in eine völlig neue und ungewohnte Betrachterperspektive.
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Die Ausstellung entwickelt sich von hier aus über fünf Räume und verschiedene mediale Orte hinweg bis in den Außenraum. Dort erwartet den Besucher der “Tagedieb” (2010), ein langnasiger und damit offensichtlich lügender Pinocchio, der auf einem Schiedsrichterstuhl in luftiger Höhe sitzt. Rund 50 Arbeiten, darunter zahlreiche Neuproduktionen und einige bisher selten gezeigte Werke, sind in der Kölner Ausstellung zu sehen. Cosima von Bonin legt sich in ihren Arbeiten nicht auf ein Medium oder einen Stil fest. Typisch aber sind weiche und textile Materialien, die die scheinbare Trägheit ihrer figürlichen Arbeiten unterstützen. Eine Form von Ironie, die hilft, den Sinn hinter den Werken zu verstehen, markiert der Einsatz von Sprache sowohl in Titeln, als auch in den Arbeiten selbst. Cosima von Bonin hat Kulturschaffende aus Musik, Theater, Literatur, Film und Kunst eingeladen, sich mit Veranstaltungen oder Werken an der Ausstellung zu beteiligen. Moritz von Oswald, Andreas Dorau, Frances Scholz, Jacques Tati, George Romero, Friedrich Wolfram Heubach, Dirk von Lowtzow, René Pollesch und Mark von Schlegell zählen zu den Eingeladenen. Im DuMont Verlag erscheint ein umfangreicher Katalog zur Ausstellung. Neben allgemeinen Informationen enthält er die Erzähltung “Starlite” von Mark von Schlegell, die sich von Ausstellung zu Ausstellung episodisch weiterentwickelt, einen Beitrag von Friedrich Wolfram Heubach und ein mehrteiliges Interview von Dirk von Lowtzow zwischen Duffy Duck und Cosima von Bonin. Der Katalog erscheint am 25. November 2011. Andreas Dorau gibt aus diesem Anlass ein Konzert in der Ausstellung. René Pollesch und Dirk von Lowtzow lesen am Eröffnungstag, 04. November 2011, ein Stück von Pollesch und Moritz von Oswald legt im Anschluss Musik auf. Die Ausstellung wird vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und der Sparkassen-Kulturstiftung Rheinland gefördert; Kuratorin ist Katia Baudin.
Ausstellung
“Cut! Cut! Cut!”
Cosima von Bonin
Ausstellungseröffnung: 04. November 2011
Ausstellungsdauer: 05. November 2011 – 13. Mai 2012
Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz
Köln-Innenstadt
Bildquelle: Cosima von Bonins


