In diesem Jahr geht der Deutsche Kinderhörspielpreis an das Hörspiel „Nina und Paul“ von Thilo Reffert (Regie: Judith Lorentz / DKultur). Das entschied die fünfköpfige Jury unter der Leitung des Kölner Journalisten Frank Olbert bei ihrer Sitzung Ende Oktober in Wuppertal. Das vom Deutschlandradio Kultur produzierte Hörspiel erzählt die ungewöhnliche Liebesgeschichte zweier Grundschüler an einem einzigen Tag, vom Aufstehen bis zum Abend. „Dem 1970 in Magdeburg geborenen Autor gelingt es vorzüglich, kindliche Gefühle an der Schwelle zum Jugendalter auf den Punkt zu bringen. Das liegt an der sprachlichen Genauigkeit und der literarischen Qualität, mit denen Reffert seine Figuren zeichnet und in Konflikte verwickelt, die dann doch ständig irgendwie alle lösbar sind.“, so die Jury in ihrer Begründung. Autor Thilo Reffert wurde 1970 in Magdeburg geboren und studierte Theaterwissenschaft und Neuere Deutsche Literatur in Berlin. Nach einer Hospitanz am Berliner Ensemble arbeitete er als Dramaturg und Theaterpädagoge am Landestheater Neustrelitz und am Staatstheater Schwerin. Reffert schreibt seit 2000 Theaterstücke. Sein Hörspiel-Debüt „Hellas Sonntag“ wurde 2002 vom MDR gesendet. Für sein Hörspiel „Die Sicherheit einer geschlossenen Fahrgastzelle“ (MDR) erhielt er 2010 den Hörspielpreis der Kriegsblinden, den Hörspielpreis der ARD sowie den ARD Online Award. Das Hörspiel „Nina und Paul“ basiert auf Refferts gleichnamigen Kinderbuch, das vergangenes Jahr im Little Tiger Verlag erschienen ist.
Im Rahmen der ARD Hörspieltage wird die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung am 12. November 2011 im Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe vergeben. Am Sonntag, den 13. November 2011, wird das Gewinnerstück beim ARD Kinderhörspieltag im ZKM Karlsruhe in Anwesenheit des Autors um 16.30 Uhr öffentlich präsentiert. Darüber hinaus stellte die Jury aus den 40 eingereichten Hörspielen eine „Top 5“-Liste zusammen:
1. „Nina und Paul“ von Thilo Reffert, Regie: Judith Lorentz (DKultur)
2. „Alice im Wunderland“ nach Lewis Carrol, Regie: Henrik Albrecht (NDR)
3. „Die Füchse von Andorra“ von Marjaleena Lembcke, Regie: Judith Ruyters (WDR)
4. „Der Pap@mat“ von Peter Jacobi, Regie: Oliver Sturm (Autoreneinreichung/DKultur)
5. „Container-Paule“ von Heidi Knetsch und Stefan Richwien, Regie: Robert Schoen (hr)
Die Jury bestand aus Journalist Frank Olbert (Vorsitz), Karin Lorenz (freischaffende Dramaturgin), die freie Journalistin Dr. Eva-Maria Lenz, Autor Hermann Schulz und Theaterdramaturgin Kerstin Behrens; als Sprecher fungierten unter anderem Nastassja Hahn (Nina), Anatol Aljinovic (Paul) und Cristin König (Lehrerin). Gleichberechtigte Träger des Preises, der zum sechsten Mal vergeben wird, sind Film- und Medienstiftung NRW und die Landesrundfunkanstalt der ARD, mit Unterstützung der Stadt Wuppertal. Die Kulturradios der ARD werden die Preisverleihung am 12. November 2011 ab 21 Uhr live übertragen (www.radio.ard.de).


