Ein Viertel Jahrhundert wird sie in diesem Jahr alt, die Spraybanane! Spraybanane? Jawohl, richtig gelesen. Zugegebenermaßen hört sie sich zunächst etwas “ulkig” an, doch dahinter verbirgt sich eine wahre Kunst und wenn Sie einmal ganz genau hinsehen, dann werden Sie feststellen, dass Sie ihr sicherlich schon das ein oder andere Mal begegnet sind. Der Vater dieser Kunst ist der deutsche Künstler Thomas Baumgärtel – besser bekannt unter dem Pseudonym “Bananensprayer”. Ob die krummen, gelben Früchte – die botanisch gesehen zu der Familie der “Beeren” gehören – auf dem täglichen Speiseplan des Künstlers stehen, sei dahingestellt. Mit der “Kultivierung von Bananenschalen” jedoch beschäftigt sich Thomas Baumgärtel schon seit 1983. Neben dieser eigenartigen Mission studierte er von 1985 bis 1990 an der Fachhochschule Köln als Meisterschüler bei Franz Dank die Freie Kunst, wozu sich von 1985 bis 1990 noch sein Studium der Diplom-Psychologie an der Universität Köln gesellt. Die erste offizielle Spraybanane kam im Jahr 1986 ans Tageslicht, mit welcher Baumgärtel zum ersten Mal einen Kunstort markierte. Mittlerweile sind seine in Pochoir-Technik gesprayten Bananen an den Eingängen von fast 5000 Kunstmuseen und Galerien sowohl in deutschen als auch internationalen Städten zu finden.
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Gemeinsam mit 13 anderen Künstlern gründete der “Bananensprayer” im Jahr 1996 die Ateliergemeinschaft “CAP Cologne e.V.” in Köln-Nippes, der derzeit 28 Künstler angehören. Mit THITZ und M.S. Bastian folgte 1998 der Zusammenschluß zur Künstlergruppe “Könige der Herzen” und ein Jahr darauf fiel der Startschuß für die Gemeinschaftsarbeit zur Deutschen Einheit mit Harald Klemm. Und es geht natürlich noch weiter: Im Jahr 2000 startete der “Vielfarbige Bananenpointillismus” und die Zusammenarbeit mit Roland Specker für das “Projekt für Berlin” am Brandenburger Tor. Wie facettenreich die Arbeit des Kölners ist, zeigt sich in seinem weiteren Werdegang: Arbeit an der Serie “Goldstücke” (seit 2004); Arbeit an den Serien “Menschenmassen”, “Holocaust”, “Supermarkt” und “Städtebilder” in Acryl-Malerei (seit 2005); Arbeit an der Serie “Urlaubsbilder” – in deren Zuge er von 2008 bis 2010 für das Ruhrgebiet 100 Bananen sprayte – in Acryl-Malerei (seit 2006); Arbeit an dem Projekt für das Ruhrgebiet “Phoenix aus der Asche” mit einer 30 Meter Stahlskulptur – natürlich einer gigantisch großen Banane – an einem Hochofen in Dortmund-Hörde.
Mit seiner Kreativität zeigt Thomas Baumgärtel, wie wandlungsfähig und vielfältig etwas sein kann, das auf den ersten Blick doch eigentlich immer nur krumm und gelb ist. Wenn also behauptet wird, dass Baumgärtels Kunst “alles Banane” ist, dann ist das ausschließlich als Kompliment zu werten. Mit einer kleinen Retrospektive gibt der Künstler nun auch ein Fest zu Ehren der Banane – eigentlich genauer gesagt: Zu Ehren der Spraybanane! Ein Besuch lohnt sich – vor allem auch, weil man die Kunstwerke beruhigt mit dem Blick nach oben gerichtet bestaunen kann, denn schließlich kann man auf der Spraybananenschale nicht ausrutschen!
25 Jahre Spraybanane
Thomas Baumgärtel
17. Juni 2011 – 17. Juli 2011
Eröffnung: 17. Juni 2011, 19 Uhr
museum für verwandte kunst
Genterstr. 6
50672 Köln
www.museumfuerverwandtekunst.de
Öffnungszeiten: Do/Fr/Sa/So: 15 Uhr – 18.30 Uhr
Zum Künstler:
Atelier Baumgärtel
Xantenerstraße – Tor 4
CAP 1, Halle 35
50733 Köln
Links:
http://phoenix-aus-der-asche.de
http://twitter.com/bananensprayer




