Extrem rechte Organisationen mieten sich regelmäßig in Tagungsräumen von Sport-, Schützen- und Kleingartenvereinen, Gaststätten und Hotels ein. Zuletzt traf sich am 14. Januar 2012 im Hinterzimmer eines Wirtshauses in Deutz eine Gruppe mit dem unverdächtigen Namen „Verein für Geschichte und Kultur e.V.“. Fachleute wissen jedoch, dass sich dahinter eine 1963 gegründete rassistische Kulturvereinigung mit dem Namen „Volksbund Deutscher Ring“ verbirgt. Ein junger Publizist, der in Zeitschriften der extremen Rechten regelmäßig „Überfremdung“, „Dekadenz“ und „Schuldkult“ beklagt, referierte während des Treffens. Unfreiwillig stehen betroffene Vermieter vor einer großen Herausforderung, da sie nicht wissen, wie sie mit rassistischen Veranstaltungen in ihrem Haus umgehen sollen. Eine neue Broschüre der Info- und Bildungsstelle gegen Rechtsextremismus (ibs) im NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln gibt dazu Hilfestellung. Die ibs arbeitete bei der Erstellung mit dem Deutschen Hotel- und Gaststätten-Verband (DEHOGA) Nordrhein, den Gewerkschaften ver.di, Nahrung-Genussmittel-Gaststätten (NGG) und dem DGB zusammen. Die Kooperationspartner haben das Schriftwerk in hoher Auflage gedruckt, auch im Internet steht es zum Herunterladen bereit. Die Broschüre enthält Tipps, die Vermietern und deren Angestellten mehr Handlungssicherheit geben sollen. So beschreibt die Publikation anhand von Beispielen aus der Praxis, wie extrem rechte Gruppen bei der Anmietung vorgehen und an welchen Symbolen, Codes und Marken sie zu erkennen sind. Im Mittelpunkt des Ratgebers stehen Hinweise, wie Vermieter durch die Gestaltung von Verträgen rechtsextremistische Versammlungen in ihrem Haus verhindern können. „Beispiele aus der Praxis zeigen: Es ist Vermietern möglich, einen demokratischen Standpunkt zu beziehen und extrem rechte Versammlungen in ihren Räumen zu unterbinden.“, so Hendrik Puls von der ibs. Er appelliert an die Courage von Gastwirten und Vermietern: „Sie haben es in der Hand: Nutzen Sie Ihre Möglichkeiten und verweisen Sie extrem rechte Gruppen aus Ihren Räumen!“
Kein Raum für rassistische Politik .
Sonntag, den 12. Februar 2012 um 18:58 Uhr
Lokales - Kein Raum für rassistische Politik
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