Preisträger von „KölnEngagiert 2011“ stehen fest .

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Freitag, den 05. August 2011 um 05:45 Uhr
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Lokales - Preisträger von „KölnEngagiert 2011“ stehen fest

  • Geschrieben von  Pamela Haridi
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Unter Vorsitz von Oberbürgermeister Jürgen Roters wählte eine unabhängige Jury die Preisträger von “KölnEngagiert 2011” aus insgesamt 157 Vorschlägen aus. Ausgezeichnet werden demnach sechs Einzelpersonen, vier Gruppen, zwei Schulen und ein Unternehmen. Die Preise überreichen Oberbürgermeister Jürgen Roters, die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, Jurymitglieder und der diesjährige Ehrenamtspate Wolfgang Niedecken am Sonntag, 25. September 2011, im Rathaus im Rahmen des zwölften Kölner Ehrenamtstages.

Preisträger in der Kategorie “Einzelpersonen”:

Josef Thomas und Franz Dresen

Praxisstationen an Kölner Hauptschulen

Schülerinnen und Schüler können in einer Praxisstation einen realistischen Einblick in die Anforderungen einzelner Berufsfelder erhalten. Josef Thomas und Franz Dresen betreuen an der Hauptschule Hachenburger Straße und der Kurt-Tucholsky-Hauptschule als Handwerksmeister jugendliche Schülerinnen und Schüler. Die Schülerinnen und Schüler erlernen grundsätzliche Kompetenzen für die spätere Arbeit in einem Handwerksberuf und bekommen wertvolle Einblicke, Kenntnisse und Fertigkeiten für Berufe in der Metallverarbeitung. Sie lernen durchzuhalten, machen sinnvolle berufliche Erfahrungen, die ihnen bei der Berufswahl helfen und knüpfen bereits ab der 8. Klasse wertvolle Kontakte zu Ausbildungsbetrieben. Mit Einführung der Praxisstationen ist die Vermittlungsquote in ein Ausbildungsverhältnis im Handwerk nachweislich gestiegen. Josef Thomas und Franz Dresen gehören zum Team von ConAction e.V. Der Verein schuf zusammen mit dem Schulamt für die Stadt Köln und der Agentur für Arbeit als Förderer mit dem Projekt Praxisstationen einen Raum, in dem Schülerinnen und Schüler mit allen Sinnen praktisch lernen. Sie setzen ihr Wissen in der Praxis ein, erwerben berufliche Qualifikationen und probieren sich selbst aus. Schüler der Klassen 8 bis 10 machen in inzwischen 40 Projekten alle zwei Wochen nachmittags für vier Stunden praktische Erfahrungen und testen berufliche Anforderungen.

Inge Klaumann

Aktive Tätigkeit in der Drogenberatungsstelle VISION e.V.

Bei VISION e.V. handelt es sich um einen Drogenselbsthilfeverein, der seit 20 Jahren ein wichtiger Bestandteil in der Kölner Drogenarbeit ist. In der Außenstelle Köln-Meschenich arbeitet Inge Klaumann dreimal wöchentlich für zwei Stunden. Auf Grund eines schweren Schicksalsschlages kam sie 1999 erstmals mit Drogen in Kontakt. Ein Vorfall, der eine dramatische Zäsur in ihrem Leben bedeutete. Um ihren Alltag bewältigen zu können, meldete sie sich im Jahr 2003 im Methadonprogramm an. Aus diesem Grund ist Inge Klaumann ein wichtiges Bindeglied zwischen den Klienten und der Beratungsstelle VISION e.V. Durch ihre langjährige eigene Erfahrung im Umgang mit Drogen und der heutigen Methadonsubstitution ist sie außerdem eine vertrauensvolle Ansprechpartnerin für den Verein.

Bernd Kittlass

Finkens Garten

Seit vier Jahrzehnten verwirklicht und prägt Bernd Kittlass das besondere Konzept von “Finkens Garten” als Naturerlebnis- und Erfahrungsort besonders für Kinder im Vorschulalter. Mit Liebe und Neugier an und Freude über die ungebändigte Kraft und Schönheit der Natur schuf er einen Garten mit verschiedenen Biotop-Bereichen, in dem Wissenshungrige mit allen Sinnen Natur erleben und erfahren können. Eine unschätzbare pädagogische und naturschützende Arbeit leistet er auch nach seiner Pensionierung vor fünf Jahren als Mitarbeiter der Stadt Köln.

Papa Malick Diouf

Bessere Verständigung zwischen Schwarzen und Weißen

Malick Diouf ist Musiker und setzt sich für bessere Verständigung zwischen Schwarzen und Weißen in Köln und NRW ein. Er fördert Toleranz und Verständnis zwischen Menschen und Kulturen und verbreitet westafrikanische Kultur in Deutschland. Seit 15 Jahren führt er für Familien, Junge und Alte, Schwarze und Weiße vielfältige, regelmäßig stattfindende multikulturelle Veranstaltungen durch. Malick Diouf gründete die Westafrikanische Tanz- und Percussionsgruppe “Mama Afrika” und den Westafrikanischen Kulturverein Mama Afrika e.V.

Elisabeth Rugaju

Leitung des Turmcafés

Das Turmcafé ist ein Treffpunkt im Gemeindezentrum der evangelischen Nathanael-Gemeinde in Köln-Bilderstöckchen. Das Café ist ein Ort, an dem sich Menschen verschiedener Herkunft, unterschiedlichsten Alters und sozialen Hintergrunds begegnen. Mit viel Engagement und einem großen Herzen arbeitet Elisabeth Rugaju im Turmcafé und gibt jedem Besucher das Gefühl angenommen zu sein. Sie nimmt sich Zeit für jeden und bringt Menschen zusammen. Zum Selbstkostenpreis können Besucher bei ihr frühstücken oder einen kleinen Imbiss einnehmen. Im Anschluss an den Kindergottesdienst bietet sie für die Gemeindemitglieder ein Mittagessen an, was sich großer Beliebtheit erfreut. Mit großem Arbeitseinsatz bringt sie sich auch bei Festen in der Gemeinde ein. In der Gemeinde leitet sie jeden Freitag eine kreative Gruppe für Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter. Neben der ehrenamtlichen Tätigkeit in der Gemeinde behält Elisabeth Rugaju ihr Heimatland Uganda im Blick und versucht, Menschen aus Uganda in Köln miteinander zu vernetzen und zu organisieren.

Preisträger in der Kategorie “Gruppen”:

Kölner Obdachlosenfrühstück

Für das Kölner Obdachlosenfrühstück, das dreimal im Monat in den Räumen der Christlichen Sozialhilfe angeboten wird, engagieren sich über 60 Kölner Bürgerinnen und Bürger. Sie besorgen die Lebensmittel, bereiten das Frühstück vor und bedienen die Gäste. Obdachlosen und anderen bedürftigen Menschen wird kostenlos ein reichhaltiges Sonntagsfrühstück angeboten. Den Gästen soll nicht nur Gelegenheit gegeben werden, sich einmal richtig satt zu essen, sondern das Obdachlosen-Frühstück versteht sich auch als Treffpunkt, Stätte der Erholung, des Gesprächs und der gegenseitigen Hilfe. Auch Gäste wurden dort mittlerweile aktiv. Das Frühstück wird von 170 Gästen in Anspruch genommen. Es wird aus Spenden finanziert. Unterstützt wird die Initiative von der Kölner Tafel e.V. Logistische und finanzielle Unterstützung erhält das Obdachlosenfrühstück durch die Dr. Peter-Deubner-Stiftung.

Projektteam “Nacht der Technik”

Zwei bedeutende technisch-wissenschaftliche Vereinigungen des Techniker- und Ingenieur-Wesens riefen gemeinsam die “Nacht der Technik” ins Leben: VDI Verein Deutscher Ingenieure, Bezirksverein Köln e.V. und VDE Verband der Elektrotechnik Elektronik Informationstechnik, Bezirk Köln e.V. In der Region Köln und in ganz Deutschland wirkt sich der Mangel an technischen Fachkräften langfristig negativ auf den Standort aus. Statt darüber zu klagen, organisiert ein ehrenamtliches Projektteam nun schon im dritten Jahr die “Nacht der Technik in Köln”. Es ist ein in Deutschland einzigartiges Vorhaben. Ziel dabei ist es, junge Menschen – insbesondere auch Frauen – für technische Berufe zu begeistern, Köln als Technik-Standort stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und Kölner Bürgerinnen und Bürgern Berührungsängste zu nehmen und ihnen Technik in begreifbarer, erlebnisorientierter Form nahezubringen. Seit 2009 haben über 40 technisch orientierte Kölner Firmen aus verschiedenen Branchen bei diesen Veranstaltungen ihre Tore für jeweils etwa 5.000 Besucher geöffnet. Die sieben ehrenamtlichen Mitglieder des Projekt-Teams sind alle selbst Ingenieurinnen und Ingenieure. Sie sprechen die Firmen und Organisationen an, werben Sponsoren, helfen die Pressearbeit zu organisieren, verbinden die teilnehmenden Firmen mit einem Netz von Bus-Verbindungen, veröffentlichen ein Programmheft und unterstützen die Werbung. Dabei scheuen sie sich auch nicht, Plakate und Flyer persönlichen zu verteilen.

SeniorenNetzwerk Holweide e.V.

2006 wurde das SeniorenNetzwerk Holweide auf Initiative der Stadt Köln gegründet und feierte im Mai 2011 sein fünfjähriges Bestehen. Das SeniorenNetzwerk wird als Verein geführt mit einem ehrenamtlichen Vorstand, der aus vier Personen besteht. Mittlerweile wurden aus anfänglich 48 Mitgliedern 146 im Alter zwischen 60 bis 94 Jahren. Sinn des Netzwerkes ist es, ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger aus der Isolation herauszuführen. Die Ehrenamtlichen des SeniorenNetzwerks Holweide e.V. möchten, dass die Bürgerinnen und Bürger gemeinsam etwas unternehmen, nette Leute kennenlernen, neue Freunde finden und sich in der Gemeinschaft wohlfühlen. Die Seniorinnen und Senioren können sich bei Kaffee und Kuchen in einem angemieteten Café kennenlernen, miteinander reden, sich an Gesellschaftsspielen beteiligen. Außerdem sind Spaziergänge, Fahrradtouren, Kochen für Männer, kreative Basteltätigkeiten, gemeinsames Frühstück, Förderung der kölschen Sprache, digitale Kurse in Phototechnik und Computereinweisungen nur ein Teil der Aktivitäten, die vom Vorstand im SeniorenNetzwerk organisiert werden. Das SeniorenNetzwerk Holweide erhält den Kölner Ehrenamtspreis stellvertretend für die insgesamt 34 tätigen SeniorenNetzwerke in Köln.

Ehrenamtliche der Staffälligenhilfe des SKF/SKM

Beim Sozialdienst Katholischer Frauen e.V. Köln (SKF) und Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Köln (SKM) leisten 59 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Monat 200 Stunden ehrenamtliche Arbeit für straffällige Menschen. Die Initiative unterstützt straffällig gewordene Menschen, die sozial benachteiligt sind, in einer unsicheren materiellen Situation leben und Schwierigkeiten bei der Anpassung an gesellschaftliche Strukturen haben. Ziel der Hilfe ist es, die psychosoziale Stabilisierung der inhaftierten Frauen und Männer zu erreichen und Hilfesuchende langfristig in die Lage zu versetzen, ihr Leben in sozialer Verantwortung ohne weitere kriminelle Handlungen führen zu können. Die Ehrenamtlichen leisten eigenständig Hilfe für Inhaftierte, Haftentlassene und ihre Angehörigen. Sie sind eine wichtige Ergänzung zur professionellen Tätigkeit in der Straffälligenhilfe. Ehrenamtlich engagierte Menschen bilden eine Brückenfunktion von “Draußen nach Drinnen” und wirken als Multiplikatoren in ihrem sozialen Umfeld für die Belange der Betroffenen.

Preisträger in der Kategorie “Unternehmen”:

The Boston Consulting Group Köln Projekt: business@school

business@school ist eine Initiative der Unternehmensberatung The Boston Consulting Group (BCG). Mehr als 2.000 Oberstufenschüler haben Jahr für Jahr im Rahmen von business@school die Gelegenheit, sich ein Schuljahr lang praxisnah mit Wirtschaftsthemen zu beschäftigen. In jeden Jahr beteiligen sich über 70 Schulen aus Deutschland, Italien, Österreich, der Schweiz und Singapur an business@school. Das Projekt startete im Schuljahr 1998/1999 an zwei Pilotschulen. Ziel von business@school ist es, eine Brücke zwischen Schule und Wirtschaft zu schlagen. Ein Schuljahr lang beschäftigen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst mit Konzernen sowie kleinen Wirtschaftsunternehmen aus ihrer Region und entwickeln zum Abschluss eine eigene Geschäftsidee. Am Ende jeder Projektphase stellen die Schülerteams ihre Ergebnisse in Form einer Präsentation vor Publikum vor. Die besten Businesspläne werden bei Veranstaltungen auf Schul-, Regional- sowie Europaebene von einer Jury ausgezeichnet. Schülerinnen und Schüler soll eine authentische Einsicht in die betriebliche Praxis vermittelt und durch Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft (Paten, Schulbetreuer/innen) Hilfestellung bei der Ausbildungs- und Berufsorientierung gegeben werden. Vertreter aus der Wirtschaft – BCG-Berater und Mitarbeiter anderer Unternehmen – engagieren sich ehrenamtlich in den Schulen und sorgen durch ihre Präsenz vor Ort für die wichtige Praxisnähe. In Köln beteiligen sich vier Schulen an dem Projekt:

Erzb. Irmgardis Gymnasium

Erzb. Liebfrauenschule

Erzb. Ursulinenschule

Friedrich Wilhelm Gymnasium

Preisträger in der Kategorie “Schulen” mit dem Sonderpreis “Eine Frage der Ehre”:

Montessori Hauptschule Ferdinandstraße Projekt: Unser Ehrenamt

“Unser Ehrenamt” ist an der Montessori-Hauptschule ein Wahlpflichtfach mit den Kooperationspartnern Diakonie Michaelshoven und dem städtischen Amt für Kinderinteressen. An drei Tagen im Monat fahren die Schülerinnen und Schüler der Klasse 8a in die Diakonie Michaelshoven nach Köln-Rodenkirchen, um mit den Seniorinnen und Senioren zu singen, spazieren zu gehen, zu malen und zu spielen. Gemeinsam haben die Schülerinnen und Schüler eine Spielplatzpatenschaft für den Spielplatz in der Peter-Müller-Straße am Kohlplatz übernommen. In ihrer Freizeit sehen sie hier nach dem Rechten, insbesondere wird auf Sauberkeit und die Sicherheit der Anlage geachtet. Schäden und Verunreinigungen melden sie der Stadt Köln, damit diese schnell beseitigt werden.

Schule Lindweiler Hof, Förderschule für emotionale und soziale Entwicklung Projekt “sozialgenial – wir sind dabei”

Die Schüler der Klasse 7b (acht männliche Schüler zwischen 13 und 15 Jahren) der Förderschule Lindweiler Hof haben entschieden, sich im Rahmen des Projektes “sozialgenial – wir sind dabei” in einem Altenzentrum zu engagieren. Unterstützt wurde das Projekt von der Initiative “sozialgenial” durch hilfreiche Tipps, Anregungen und Material (www.sozialgenial.de). Die Inititative “sozialgenial – Schüler engagieren sich” verbindet Lernen mit bürgerschaftlichem Engagement basierend auf dem Konzept Service Learning. Jugendliche setzen sich aus der Schule heraus für Andere und die Gemeinschaft ein. Sie begegnen gesellschaftlichen Aufgabenfeldern und sammeln neue Erfahrungen, die sie wiederum in den Unterricht einbringen. Die Klasse ging jeden Dienstagnachmittag ins Altenzentrum Kardinal-Frings-Haus in Köln-Ehrenfeld, um dort Zeit mit einigen Bewohnerinnen zu verbringen. Die Schüler selbst planten und gestalteten die Nachmittage durch Gespräche, verschiedene Gesellschaftsspiele, Spaziergänge und ähnliches.

Zuletzt geändert am: Sonntag, den 07. August 2011 um 21:26 Uhr
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