Die fünf Musiker von „UFO“ sind in 40 Jahren Band-Geschichte viel herumgekommen, aber nach diesem Abend in Bochum sind sie um eine Anekdote reicher. Zwar begann das Set in der "Matrix" pünktlich um 21.30 Uhr mit "Saving Me", dem Opener des neuen Albums "The Visitor". Aber nach den ersten Takten vermissten Publikum und Band den Gitarren-Sound von Vinnie Moore. UFO spielten dann tapfer zu Ende, aber als beim zweiten Song immer noch nichts aus Moores Verstärker kam, forderte Sänger Phil Mogg die anderen Musiker auf, das Stück zu beenden. Recht souverän erklärte der Frontmann, dass man erst am Morgen aus London angekommen sei, und dieser Abend in Bochum das erste UFO-Konzert auf ihrer Europa-Tournee sei. Und während die Roadies fieberhaft nach dem Fehler suchten, gab Mogg entspannt Autogramme am Bühnenrand für die Fans in der ersten Reihe.
"So etwas haben wir noch nie erlebt", sagte Schlagzeuger Andy Parker später im Interview. Als der Fehler gefunden war und auch Vinnie Moore wieder mitrocken konnte, begann die Show ein zweites Mal. "Tut einfach so, als kämen wir grade auf die Bühne", schrie Mogg den johlenden Fans entgegen. Und dann gings wieder von vorne los, diesmal mit dem vollen, unverkennbaren UFO-Gitarren-Sound. Und auch wenn die "Matrix" kein vollkommenes Klangerlebnis bietet, wurde der Sound hörbar besser, und UFO nahmen ihr Publikum mit auf eine Zeitreise. Wie bei allen Auftritten der letzten Jahrzehnte, bestand das Set vorwiegend aus Stücken des Live-Albums "Strangers in the Night" von 1979.
Kein Wunder, denn auf dieser außergewöhnlichen Scheibe sind alle Hits aus der Blütezeit von UFO versammelt. Bei deutschen Fans ist das Album besonders beliebt, da es vor allem durch die präzisen Soli und das kraftvolle Spiel des damals erst 24-jährigen Michael Schenker getragen wird. Der jüngere Bruder des Scorpions-Gitarristen Rudolf Schenker gilt als bester deutscher Rock-Gitarrist und komponierte zusammen mit Phil Mogg UFO-Hits wie "Doctor,Doctor", "Only you can rock me" und "Rock Bottom". All diese Klassiker bekam auch das Bochumer Publikum zu hören, diesmal aber gespielt von Vinnie Moore. Der amerikanische Gitarrist ist mit seinen 45 Jahren das mit Abstand jüngste Band-Mitglied und er entstaubt die alten Hits und verleiht ihnen mit seinem Blues-orientierten Spiel eine eigene, zeitgemäße Klangfarbe. Vom aktuellen Album "The Visitor" bekamen die Fans in Bochum nur zwei Stücke zu hören, der Rest war Hit an Hit, vorgetragen von einer Band, die ihre Freude am Spielen noch lange nicht verloren hat!
UFO - Das Interview









