50 Jahre Museumsdienst Köln

Jubiläumsprogramm für Jung und Alt an den KölnTagen

Im Mai feiert der Museumsdienst Köln seinen 50. Geburtstag. Anlässlich des Jubiläums gibt es für alle Kölnerinnen und Kölner von Mai bis Dezember 2015 an jedem ersten Donnerstag im Monat, dem KölnTag, zwischen 16 und 20 Uhr in den städtischen Museen bei freiem Eintritt ein besonderes Programm. Der Schauplatz wechselt jeden Monat: Am 7. Mai ist das Museum Schnütgen an der Reihe, am 2. Juli das Rautenstrauch-Joest-Museum, am 6. August das Römisch-Germanische Museum, am 3. September das Museum Ludwig, am 1. Oktober das Museum für Ostasiatische Kunst und das Kölnische Stadtmuseum, am 5. November das NS Dokumentationszentrum und am 3. Dezember das MAKK. Detaillierte Infos zum Programm stehen unter www.museenkoeln.de beim Stichwort „KölnTag“ im Internet.

 

Über 130.000 Gäste jährlich erleben mit dem Museumsdienst die Welt der Kölner Museen. In Führungen, Kursen, Workshops und Projekten vermitteln ausgebildete Museumspädagogen dem Publikum kulturelle Themen und künstlerische Inhalte, von der Antike bis in die Gegenwart. Vermitteln steht in Köln seit 50 Jahren gleichberechtigt neben den Museumsaufgaben Sammeln, Bewahren, Forschen und Ausstellen. Die Schwerpunkte liegen auf Angeboten für Familien, auf generationsübergreifenden Programmen und auf der Berücksichtigung gesellschaftlicher Vielfalt. Der Museumsdienst möchte die Besucherinnen und Besucher mit Kunst und Kultur vertraut machen und in ihrer Relevanz für die Gegenwart erleben lassen.

Museum Ludwig

Die Gründung der museumspädagogischen Einrichtung im April 1965 ging auf die Initiative des damaligen Kulturdezernenten Kurt Hackenberg und des Generaldirektors der Museen der Stadt Köln, Gert van der Osten, zurück. Letzterer war von der Kunstvermittlung US-amerikanischer Museen begeistert. So initiierte er bereits Mitte der 1960er Jahre Jugendausstellungen in den Kölner Museen, ganz nach dem Vorbild amerikanischer Juniormuseen. Im Mai 1965 konnte das Außenreferat der Museen seinen Betrieb aufnehmen. Der Name orientierte sich am Außenamt der Staatlichen Museen in Westberlin. Das Kölner Außenreferat war die erste museumspädagogische Facheinrichtung in der Bundesrepublik. Anders als die nach Kölner Vorbild inspirierten Folgegründungen in Nürnberg, Hamburg und München nahm das Außenreferat von Anfang an alle Zielgruppen in den Blick. Gründungsdirektor wurde der Kunsthistoriker und Kunsterzieher Günther Ott (1965- 1978). Er hatte sich bereits vorher für eine enge Zusammenarbeit von Schule und Museum eingesetzt, und dieses Engagement konnte er nun vorantreiben. Die Zahl der betreuten Schulkassen stieg rasch, und bald wurden bei so genannten Kunst- und Museumstagen ganze Schulen betreut und Lehrerfortbildungen organisiert. 1970 startete die Herausgabe der Schriftenreihe „Unterricht im Museum“.

 

Der noch heute intensive Anteil von praktischen Kursen begann 1969 in allen Museen. Der Auf- und Ausbau der bildnerischen Arbeit ist mit dem Namen von Renate Friedländer verbunden, einer der führenden deutschen Museumspädagoginnen der 1970er und 1980er Jahre. Seither ist die kreative Arbeit neben der verbalen Vermittlung die zweite Säule der Vermittlungsarbeit in Köln. Führungen für Erwachsenengruppen gab es nicht nur in den Museen, sondern auch und vor allem in der 1967 eröffneten Kunsthalle, die das Außenreferat ebenfalls bespielte. Unter Direktor Jürgen Rohmeder (1978-1983) wuchs der Mitarbeiterstab. Er setzte die vorher begonnene Aufgabe fort, didaktische Materialien für unterschiedliche Zielgruppen zu entwickeln. Sukzessive stärkte Rohmeder die dritte Säule der Arbeit, die mediale Vermittlung. Doch Anfang der 1980er Jahre geriet das Außenreferat in eine Krise. Finanzielle Engpässe und eine zunehmende Ferne von Museumsalltag bestimmten das Bild. Mit Amtsantritt von Peter Noelke (1985-2005) begann daher eine Restrukturierung der Einrichtung. Dafür stand auch der neue Name Museumsdienst, der den Dienstleistungscharakter der Institution unterstreichen sollte. Die Museumspädagoginnen und -pädagogen waren nun stärker in den musealen Alltag eingebunden. Zunehmend übernahmen wissenschaftliche Kräfte, die die Vermittlung mit den in den Museen relevanten Fachkenntnissen verbinden konnten, die Aufgaben.

Wallraf-Richartz-Museum

Die Priorität unter Noelkes Leitung lag bei der didaktischen Erschließung von Ausstellungen und Sammlungen, einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit und einer Intensivierung des Angebots für Schulen, Erwachsene und Menschen mit Behinderungen. Auf gemeinsame Initiative von Museumsdienst und Bezirksregierung kam es zur Gründung der Museumsschule. In Noelkes Zeit stieg die Besucherzahl auf durchschnittlich 85.000 Gäste pro Jahr. Seit 2007 leitet Matthias Hamann den Museumsdienst. Als Kunsthistoriker und Kulturmanager verfolgt er den Ansatz einer Verbindung von Vermittlungsarbeit und Marketing. Die Bildungsarbeit richtete der Museumsdienst in den letzten Jahren noch weiter zielgruppenspezifisch aus. Die Intensivierung des Fundraising ermöglichte es, den Anteil von Projekten für museumsferne Kölnerinnen und Kölner deutlich auszubauen. Die Gästezahlen liegen seit einiger Zeit bei 130.000 pro Jahr. 2009 übernahm der Museumsdienst zusätzlich die Aufgabe der übergreifenden Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für die Museen. Er verstärkt in den kommenden Jahren die Anstrengungen der standortbezogenen Kommunikation und hat die Ziele für die Vermittlungsarbeit neu justiert. „Nachdem in den letzten sieben Jahren Familien, Jugendliche, Senioren und Menschen mit Migrationshintergrund im Fokus standen, lässt der Museumsdienst in der kommenden Zeit verstärkt die Themen Inklusion, Partizipation und Lebenslanges Lernen in seine Programme und Projekte einfließen.“, so Hamann.

 

Text – und Bildquelle: Stadt Köln

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