Wie oft stehen Unternehmen vor der Notwendigkeit, eine neue Software zu entwickeln, die Arbeitsprozesse beschleunigen oder bestimmte Aufgaben lösen könnte? Traditionelle Softwareentwicklung ist ein komplexer und zeitaufwändiger Prozess, der ein Entwicklerteam, erhebliche finanzielle Investitionen und Zeit erfordert. Doch ist es wirklich immer notwendig, hochqualifizierte Programmierer einzubeziehen und umfangreiche Ressourcen für die Entwicklung von Anwendungen zu investieren? Mit der Entwicklung von Low-Code- und No-Code-Plattformen hat sich die Situation geändert, und die Frage „Wie schnell und effizient kann man eine Business-Anwendung erstellen?“ erhält eine neue Antwort.

Was sind Low-Code- und No-Code-Plattformen?

Bevor wir uns die Vorteile dieser Plattformen genauer ansehen, sollten wir verstehen, was sie genau sind. Low-Code-Plattformen ermöglichen die Entwicklung von Anwendungen mit minimalem Programmieraufwand. Sie bieten eine Reihe von Tools und visuellen Schnittstellen, die den Entwicklungsprozess vereinfachen, dabei aber Entwicklern weiterhin die Möglichkeit bieten, bei Bedarf Code zu integrieren. No-Code-Plattformen gehen noch einen Schritt weiter und ermöglichen es Nutzern, Anwendungen komplett ohne Programmierung zu erstellen, wobei sie sich vollständig auf visuelle Werkzeuge und Bausteine stützen. Bedeutet dies, dass jeder ohne Programmiererfahrung in der Lage ist, komplexe Business-Anwendungen zu erstellen?

Vorteile für Unternehmen: Zeit- und Kosteneinsparung

Eine der Hauptfragen, die sich Unternehmen stellen, ist: Wie kann man die Kosten für die Softwareentwicklung senken, ohne dabei an Qualität zu verlieren? Low-Code- und No-Code-Plattformen lösen diese Herausforderung, indem sie die für die Entwicklung benötigte Zeit verkürzen. Wenn die traditionelle Entwicklung Monate dauern kann, können Anwendungen mit diesen Plattformen in wenigen Wochen oder sogar Tagen erstellt werden. Dies ist besonders für kleine und mittlere Unternehmen wichtig, wo die Geschwindigkeit der Implementierung von Lösungen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil darstellen kann.

Auch die Reduzierung der Entwicklungskosten ist ein wichtiges Argument. In der Regel erfordert die Softwareentwicklung ein Team aus Programmierern, Testern, Analysten und Projektmanagern. Die Nutzung von Low-Code- und No-Code-Lösungen verringert den Bedarf an vielen Fachkräften, da die Erstellung von Anwendungen von einem oder wenigen Mitarbeitern durchgeführt werden kann, auch wenn diese keine tiefgehenden Programmierkenntnisse besitzen. Doch kann dies die Qualität des Endprodukts beeinflussen? Wenn Sie jedoch eine professionelle Software entwickeln möchten, ist es ratsam, ein Outsourcing-Team zu engagieren. Selbst in diesem Fall gibt es Möglichkeiten, die Entwicklungskosten teilweise zu senken, etwa durch die Zusammenarbeit mit erfahrenen Teams in Regionen mit günstigeren Arbeitskosten oder durch modulare Entwicklungsansätze.

Vereinfachung der Entwicklung: Neue Möglichkeiten für Unternehmen

Low-Code- und No-Code-Plattformen eröffnen den Zugang zur Softwareentwicklung nicht nur für professionelle Entwickler, sondern auch für gewöhnliche Geschäftsbenutzer, die möglicherweise nie eine Zeile Code geschrieben haben. Dies bedeutet, dass Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen, sei es Marketing, Vertrieb oder HR, selbstständig die benötigten Lösungen erstellen und implementieren können. Zum Beispiel kann ein Vertriebsmitarbeiter eine eigene Anwendung zur Automatisierung von Kundenprozessen erstellen, ohne auf die Entwicklung durch die IT-Abteilung warten zu müssen. Könnte dies der Beginn einer neuen Ära der unabhängigen Entwicklung in Unternehmen sein?

Jedoch stellt sich eine weitere wichtige Frage: Wie flexibel sind diese Plattformen? Begrenzen visuelle Schnittstellen nicht die Möglichkeiten, wirklich einzigartige und komplexe Anwendungen zu erstellen? In der Tat verfügen viele moderne Low-Code- und No-Code-Plattformen über eine hohe Anpassungsfähigkeit und ermöglichen die Integration von externen APIs und zusätzlichen Funktionalitäten, was ihre Möglichkeiten erheblich erweitert. Dennoch könnten Unternehmen für die Entwicklung wirklich komplexer und groß angelegter Anwendungen weiterhin auf traditionelle Methoden zurückgreifen müssen.

Beispiele für die Nutzung von Low-Code- und No-Code-Plattformen

Betrachten wir einige Beispiele dafür, wie Unternehmen diese Plattformen in der Praxis nutzen. Die Plattform AppSheet, die zu Google gehört, ermöglicht die Erstellung von mobilen und Web-Anwendungen auf Basis von Daten, die sich in Google Sheets oder anderen Quellen befinden. Dies ist eine ideale Lösung für kleine Unternehmen, die eine einfache Anwendung für den internen Gebrauch erstellen müssen, ohne IT-Spezialisten einzubeziehen.

Ein weiteres Beispiel ist Mendix, eine beliebte Low-Code-Plattform, die für die Entwicklung komplexerer Business-Anwendungen verwendet wird. Unternehmen wie Zurich Insurance nutzen Mendix, um Lösungen zu erstellen, die die Prozesse der Bearbeitung von Versicherungsanträgen automatisieren, den Kundenservice erheblich beschleunigen und die Betriebskosten senken.

Welche Einschränkungen haben Low-Code- und No-Code-Lösungen?

Trotz der offensichtlichen Vorteile sollten auch mögliche Einschränkungen dieser Plattformen berücksichtigt werden. Erstens könnten viele Unternehmen auf Sicherheitsprobleme stoßen. Wie sicher sind Anwendungen, die ohne Beteiligung professioneller Entwickler erstellt wurden? Angesichts der Bedeutung von Daten im modernen Geschäft bleibt diese Frage relevant. Der zweite Aspekt betrifft die Skalierbarkeit. Sind Low-Code- und No-Code-Lösungen für die Entwicklung wirklich großer und hoch belastbarer Anwendungen geeignet?

Darüber hinaus sollte berücksichtigt werden, dass visuelle Editoren die Flexibilität einschränken können, insbesondere wenn es um spezifische Aufgaben geht, die eine feine Abstimmung der Anwendungslogik erfordern. Zum Beispiel könnte für die Lösung komplexer Aufgaben, wie die Verwaltung großer Datenmengen oder die Integration mit nicht standardisierten Systemen, manuelles Programmieren erforderlich sein.

Low-Code- und No-Code-Plattformen verändern grundlegend den Ansatz zur Entwicklung von Business-Anwendungen. Sie ermöglichen es Unternehmen, Lösungen schneller, günstiger und mit weniger Aufwand zu erstellen. Wie bei jedem technologischen Ansatz ist es jedoch wichtig zu verstehen, dass diese Werkzeuge keine Allzwecklösung sind. Passen sie zu Ihrem Unternehmen? Die Antwort hängt von den spezifischen Aufgaben ab, die Sie sich gestellt haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: News Factory, Bildquelle: Pexels

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