Aidshilfe Köln zum Welt-Aids-Tag 2014 am 01. Dezember

Aidshilfe Köln zum Welt-Aids-Tag 2014 am 01. Dezember

Mehr als 20 Prozent aller HIV-Infizierten in Deutschland wissen nicht, dass sie infiziert sind: Beratungsangebote zum Leben mit HIV und Information zur Vermeidung von Infektionen mit HIV und sexuell übertragbaren Erkrankungen (STI) sind weiter wichtig.

Neuinfektionen mit HIV

finden in Köln, in Deutschland, in Europa und weltweit nach wie vor statt. Aktuelle Zahlen für Deutschland und Köln finden sich hier: http://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/H/HIVAIDS/Epidemiologie/Daten_und_Berichte/EckdatenDeutschland.pdf?__blob=publicationFile. In Deutschland liegt die Zahl der Neuinfektionen mit HIV in 2013 unverändert niedrig bei rund 3.200. In Köln wurden für das vergangene Jahr 168 HIV-Neudiagnosen – und damit einige mehr als im Jahr 2012 – festgestellt. Dabei ist zu berücksichtigen, dass nicht alle Neuinfektionen von Kölnerinnen und Kölnern stammen, sondern zum Teil lediglich in Köln festgestellt wurden, ein Teil der Erhöhung kann auch der steigenden Bekanntheit niedrigschwelliger Testangebote zugerechnet werden. Ein Drittel aller HIV-Neuinfektionen wurden im Rahmen der Beratung des Testangebots der Aidshilfe Köln mitgeteilt. Im europäischen Gesamtvergleich ist die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Deutschland niedrig und kann als Erfolg der Prävention angesehen werden. Neuinfektionen werden auch dadurch verhindert, dass ein großer Teil der HIV-Infizierten – jedenfalls in Deutschland – Zugang zu Medikamenten hat, die verhindern, dass sich das HI-Virus im Körper weiter vermehrt. Es ist dann insbesondere im Blut und Körperflüssigkeiten nicht mehr nachweisbar, kann aber durch die Medikamente nicht gänzlich entfernt werden. Nach Abbruch der medizinischen Behandlung wird das Virus erneut im Körper aktiv.

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Menschen, die ihre HIV-Medikamente regelmäßig einnehmen, sind daher nach einiger Zeit „unter der Nachweisgrenze“. Ist HIV im Blut und in Körperflüssigkeiten nicht mehr nachweisbar, kann es auch nicht mehr weitergegeben werden. Die Medizin trägt so dazu bei, dass die Lebensqualität für Menschen mit HIV deutlich verbessert wird und die Lebenserwartung der Infizierten sich nicht wesentlich vom Nicht-Infizierten unterscheidet. Damit diese Lebensqualität mit der HIV-Infektion erreicht werden kann, ist es notwendig, dass Menschen so früh wie möglich von ihrer Infektion Kenntnis bekommen. In Deutschland wissen von den rund 80.000 für 2013 angenommenen HIV-Infizierten immerhin 14.000 Menschen nicht, dass sie infiziert sind. Die Gründe dafür sind vielfältig:

 

– Menschen gehen davon aus, dass sie kein Risiko für eine HIV-Infektion hatten und lassen sich deshalb auch nicht testen.

– Menschen befürchten, sich mit HIV infiziert zu haben, und gehen nicht zum Test, weil sie Angst vor der Diagnose und den damit verbundenen Folgen haben. Diskriminierung und Ausgrenzung von Menschen mit HIV und Aids sind dabei ebenso Hinderungsmotive, wie strafrechtliche Verfolgung von HIV-Infizierten nach einvernehmlichem Sex.

– Menschen haben nicht den Mut, mit ihrem Arzt über eingegangene Risiken zu sprechen, oder scheuen sich aus Angst vor Reaktionen ihres Umfelds, Arbeit, Familie und Freunden, das Risiko abklären zu lassen.

 

Niedrigschwellige Testangebote leisten einen wichtigen Beitrag bei Aufklärung und Senkung der Neuinfektionsraten mit HIV und sexuell übertragbaren Erkrankungen! Um Menschen, die sich bislang nicht haben testen lassen besser zu erreichen, empfehlen das Robert Koch-Institut (RKI), die Deutsche Aidshilfe und alle Fachverbände niedrigschwellige Testangebote einzurichten. Dort sollen neben dem Angebot von Beratung und Test zu HIV auch entsprechende Angebote zu sexuell übertragbaren Erkrankungen gemacht werden. Eines dieser Angebote ist in Köln das Beratungs- und Schnelltest-Angebot der Aidshilfe Köln in der Pipinstraße 7 (www.schnell-test.de), das ab dem 1. Januar 2015 noch weiter ausgebaut wird. Neben Beratungs- und Testangeboten werden von dort die Berater Informationen zu HIV und sexuell übertragbaren Erkrankungen in die verschiedenen Szene-Angebote tragen, Gesundheitsangebote nicht nur für schwule Männer entwickeln und künftig auch tagsüber Aufklärungsangebote machen können. Informationen zu diesem neuen Checkpoint und seinen Angeboten finden sich hier: http://www.aidshilfe-koeln.de/index.php?id=356. Da durch eine Infektion mit sexuell übertragbaren Krankheiten das Risiko einer HIV-Infektion zunimmt und in Deutschland sexuell übertragbare Krankheiten – besonders bei Männern – ansteigen, werden Aufklärung und Zugang zu geeigneten Test- und Behandlungsmöglichkeiten immer wichtiger. Aktuelle Zahlen zu der Entwicklung der Syphilis-Zahlen in Köln und in Deutschland finden sich hier: http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Archiv/2013/Ausgaben/44_13.pdf?__blob=publicationFile.

 

Leben mit der HIV-Infektion

Die HIV-Infektion und die Folgen für das Leben mit dieser Infektion sind dann komplexer, wenn Faktoren hinzukommen, die noch einen zusätzlichen Einfluss auf den Alltag der Menschen haben. Dazu gehören insbesondere Diskriminierungserfahrungen aufgrund der HIV-Infektion oder beispielsweise wegen Homosexualität, häufig der eigene Migrationshintergrund, Kriminalisierung als Drogengebraucher/in, Armut und niedriges Einkommen, fehlende Ausbildung und Arbeitslosigkeit, schlechte Wohnsituation und andere Aspekte. Die Aidshilfe Köln ist daher auch weiter aktiv und gefragt. Solidarität mit Menschen mit HIV und Aids bleibt daher eine zentrale Welt-Aids-Tags Botschaft. Prävention mit und für schwule Männer, Drogengebraucher/innen, Menschen mit Migrationshintergrund oder Frauen bleiben ebenso Auftrag, wie in der Schulaufklärung der nachwachsenden Generation Informationen zur Vielfalt der Sexualität, dem Schutz vor sexuell übertragbaren Erkrankungen und vor einer HIV-Infektion zu vermitteln.

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Immer mehr Menschen leben in Köln mit dem Virus – gerade auch wegen der durch Medikamente verbesserten Lebensqualität und deutlich längerer Lebenserwartung. Beratung von Menschen mit HIV und Aids bleibt daher notwendig, leicht nachvollziehbar beispielsweise bei Fragen zu den Übertragungswegen von HIV, den Wechselwirkungen der Medikamente mit anderen Substanzen, einschließlich Drogen, sozialrechtlichen Fragen, Wohnungsversorgung, zum Aufenthalts- und Ausländerrecht. Informationen zu den Beratungsangeboten der Aidshilfe Köln finden sich hier: http://www.aidshilfe-koeln.de/index.php?id=17. Immer mehr Menschen mit HIV und Aids werden älter und benötigen Unterstützung bei Entscheidungen zur Altersversorgung, geeigneter pflegerischer Versorgung oder Fragen des Lebens im Alter in Wohnheimen oder anderen Wohnformen. Bezahlbarer Wohnraum ist in Köln nicht ausreichend vorhanden, daher engagiert sich die Aidshilfe Köln in Kooperation mit der Deutschen Aids-Stiftung beispielsweise als Vermieterin von Appartements im Jean-Claude-Letist-Haus, dem Neubau des Dirk Bach-Hauses (http://www.aidshilfe-koeln.de/index.php?id=288), einem Übergangs-Wohnangebot für Wohnungslose und bei der Vermittlung von geeignetem Wohnraum und bietet den Bewohner/innen Beratung und Begleitung an. Leben mit HIV bei geringem Einkommen wird durch ein subventioniertes Mittagessen bei Hivissimo genauso erleichtert, wie durch Beratungs-, Kontakt- und Freizeitangebote.

 

Welche Unterstützung benötigt die Aidshilfe Köln?

Die Aidshilfe Köln wird durch städtische Mittel und durch Mittel des Landes NRW gefördert. Hinzukommen Mittel aus Leistungsvereinbarungen mit der Stadt und dem Landschaftsverband Rheinland für einen großen Teil der Beratungsangebote, der Kooperation mit dem Jobcenter zur Realisierung des regelmäßigen Mittagstisches von Hivissimo, Unterstützungsleistungen von der Deutschen Aids-Stiftung und anderen Institutionen. Rund 400.000 Euro des jährlichen Gesamtbudgets von 1.8 Millionen Euro muss die Aidshilfe Köln in jedem Jahr aus Eigenmitteln aufbringen. Hinzu kommen Gelder, die für Projekte, wie den Neubau des Dirk Bach-Hauses, den neuen Checkpoint und den Ausbau von Hivissimo zum Integrationsbetrieb benötigt werden. Der Welt-Aids-Tag bietet die Möglichkeit mit dem Tragen der roten Solidaritäts-Schleife gegen Ausgrenzung von Menschen mit HIV Position zu beziehen. Eine Spende an die Aidshilfe Köln leistet einen Beitrag dafür, dass die Arbeit fortgeführt, und wo nötig ausgebaut werden kann. Einige Unterstützungswege finden sich hier: http://www.aidshilfe-koeln.de/index.php?id=7.

 

Text – und Bildquelle: Aidshilfe Köln e.V.

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