Anmeldeverfahren für weiterführende Schulen abgeschlossen

Anmeldeverfahren für weiterführende Schulen abgeschlossen

92 Prozent der neuen Gymnasiasten wechseln an ihre Wunschschule 

Zum Schuljahr 2020/21 wechseln nach Abschluss aller Anmeldeverfahren und mit aktuellem Stand 8.606 Schülerinnen und Schüler an eine weiterführende Schule in Köln. 4.209 Viertklässler wollen ein Gymnasium besuchen, 3.778 davon ein städtisches Gymnasium. 2.350 werden nach dem bereits abgeschlossenen Verfahren eine Kölner Gesamtschule besuchen, 1.670 eine Realschule und 377 eine Hauptschule.

Insgesamt steigt die Zahl der Neuzugänge an Kölner weiterführenden Schulen im Vergleich zum Vorjahr um 164 Schülerinnen und Schüler und im Vergleich zum Schuljahr 2010/11 um 666 Schülerinnen und Schüler. Der nach wie vor hohen Nachfrage entsprechen alle städtischen Gymnasien durch besondere Maßnahmen, zum einen durch eine Erhöhung der Klassenfrequenz um ein bis zwei Kinder, zum anderen setzen weitere acht Gymnasien zusätzliche Mehrklassen ein. Daher kann jedes an einem Gymnasium angemeldete Kind im nächsten Jahr einen Platz an einem Kölner Gymnasium erhalten. Für 95 Prozent aller Schülerinnen und Schüler erfüllt sich ihr Erstwunsch oder ihr Zweitwunsch.

Die Auslastung aller provisorischen Möglichkeiten hat weitreichende Auswirkungen auf die Situation in den kommenden Schuljahren, da die zusätzlich eingerichteten Klassen jeweils für die gesamte Laufbahn an der Schule vorgehalten werden müssen. Die Wiedereinführung des Abiturs nach neun Jahren (G9) führt überdies dazu, dass im Schuljahr 2026/27 ein zusätzlicher Jahrgang ein Jahr länger in den Gymnasien verbleibt. Dazu kommen rund 4.650 Kinder, die sich neu in den Klassen 5 der Gymnasien anmelden, für die dann weitere Kapazitäten einzurichten sind.

Der Versand der Briefe zur Information über die Aufnahme an den Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien erfolgt ab 14. April 2020. Die Zustellung kann, nicht zuletzt aufgrund der aktuellen Situation, mehrere Tage in Anspruch nehmen.

Gymnasien

Im 5. Schuljahr werden in der Regel höchstens 29 Schülerinnen und Schüler pro Klasse unterrichtet. Mit einer Kapazität von aktuell 118 Zügen stehen in der Summe maximal 3.422 Plätze in den Eingangsklassen an städtischen Gymnasien zur Verfügung. Trotz der Anstrengungen und Investitionen im Schulbau kann die Nachfrage nach wohnortnahen Schulplätzen an städtischen Gymnasien nicht in jedem Fall gedeckt werden. Insbesondere in den Stadtbezirken Lindenthal, Innenstadt, Rodenkirchen, Ehrenfeld und Nippes übersteigt die Nachfrage das verfügbare Schulplatzangebot.

Um allen angemeldeten Kölner Kindern einen Platz an einem Gymnasium anbieten zu können, haben sich die städtischen Gymnasien auch in diesem Jahr wieder bereit erklärt, die mögliche Ausnahmeregelung anzuwenden und nehmen 30 beziehungsweise 31 Kinder pro Klasse auf. Darüber hinaus müssen an insgesamt acht Gymnasien zusätzliche Eingangsklassen, sogenannte Mehrklassen, gebildet werden. Der damit verbundene zusätzliche Raumbedarf betrifft alle Schülerinnen und Schüler. Dies führt zu Engpässen vor allem bei der Belegung der Fachräume. Trotz all dieser Maßnahmen werden nicht alle Schülerinnen und Schüler das Gymnasium ihrer Wahl besuchen können.

Insgesamt wechseln 3.778 Schülerinnen und Schüler an ein städtisches Gymnasium in Köln. Das sind 175 Aufnahmen mehr als im Vorjahr. 3.478 Erstwünsche können im aktuellen Anmeldeverfahren erfüllt werden, 92 Prozent aller Kölner Viertklässler wechseln somit zum neuen Schuljahr an das Gymnasium ihrer ersten Wahl, 121 wechseln an die von ihnen angegebene Zweitwunschschule. In der Summe können somit 95 Prozent der Erst- und Zweitwünsche erfüllt werden. Bei 15 Anmeldungen wurde kein Zweitwunsch angegeben, bei vier Anmeldungen eine Einrichtung einer anderen Schulform. Diese 19 Familien erhalten ein wohnortnahes Angebot an einem Gymnasium.

Für 160 Schülerinnen und Schülern konnte weder der Erst- noch der Zweitwunsch berücksichtigt werden. Für sie wurde ein Alternativangebot ermittelt, das sicherstellt, dass sie auf dem Weg zur Schule höchstens einmal umsteigen müssen und inklusive Fußweg nicht länger als 45 Minuten unterwegs sind. In 80 Prozent der Fälle beträgt der Fahrweg weniger als 30 Minuten.

Die Schulen versenden ab dem 14. April 2020 die Aufnahme- und Ablehnungsbescheide. Auch im Fall einer Ablehnung erhalten die betroffenen Familien ein Alternativangebot wie oben beschrieben. Diese angebotenen Plätze werden bis zum 30. April 2020 freigehalten. Darüber hinaus stehen stadtweit an einzelnen Schulstandorten durch Notmaßnahmen, wie beispielsweise Mehrklassenbildung, noch freie Plätze zur Verfügung. Die Erzbischöflichen Schulen sind nach Abschluss des Aufnahmeverfahrens ausgelastet. Um die Stadt bestmöglich zu unterstützen, hat die Schulabteilung des Erzbistums Hilfe angeboten, falls noch Schulplätze für Kinder aus Köln benötigt werden. So könnten etwa die Zügigkeit erhöht oder in Einzelfällen bestehende Klassen ausnahmsweise erweitert werden.

Die Nachfrage nach einem Gymnasialplatz wird sich in den kommenden Jahren durch weiter steigende Kinder- und Schülerzahlen weiter erhöhen. Zudem müssen an den bestehenden Gymnasien wegen der Wiedereinführung von G9 räumliche Kapazitäten geschaffen werden. Am Ende des Schuljahres 2025/26 verlässt kein Abiturjahrgang die Gymnasien, so dass zum Schuljahr 2026/27 ein zusätzlicher Jahrgang von voraussichtlich rund 4.650 neu aufgenommener Schülerinnen und Schüler im bestehenden System beschult werden muss. Die Gymnasien müssen daher von der weiteren Mehrklassenbildung in den kommenden Jahren entbunden werden. Die Verwaltung möchte hierzu mit Unterstützung der Bezirksregierung und gemeinsam mit den Schulleitungen aller städtischen Gymnasien jeden Standort individuell untersuchen, inwiefern dort oder im Nahbereich zusätzliche Raumkapazitäten generiert werden können, die weitere Handlungsmöglichkeiten eröffnen.

Überdies arbeitet die Verwaltung intensiv daran, in einem ersten Schritt (wie in der Schulentwicklungsplanung 2020 beschrieben) drei neue Gesamtschulen und drei neue Gymnasien wenn irgend möglich bis zum Schuljahr 2023/24 vorgezogen an Interimsstandorten an den Start zu bringen. In einem zweiten Schritt sollen bis zum Schuljahr 2025/26 weitere drei neue Gesamtschulen und drei neue Gymnasien gegründet werden.

Realschulen

Rund 1.670 Schülerinnen und Schüler wechseln zum kommenden Schuljahr an eine Realschule. Diejenigen, die nicht von der Schule ihrer Wahl aufgenommen werden können, werden von diesen Schulen individuell über das weitere Vorgehen beraten. Zur Beschulung von Schülerinnen und Schülern im Gemeinsamen Lernen erfolgen derzeit weitere Aufnahmen an den städtischen Realschulen. Die Verteilung dieser Kinder, teilweise auch aus Überhängen an anderen Schulformen, dauert derzeit noch an, so dass sich die Gesamtzahl der Fünftklässler an dieser Schulform bis zum Schuljahresbeginn noch erhöhen wird.

Hauptschulen

An den Hauptschulen verfestigt sich der Trend der vergangenen Jahre: Die Hauptschulen haben die wenigsten Anmeldungen zu verzeichnen. Alle 377 Schülerinnen und Schüler, die sich aktuell angemeldet haben, können an einer Hauptschule in Köln aufgenommen werden. Erfahrungsgemäß gehen bis zu den Sommerferien weitere Anmeldungen bei den Hauptschulen ein, so dass die Zahl der neuen Fünftklässler voraussichtlich noch steigen wird.

Gesamtschulen

In dem vorgezogenen Anmeldeverfahren hat sich gezeigt, dass die Nachfrage an den Kölner Gesamtschulen ungebrochen hoch ist. 2.268 Schülerinnen und Schüler werden im Sommer 2020 auf eine der 15 städtischen Gesamtschulen wechseln. Die städtischen Gesamtschulen bilden im Gegensatz zu den Gymnasien keine zusätzlichen Eingangsklassen. Sie unterrichten im „Gemeinsamen Lernen“ mit Klassengrößen von in der Regel 27 Schülerinnen und Schülern. Ergänzt wird das städtische Angebot durch Plätze an Gesamtschulen in freier Trägerschaft. Hier sind aktuell 82 Aufnahmen zum kommenden Schuljahr gemeldet. Auch in diesem Jahr konnten nicht alle 3.219 Kinder, die an die Gesamtschule wechseln wollten, einen Platz erhalten. Trotz des aufgenommenen Schwungs im Schulbau können noch nicht ausreichend Plätze an städtischen Gesamtschulen zur Verfügung gestellt werden. 951 Kinder konnten nicht aufgenommen werden und haben daher jetzt am Anmeldeverfahren für die anderen Schulformen teilgenommen.

Die Stadt Köln dankt allen Schulen ausdrücklich für ihre konstruktive Unterstützung, um möglichst vielen Familien für ihre Kinder einen Platz an der gewünschten weiterführenden Schule anbieten zu können.

Schulbaumaßnahmen aktuell

Die Gebäudewirtschaft der Stadt Köln stellt in ihrem Wirtschaftsplan allein im Bereich „Großbau Schulen“ (Neubauten, Erweiterungsbauten, Generalinstandsetzungen) Bauleistungen in Höhe von 274 Millionen Euro bereit. Im Vergleich zum bereits hohen Budget von 2019 (176,3 Millionen Euro) erhöht sich damit das Budget nochmals um 55 Prozent (97,7 Millionen Euro). Die vom Rat der Stadt Köln beschlossene und inzwischen fortgeschriebene „Priorisierende Schulbaumaßnahmenliste“ enthält aktuell 191 Schulbau-Großprojekte. Davon befinden sich 74 Schulbauprojekte in Planung und Bau. 2019 wurden sieben Großbaustellen fertiggestellt. Die Fertigstellung weiterer neun Maßnahmen wird nach derzeitigem Stand in 2020 erfolgen.

Bis zum Jahr 2023 werden im Maßnahmenpaket Schulbau 22 Schulbauprojekte an elf Standorten mit General- oder Totalunternehmern realisiert. Das Gesamtinvestitionsvolumen allein in diesem Sonderprogramm beträgt über mehrere Jahre rund 520 Millionen Euro, wodurch mehr als 7.000 Schulplätze neu geschaffen oder gesichert werden. Alle übrigen in Planung oder bereits im Bau befindlichen Projekte werden ebenfalls zwischen 2020 und 2023 beziehungsweise nach 2023 fertiggestellt.

Um den Schulbau nochmals zu beschleunigen, schreibt die Verwaltung aktuell das Schulbauprogramm fort. Darin wird die Verwaltung dem Rat verschiedene Möglichkeiten einer beschleunigten Realisierung mit konkreter Zuordnung von Schulbaumaßnahme zur Entscheidung vorschlagen, etwa ein weiteres Maßnahmenpaket mit General- oder Totalunternehmern oder die Errichtung von Schulbauten im Investorenverfahren.

 

Schulstatistik mit Vergleich zu 2010/2011

  2020/21 Vergleich 2010/11*
  5. Schuljahr** Insgesamt*** 5. Schuljahr Insgesamt
Hauptschule    377   4.526    795   7.797
Realschule 1.670 11.698 1.925 12.359
Gesamtschule 2.350 16.233 1.531 10.645
Gymnasium 4.209 32.224 3.689 30.580
Summe 8.606 64.681 7.940 61.381

* Amtl. Schuldaten (Stand: 15.10.2010)

** Anmeldung Stand 27.03.2020
*** Schulentwicklungsplanerische Einschätzung Stand 27.03.2020

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Stadt Köln, Bildrechte: KNJ/Martina Uckermann

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