Depeche Mode: Gold für Live-DVD „Tour Of The Universe – Barcelona 20/21.11.09“

Während ihrer – man mag es kaum glauben – stolzen 30-jährigen Karriere avancierten Depeche Mode mit über 100 Millionen verkauften Tonträgern zu einer der absolut erfolgreichsten Bands aller Zeiten. Unter all den hippen Synthiebands der 80ziger Jahre, wie beispielsweise Soft Cell, Human League und OMD, sind Depeche Mode definitiv die Goldesel aller UK-New Wave-Elektroniker. Wenn sich Dave Gahan, Martin Gore, Andrew Fletcher und – damals noch – Vince Clarke dem damals herrschenden grottoiden Kleidungsstil – inkl. Schulterpolster – anschlossen, so waren sie jedoch diejenigen, die aus ihren analogen Synthesizern Melodien herausholten, die rasch zunächst Englands und später weltweit Interesse wecken sollten. Nachdem Songwriter Clarke die Band verließ – und später zu Erasure wechselte – zeigte Gore sein ungeahntes Kompositonstalent indem er die nötige Spur Tiefgang in die Melodien einfliessen ließ. So schwebte “Leave In Silence” von 1982 schon Welten über “Just Can´t Get Enough”. Vom gebuchten Live-Musiker stieg schließlich Alan Wilder 1983 zum festen Bandmitglied auf, womit er pünktlich zur Erforschung der Sampling-Technik, die die Depeche-Songs jener Zeit prägte, einstieg. Die später als Industrial-Phase benannte Zeit führte das Quartett nach Berlin, wo die Hansa Studios mit Renommee (Bowie) und einem 56-Spuren-Mischpult lockten. Am 26. April 1984 vertreibt “People Are People” Alphavilles “Big In Japan” vom ersten Platz der deutschen Charts. Die Hallen der Tour 1984 füllten sich mit dem Wirbel um die skandalträchtigen Lyrics in den Nachfolge-Hits “Master & Servant” (S&M) und “Blasphemous Rumours” (Gotteslästerung). Ihre von den Fans so geliebte düsterste Seite offenbarte die Band mit dem ebenfalls in Berlin produzierten „Black Celebration“. Bis heute zählt „Stripped“ zu den stärksten Singles, die Depeche Mode veröffentlichten. Die heute nicht mehr weg zu denkende visionäre Kraft betrat mit dem holländischen Fotograf und Video-Regisseur Anton Corbijn erstmals die DM-Bühne. Das Album „Music For The Masses“ bescherte der Band den Durchbruch in Amerika, immerhin zeigte es eine Abkehr von früheren Sampling-Orgien hin zu organischeren Sounds. Es folgten ein Livealbum der „101“-Show sowie ein Video der Tour, welche Depeche Mode im März 1988 erstmals auch nach Ost-Berlin führte und wo die Musiker von ihren zahlreichen Fans ebenfalls lautstark umjubelt wurden.


Das Jahr der Welteroberung war dann das Jahr 1990. Bereits Ende 1989 wurde „Personal Jesus“ zu einer der bestverkauften US-Singles überhaupt. Das Album „Violator“ plus „Enjoy The Silence“ als Popsingle sorgten dafür, dass die Jungs in aller Welt vor ausverkauften Hallen spielten. Warum allerdings Sänger Dave Gahan drei Jahre später mit schmieriger, ungekämmter Matte als dürrer „Messias“ der Rockmusik seine Fans schockte, bleibt wohl sein großes Geheimnis. Vielleicht passte er sich äußerlich seinem Lebenswandel an, denn auch in Sachen Drogenkonsum war Gahan alles andere als jungfräulich. Dem Erfolg der Single „I Feel You“ dürfte dies kein Abbruch getan haben. Mit Nummer Eins-Platzierungen in Deutschland, England und den Staaten begann eine euphorische Welttournee, auf der man 14 Monate (174 Konzerte) auf der Straße verbrachte und auf der sich Dave in seiner neuen Rolle als Rock-Gott mächtig gefiel. Eher düster sah es dagegen mit der internen Zufriedenheit der Bandmitglieder aus: Die Musiker hatten ihre eigenen Backstage-Räume, eigene Limos und in den Hotels wohnten sie nicht nur auf verschiedenen Etagen, sondern auch diagonal, damit niemand die After Show-Eskapaden eines Kollegen über bzw. unter sich mitbekam. Die Mammut-Tour fand 1994 ihr Ende, Dave wandelte eisern in Kurt Cobains Spuren und Technik-Genie Alan stieg 1995 völlig entnervt aus, um zukünftig an seinem Soloprojekt Recoil rumzuwerkeln. Unter diesen Umständen bleibt es auch ein Rätsel, wie „Ultra“ 1997 erscheinen konnte, nachdem Dave mit einem Selbstmordversuch und der Erfüllung sämtlicher Befürchtungen quasi untragbar wurde. Umso mehr beeindruckte die Rückkehr durch düstere und minimale Elektroniklänge fernab von Bombast-Arrangements, einzig „Barrel Of A Gun“ erinnerte noch an die Gitarrenphase von Depeche Mode. Die von Tim Simenon produzierte Scheibe schlug ein und holte gleichzeitig einige als Synthie-Fans zurück. Das Trio wagte sich 1998 auf eine fünf monatige Welttour, die auch – glücklicherweise – der mittlerweile wieder nüchterne Dave gut überstand. 2001 stieg die Single „Dream On“ von Null auf Platz Eins der deutschen Charts ein – allerdings fiel sie in der zweiten Woche auch schon wieder auf Platz 16 zurück. Die für Herbst angekündigten Konzerte waren bei der Veröffentlichung des zehnten Albums „Exciter“ bereits ausverkauft. Gahan sah in seiner neuen Rolle als Songwriter bei den Folgealben wohl mehr Sinn als im Konsum von Drogen. In diesem neuen Arbeitsbereich tat er sich gar nicht mal schlecht, denn schon sein Solodebüt „Paper Monsters“ von 2003 bekam gute Kritiken. Eine Krisensitzung mit Chef-Songwriter Gore war allerdings unumgänglich und gut, denn erfreulicher Weise beruhigten sich die Gemüter daraufhin allmählich und das Trio arbeitete 2005 und 2009 mit Produzent Ben Hillier (Blur, Suede) an weiteren Studioalben. Dabei beschränkte sich die Begeisterung, die die Briten nach wie vor in der Öffentlichkeit auslösten, nicht allein auf neue Tonträger. Depeche Mode zählten und zählen auch live längst zu den Big Playern des Geschäfts und erreichten im Jahr 2009 sogar mehr Menschen als zu ihrer kommerziellen Hochphase 1990.


So kam auch ihre jüngste Welttournee mit über 100 Konzerten in 40 Ländern einem internationalen Triumphzug gleich. Die fesselnden Liveauftritte von Dave Gahan, Martin Gore und Andrew Fletcher dokumentiert auch die am 05. November 2010 erschienene Doppel-DVD/Blu-Ray “Tour Of The Universe – Barcelona 20/21.11.09”, die auf Anhieb Platz 1 der deutschen Media Control Album und DVD Charts eroberte und innerhalb von nur kurzer Zeit mit über 25.000 verkauften Exemplaren die Goldmarke überschritt. Die DVD wartet neben den von Regisseur Russel Thomas in exzellenten Bildern und optimalem Sound eingefangenen Konzertaufnahmen der zwei ausverkauften Shows im Palau Sant Jordi von Barcelona mit einer Tour-Dokumentation, Videoclips und zusätzlichem attraktivem Bonus-Material auf. Für die Karriere von Depeche Mode ist dies ein weiteres spektakuläres Werk, das bereits auf Platin zusteuert und einen glänzenden Mosaikstein in der Erfolgssaga der britischen Popinstitution bildet – für die Fans kommt es einem kostbaren Schatz gleich, der alles bietet, was das Fan-Herz begehrt. (PH) Depeche Mode “Tour Of The Universe – Barcelona 20/21.11.09” erhältlich in drei Formaten: Doppel-DVD plus Doppel-CD (Limitierte Deluxe Edition) DVD plus Doppel-CD Doppel-Blu-Ray

 

Quelle: MSC

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