Der deutsche Markt für technische Konsumgüter wuchs in der zweiten Jahreshälfte um drei Prozent – das ergab eine Analyse des Marktforschungsunternehmens GfK. Neben Unterhaltungselektronik wie Fernsehern, Laptops oder Smartphones wuchs vor allem der Umsatz mit Elektrogroß- und Kleingeräten wie Kühlschränken, Toastern, Waschmaschinen oder Geschirrspülern.
Vor allem Elektronikgroßgeräte wie Geschirrspülmaschinen trugen erheblich zu diesem Wachstum bei – sie erzielten in der zweiten Jahreshälfte sogar ein Umsatzwachstum von 5,2 Prozent. Besonders beliebt sind dabei Spülmaschinen mit einer guten Energiebilanz (A++), auch wenn ein Blick in das Sortiment von Online-Elektronikhändlern wie Cyberport zeigt, dass nach wie vor alle Energieeffizienzklassen vertreten sind. Onlinehändler verzeichnen dennoch gerade im Segment energiesparender Geräte eine gesteigerte Nachfrage und bieten zudem meist einen Lieferungs-, Anschluss- und Altgeräteentsorgungsservice. Neugeräte mit besserer Leistung, höherer Kapazität oder geringerem Verbrauch werden also nach der Bestellung bequem nach Hause geliefert und mitunter sogar fachmännisch installiert.

Auf dem Prüfstand

Die Energielabel befinden sich momentan jedoch in der Kritik. Grund dafür ist eine Untersuchung europäischer Verbraucherschützer. Dabei wurden Haushaltsgeräte in allen europäischen Ländern getestet und deren tatsächlicher Stromverbrauch mit den Angaben der Hersteller verglichen. Das Ergebnis: Einige der Geräte benötigten bis zu 30 Prozent mehr Strom. 18 von 100 Geräten haben die EU-Energieeffizienzvorgaben nicht eingehalten – darunter befanden sich Kühlschränke, Lampen, Fernsehgeräte, Geschirrspüler und Staubsauger. Das Problem im bisherigen System besteht darin, dass Hersteller für die Angaben auf ihren Geräten selbst verantwortlich sind – eine EU-Prüfstelle zur Kontrolle solcher Angaben gibt es nicht. Kunden haben lediglich die Möglichkeit, sich vor dem Kauf eines Haushaltsgeräts über spezielle Onlineportale zu informieren. So überprüft beispielsweise MarktChecker die Produktangaben neuer Haushaltsgeräte – dabei handelt es sich um ein durch die EU gefördertes Projekt, das den Verbraucherschutz fördern soll.

Die Fehlangaben spiegeln sich auch auf den Stromrechnungen der Betroffenen wieder. Wenn die Haushaltsgeräte die Energieeffizienz erreichen würden, mit der die Hersteller werben, könnte jeder Verbraucher hierzulande im Schnitt 465 Euro Stromkosten im Jahr sparen.

Das Internet und die Daten

In der Kritik stehen allerdings nicht nur die Energielabel der Haushaltsgeräte, sondern auch die WLAN-Funktionen der Geräte. Zum einen bemängeln die Tester, dass der Standby-Stromverbrauch mehr als dreimal so hoch sei wie angegeben. Zum anderen steht bei solchen Geräten auch der Datenschutz auf dem Prüfstand, denn kaum eines der Geräte ist gegen unberechtigten Zugriff geschützt. Die Gefahr besteht laut Thorsten Urbanski von G-Data darin, dass solche Daten entwendet und von Dritten genutzt werden. Experten raten daher bis auf weiteres zu Geräten ohne Internetanschluss, zumindest so lange, bis entsprechende Sicherheitssoftware integriert wird.

 

 

 

 
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