DSDS auf dem absteigenden Ast?

DSDS auf dem absteigenden Ast?

Der Start der 13.Staffel von DSDS, diesmal unter dem Motto „No Limits“, war eher holprig als geschmeidig.

 

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Nikoletta Kungurceva                                                                                                                          

Die Jury – diesmal bestehend aus Nachwuchssängerin Vanessa Mai (23), Scooter-Frontman H.P. Baxxter (51), Schlagersängerin Michelle (43) sowie Pop-Titan und Jurychef Dieter Bohlen (61) – bekamen schon in den ersten Sendungen einige fragwürdige Kandidatinnen und Kandidaten vorgesetzt. Es war auch einer der wenigen Glücksgriffe wie Nikoletta Kungurceva (18) dabei, aber ansonsten bestanden die Kandidaten aus den üblichen „Verdächtigen“.

 

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Renate Ritz und Thomas Dujmovic

 

 

 

 

 

 

 

Renate Ritz und Thomas Dujmovic Verwendung der Bilder für Online-Medien ausschließlich mit folgender Verlinkung:'Alle Infos zu 'Deutschland sucht den Superstar' im Special bei RTL.de: http://www.rtl.de/cms/sendungen/superstar.htmlRenate Ritz (73) mit Sohnemann Thomas Dujmovic (51) krächzte ins Mikrofon was das Zeug hielt und auch der Sohn war nicht besser. Weiter kamen sie nicht, aber ein Lob für ihren Mut sprach die Jury noch aus.

 

Kazim Akboga aus Berlin Verwendung der Bilder für Online-Medien ausschließlich mit folgender Verlinkung:'Alle Infos zu 'Deutschland sucht den Superstar' im Special bei RTL.de: http://www.rtl.de/cms/sendungen/superstar.html

Kazim Akboga aus Berlin

Kazim Akboga im letzten Jahr mit „Is mir egal“ als Kandidat gescheitert, wurde dann zum Youtube-Star und stellte bei DSDS seine neueste „Produktion“ vor, nicht ohne vorher die Jury mit Gyros versorgt zu haben. Es mag einem ja komisch vorkommen, dass fast jeder zum Scheitern verurteilte Kandidat immer ein Geschenk dabei hat. Meistens sind es Lebensmittel – sei es in Kuchenform oder als selbst gebrauter Schnaps, und dem einen oder anderen kam sicher schon der Gedanke, dass das vielleicht die Idee der Macher sein könnte. Da stellt sich unweigerlich die Frage.“ Alles nur gefaked?“

 

Dieter Bohlen RTL

Dieter Bohlen

Unantastbar ist und bleibt Dieter Bohlen

Auch die Jury ist in diesem Jahr eine nicht ganz so ideale Zusammensetzung. Küken Vanessa Mai (18) ist allerdings nicht nur optisch ein Hingucker, sondern auch erfrischend authentisch. Sie hört genau zu, macht sich Gedanken und fühlt mit. Ganz im Gegensatz zu Schlagersängerin Michelle (43). Die beäugt die Kandidaten mit kritischem Blick, was einen unweigerlich an die Romanfigur aus „Heidi“ Fräulein Rottenmeier erinnert und versucht dann mit pseudokritischen Kommentaren zu punkten, was aber nicht immer ganz glaubhaft rüberkommt. H.P. Baxxter findet prinzipiell erst mal immer alles geil, aber der Wortwitz lässt sehr zu wünschen übrig. Unantastbar ist und bleibt Dieter Bohlen, das unbestrittene Flaggschiff der Sendung. Zwar ist er etwas handzahm geworden, was aber nach 13 Staffeln auch nicht weiter verwunderlich ist. Irgendwann hat auch ein Pop-Titan für so viel talentfreie Uneinsichtigkeit keine Worte mehr. Wenn man die Geschichte von „Deutschland sucht den Superstar“ zurückverfolgt, und auf die erste Staffel blickt, dann wird einem ein wenig wehmütig ums Herz. Da saß man noch und drückte dem einen oder anderen die Daumen. Sah, wie sie sich abmühten, den Anforderungen gerecht zu werden, über sich hinaus wuchsen und wartete schließlich auf das erlösende Ergebnis. In der ersten Sendung war es Alexander Klaws, der dann mit dem etwas unglücklich übersetzten Titel „Take me tonight“ die Charts stürmte und heute ein Musicalstar aber kein Superstar ist.

 

Absoluter Bohlen Liebling war lange Zeit Mark Medlock

Ähnlich ging es auch seinen Nachfolgern und einer Nachfolgerin Elli Erl aus der zweiten Staffel. Sie scheiterte an Dieter Bohlen, weil ihr Musikgeschmack ganz anders gelagert war. Tobias Regner holte in der dritten Staffel den ersten Platz, aber auch ihn ereilte ein ähnliches Schicksal, denn auch er hatte andere Vorstellungen, als der Poptitan. Bislang erfolgreichster aller DSDS-Gewinner und absoluter Bohlen Liebling war lange Zeit Mark Medlock aus Staffel vier (2007). Klebte er auch zu Anfang an Dieter Bohlen, tat was dieser ihm riet, so holte ihn bald schon seine Drogenvergangenheit ein. Plötzlich beratungsresistent fiel er nur noch durch negative Presse auf und schließlich ließ ihn sein Mentor Dieter Bohlen ebenfalls fallen.

 

Es kann immer was schief gehen!“ so Thomas Godoj

Copyright: KNJ/Martina Uckermann

Thomas Godoj Copyright: KNJ/Martina Uckermann

In Staffel Fünf (2008) rockte Thomas Godoj sich bis ganz nach oben, gewann und wurde ebenfalls über Nacht bekannt mit dem Song „Love Is You“, der schnell die Chartspitze erreichte. Godoj hebt sich aber insofern von allen anderen Teilnehmern ab, weil er sich schnell von RTL, seinem Manager Volker Neumüller und Dieter Bohlen trennte und sein eigenes Label „Tomzilla Musik“ gründete.

 

Thomas Godoj special front

Thomas Godoj Copyright: KNJ/Pamela Haridi

 

 

Er kassierte mehrere Preise und kann mit seinen Wohnzimmerkonzerten (Preis 10.000 Euro) sowie stetigen Tourneen seine Familie ernähren. „Es kann immer was schief gehen!“ sagte Thomas Godoj uns in einem der zahlreichen Interviews, die er uns gab, aber er ist der einzige Künstler aus den DSDS-Staffeln, der es geschafft hat, weiterhin von der Musik leben zu können und sich dabei treu zu bleiben. Ein Superstar wurde aber auch er nicht.

 

 

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Menowin Fröhlich

Was wurde aus den DSDS Gewinnern?

In der sechsten Staffel (2009) siegte Daniel Schuhmacher, der völlig untergegangen ist. 2010 gewann Mehrzad Marashi knapp vor Menowin Fröhlich, aber nach einem wirklich sehr kurzen Hype verschwand auch er von der Showbildfläche und lebt nun mit Frau und Kindern zurückgezogen. Menowin Fröhlich dagegen machte ordentlich Schlagzeilen. Zwar waren die erst ziemlich negativ, aber trotz krimineller Vorgeschichte mauserte sich Menowin zum Publikumsliebling.

 

 

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Menowin Fröhlich

Der erste Alleingang mit zweifelhaftem Management in der Live Musik Hall in Köln (KNJ berichtete) ging gründlich daneben, was aber nicht an Menowins Leistung lag, sondern an den falschen Beratern, mit denen er sich da noch umgab. Es folgte ein Managementwechsel und promt landete er bei Promi Big Brother, wo er endlich dem Volke zeigen konnte, dass er tief im Herzen doch ein recht anständiger Kerl mit einer guten Portion Humor ist. Hat ja auch fast geklappt. Nur Entertainerin Désirée Nick prangerte seine Hinterhältigkeit an, aber vielleicht war es auch nur ein Generationsproblem? Es hätte der Einstieg sein können, aber dann ist Menowin irgendwie mal wieder falsch abgebogen und nun hört man gar nichts mehr von dem talentierten Sänger, was wirklich schade ist!

 

Nur Dauerverlierer Menderes startet jetzt richtig durch!

Menderes Bagci aus Langenfeld Verwendung der Bilder für Online-Medien ausschließlich mit folgender Verlinkung:'Alle Infos zu 'Deutschland sucht den Superstar' im Special bei RTL.de: http://www.rtl.de/cms/sendungen/superstar.html

Menderes Bagci aus Langenfeld

Dann folgte Pietro Lombardi, der in der achten Staffel siegte. Es folgte eine Doku mit ihm und der zweitplatzierten Sarah Engels, die auch jetzt seine Ehefrau ist, aber mal ehrlich – wen interessiert das? Der Schweizer Luca Hänni gewann die DSDS-Staffel 2012 und mehr kann man dazu nicht sagen. DSDS Gewinnerin Beatrice Egli aus der zehnten Staffel schaffte den Durchbruch und ist jetzt aus der Schlagerwelt nicht mehr weg zu denken. Aber auch sie ist weit entfernt davon ein Superstar zu sein. Ganz in der Versenkung verschwunden, bevor ihre Karriere auch nur ansatzweise begann, ist Aneta Sablik. Severino Seeger wurde im Mai 2015 zum zwöften DSDS-Sieger gekürt. Aber als dann seine kriminelle Karriere ans Licht kam, wendeten sich viel Fans von ihm ab. Ihm wurde Betrug vorgeworfen, wo er älteren Menschen Geld aus der Tasche zog. Er soll von seinem Gewinn alles zurückgezahlt haben, aber ein bitterer Nachgeschmack bleibt. Auch sein kurzer Ruhm verblasste ziemlich schnell. Nur Dauerverlierer Menderes, der blieb. Zuerst war er eine Lachnummer, dann eine ziemliche Nervensäge, dann wurde er mit in die Show als „Sidekick“ eingebaut und jetzt darf Menderes sogar in den Dschungel ziehen. Noch Fragen?

Fazit: Man kann versuchen ein Projekt, eine Sendung, ein Konzept so lange interessant zu gestalten, wie es nur irgendwie möglich ist, aber irgendwann muss man sich eingestehen, dass der Zuschauer sich nicht ewig blenden lässt und auch von den noch so gut gemeinten kleinen Showelementen die Nase voll hat. Einen wirklichen Superstar wird auch diese Staffel nicht hervorbringen und man sollte es sehen, wie es ist; nette Unterhaltung, deren Zeit abgelaufen ist.

Immerhin aber erreichte die Sendung bei Jugendlichen eine passable Quote: Am Samstagabend war „Deutschland sucht den Superstar“ die Nr. 1 in der Zielgruppe der 14- bis 59-Jährigen mit 19,7 Prozent (3,37 Mio.). Insgesamt sahen 4,24 Millionen Zuschauer ab 3 Jahre (MA: 13,0%) die dritte Ausgabe der Musikcastingshow. (Quellw. RTL/ Quotenmeter)

Alle Infos zu „Deutschland sucht den Superstar“ im Special bei RTL.de: http://www.rtl.de/cms/sendungen/superstar.html

 

 

Quellennachweis: Wikipedia, Bildrechte Kazim Akboga: RTL/Ralf Jürgens, Bildrechte: Renate Ritz/Thomas Dujmovic, Nikoletta Kungurceva, Dieter Bohlen, Menowin Fröhlich, Menderes, Jury 2016: RTL/Stefan Gregorowius, Bildrechte Thomas Godoj: KNJ/Martina Uckermann, Pamela Haridi

 

 


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