Ehemaliger Güterbahnhof Köln-Mülheim
Luftbild Güterbahnhof Mülheim

Ehemaliger Güterbahnhof Köln-Mülheim

Auftaktveranstaltung für das städtebauliche Werkstattverfahren

 

Am Freitag, 30. Oktober 2015, findet die öffentliche Auftaktveranstaltung für das städtebauliche Werkstattverfahren „Ehemaliger Güterbahnhof Köln- Mülheim/Schanzenstraße“ statt. Ab 19 Uhr stellen in den Räumen des Palladiums, Schanzenstraße 40, Köln-Mülheim, der Beigeordnete für Stadtentwicklung, Planen, Bauen und Verkehr, Franz-Josef Höing, und Projektbeteiligte die Einzelheiten zum Verfahren, zur Bürgerbeteiligung und zum weiteren Zeitplan vor. Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich willkommen, mit den Fachleuten zu diskutieren. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

 

Zur Vorabinformation hier eine Übersicht mit Zahlen, Daten und Fakten zum Werkstattverfahren:

 

Ausgangsdaten und Planungsgrundlagen:

Die Brachfläche des ehemaligen Güterbahnhofs Köln-Mülheim bietet bedeutsames Potenzial für die städtebauliche Entwicklung des Ortes. Die „OSMAB 2. Projekt GmbH“ aus Rösrath hat einen Großteil des Areals erworben, um darauf gewerbliche Nutzungen zu ermöglichen. Aufgrund der wichtigen Lage zwischen dem gewachsenen Stadtteil Mülheim, der lebendigen Keupstraße sowie dem bereits etablierten Medien- und Gewerbestandort Schanzenstraße sollen nun unter Einbindung der Öffentlichkeit Planungsideen zur Schaffung eines städtebaulichen Bindeglieds entwickelt werden.

 

In Zusammenarbeit mit dem Grundstückseigentümer OSMAB und unter Beteiligung der Eigentümergemeinschaft des südlichen Grundstücks führt die Stadt Köln ein städtebauliches Werkstattverfahren für das Plangebiet durch. Sie strebt an, im Anschluss an das Werkstattverfahren das bereits begonnene Bebauungsplanverfahren für das etwa 3,9 Hektar große Grundstück der OSMAB weiterzuführen. Für die südlich angrenzende, rund 1,7 Hektar große Fläche an der Keupstraße soll auf Grundlage des Ergebnisses des Werkstattverfahrens ein weiterer Bebauungsplan aufgestellt und so die städtebauliche Gesamtentwicklung des Areals gesichert werden.

 

Während die städtebaulichen Strukturen in direkter Nachbarschaft seit langem gewachsen und gerade in den letzten zehn Jahren entscheidend weiterentwickelt sowie zum Teil neuinterpretiert wurden, wartet der mit Aufgabe des Güterbahnhofs entstandene und bislang weitestgehend ungenutzte Korridor immer noch darauf, seine bedeutsame Aufgabe zu erfüllen: nämlich beide Quartiere zu verbinden, neue Entwicklungsimpulse aufzunehmen und die bestehenden Qualitäten des Mülheimer Nordens zu bewahren.

 

In der fast 30-jährigen Planungsgeschichte wurden bereits viele Konzepte entwickelt. Umgesetzt wurde keines von ihnen. Daher gilt es nun, mit neuen und alten Ideengebern im Dialog eine Entwicklungsperspektive zu erarbeiten, die sich endlich auch realisieren lässt. Im Zuge der Planungen zur Ansiedlung eines Versicherungskonzerns, der sich am Ende jedoch für einen anderen Standort entschied, wurden jüngst noch umfangreiche Voruntersuchungen, etwa zu Verkehr, Artenschutz, Altlasten und Lärm gemacht. Dies ist nun ein echtes Pfund und eine Vorleistung, auf der jetzt aufgebaut werden kann: So detailliert lagen nie zuvor aktuelle und wichtige Erkenntnisse über Rahmenbedingungen und Restriktionen dieser Fläche vor. Angesichts der unmittelbaren Einbindung des Grundstückseigentümers, der im Sinne des offenen Dialogs frühzeitig und klar Stellung zur Machbarkeit der neuen Konzepte bezieht, ist die Stadt Köln überzeugt, dass ein konsens- und umsetzungsfähiges Ergebnis aus dem Werkstattverfahren hervorgehen kann.

 

Planungsteams und Fachgremium:

Vier Planungsteams aus Architekten, Stadtplanern und Landschaftsarchitekten sind aufgefordert, einen städtebaulichen und freiraumplanerischen Entwurf für das Gelände zu erstellen. Ein Fachgremium aus Planern, Eigentümern, Vertretern der Politik, örtlichen Initiativen und der Verwaltung wird die Entwürfe begutachten. Es wählt am Ende eine Arbeit oder eine Kombination mehrerer Arbeiten als Grundlage für die weitere Entwicklung aus. Die Bürgerinnen und Bürger haben im Rahmen des Werkstattverfahrens die Möglichkeit, ihre Anregungen und Stellungnahmen vorzutragen. Die Moderation des Verfahrens übernimmt das Büro der Kölner Stadtplanerin und Architektin Prof. Christl Drey.

 

Die vier Planungsteams bestehen aus den Büros

–      Atelier Kempe Thill Architects and Planners / Aardrijk Landschap & Spel (NL-Rotterdam)

–      LIN Architects, Prof. Finn Geipel / TOPOTEK 1 Gesellschaft von Landschaftsarchi- tekten mbH (Berlin)

–      Stefan Schmitz Architekturbüro / Lill + Sparla Landschaftsarchitekten Partnerschaft (Köln)

–      RKW Architektur + Städtebau / FSWLA Landschaftsarchitektur (Düsseldorf)

 

Entwurfsplanung und Zielsetzung:

 

Im Rahmen der Entwurfsplanung sind vor allem die drei folgenden Zielsetzungen maßgeblich:

 

–      Entwicklung eines attraktiven Gewerbequartiers

Als Auftakt in das neue Quartier wird im südlichen Bereich eine Mischung aus Gewerbe, Büros, Einzelhandel sowie sozialen und kulturellen Einrichtungen angestrebt. Nördlich angrenzend sind entsprechend der industriell geprägten Nachbarschaft lärmunempfindlichere Nutzungen vorgesehen, wie ein Hotel, Büros, Medien- und sonstige Gewerbebetriebe.

 

–        Schaffung einer markanten Eingangssituation

Als städtebaulicher Auftakt soll ein ansprechend gestalteter öffentlicher Freiraum geschaffen werden, der die Bürgerinnen und Bürger zum Verweilen einlädt. Die genaue Lage sowie die Gestaltung des Freiraums sind im Rahmen des Entwurfs zu definieren.

 

–      Vernetzung der bestehenden Stadtviertel

Mit dem Anschluss der Schanzenstraße an die Von-Sparr-Straße entsteht eine deutliche Verbesserung der Verkehrssituation. Darüber hinaus sollen im Rahmen des Entwurfs ergänzende Fuß- und Radwegeverbindungen geprüft werden.

 

Beteiligung der Öffentlichkeit:

 

Durch die drei öffentlichen Veranstaltungen erhalten die Bürgerinnen und Bürger Gelegenheit, sich aktiv in das Verfahren einzubringen:

 

–      Auftaktveranstaltung – Einstieg in die Aufgabe

Bei der Auftaktveranstaltung am 30. Oktober 2015 wird die Aufgabenstellung erläutert. Die vier Planungsteams stellen sich anschließend vor und diskutieren Fragen zu den Rahmenbedingungen der Planungsaufgabe mit den Bürgerinnen und Bürgern.

 

–      Zwischenpräsentation – Fragen und Anregungen

Mit der Zwischenpräsentation der Arbeiten durch die Planungsteams erhalten die Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, direkt mit den Planungsteams in einen Dialog über die Konzepte zu treten und Anregungen und Hinweise zu geben. Datum und Ort: Freitag, 20. November 2015, 19 Uhr, The New Yorker/Dock One, Hafenstraße/Auenweg, Köln-Mülheim (bereits ab 17 Uhr Gelegenheit zur Diskussion mit den Planugnsteams).

 

–      Ergebnispräsentation – Diskussion – Juryempfehlung

Bei der Ergebnispräsentation durch die Planungsteams erhalten die Bürgerinnen und Bürger noch einmal die Möglichkeit, mit den Planungsteams über die Konzepte zu diskutieren sowie Anregungen und Hinweise zu geben. Im Anschluss an die Ergebnispräsentation erfolgt die Beurteilung durch das Beratungs- und Begleitgremium mit der Auswahl einer oder mehrerer Entwürfe und Empfehlungen für die weitere Bearbeitung. Datum: Freitag, 11. Dezember 2015, 19 Uhr (bereits ab 17 Uhr Gelegenheit zur Diskussion mit den Planungsteams); der Ort steht noch nicht fest. Die Ergebnisse des Werkstattverfahrens werden öffentlich ausgestellt und publiziert.

 

Bebauungsplanverfahren:

Im Anschluss an das Werkstattverfahren wird die Fortführung des Bebauungsplanverfahrens für das Grundstück der OSMAB angestrebt. Für die südlich angrenzende Fläche an der Keupstraße soll ein weiterer Bebauungsplan aufgestellt werden. Das Ergebnis des Werkstattverfahrens dient als Grundlage für die Bebauungspläne. Die öffentliche Zwischen- und Abschlusspräsentation werden als frühzeitige Bürgerbeteiligung (gemäß § 3, Absatz 1, Baugesetzbuch) gewertet.

 

Text – Bildquelle: Stadt Köln

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