Die Morde an einem Richter und einem Großbauern lassen die Sage des „Robin Hood des Erzgebirges“ aufleben und führen Kommissar Winkler auf die Naturbühne Greifenstein. Richter Drösser wird in seinem Jagdrevier von einer tödlichen Kugel getroffen. Er stand den Mächtigen nahe und war für seine harten Urteile bekannt. Kommissar Winkler und Kollegin Szabo wird schnell klar, dass viele einen Grund hatten, sich an Drösser zu rächen. Darunter die Bio-Bäuerin Carmen Weissflog, die die Räumungsklage verloren hat und ihren Hof verlassen muss, oder Försterin Saskia Bergelts Freund, der Imker Ronny Beer, der gegen den Einsatz von Pestiziden und Glyphosat geklagt hatte. Beide unterlagen vor Gericht, da Drösser immer zu Gunsten seines Jagdfreundes, dem Großbauern Arnold Huber, urteilte, der für seinen Betrieb osteuropäische Arbeiter zu Billiglöhnen engagiert.

Da Drösser mit einem historischen Vorderlader erschossen wurde, verbreitet sich das Gerücht, dass der legendäre Karl Stülpner auferstanden sei und wie schon im 18. Jahrhundert gegen Unterdrückung und Ungerechtigkeit kämpft. Und ein solcher Vorderlader wurde in der Naturbühne Greifenstein gestohlen, wo eine Theatergruppe ein Stück über den Volkshelden Karl Stülpner probt. Als auch der Großbauer Arnold Huber einem Anschlag zum Opfer fällt und Försterin Saskia Bergelt in der Nähe des Tatorts Requisiten findet, die auf den „Robin Hood des Erzgebirges“ als Täter hinweisen, gerät auch Theaterleiter Jörg Reissmann in den Kreis der Verdächtigen. Die Ermittlungen auf Hubers Hof und die Befragung seiner Frau Agnes und seinem Vorarbeiter Sebastian bringen aber keine neuen Erkenntnisse. Bei Winkler und Szabo wächst langsam der Verdacht, dass es sich um zwei verschiedene Täter handeln könnte.

Besetzung:

 

Robert Winkler – Kai Scheve
Karina Szabo – Lara Mandoki
Saskia Bergelt – Teresa Weißbach
Georg Bergelt – Andreas Schmidt-Schaller
Charlotte von Sellin – Adina Vetter
Maik – Adrian Topol
Agnes Huber – Andrea Osvárt
Arnold Huber – Thomas Sarbacher
Sebastian Kreuzig – Shenja Lacher
Ronny Beer  – Kai Schumann
Carmen Weißflog – Katja Studt
Martin Ganser – Janek Rieke
Jörg Reissmann – Stephan Grossmann
u.v.a.

Mit jedem Film lernen wir Robert Winkler besser kennen. Welche seiner Charaktereigenschaften haben Sie im neuen Erzgebirgskrimi näher kennengelernt bzw. weiterentwickelt?

In den vorherigen Folgen habe ich noch nach Sprache und Körpersprache von Winkler gesucht. Aber Hauptkommissar der Kripo wird man ja auch im wahren Leben nicht über Nacht. Es gibt unzählige Dokumentationen über Ermittler und einige sehenswerte „True Crime“-Formate, die mir geholfen haben, eine Figur zu entwickeln, die ich als ruhigen, analytischen Taktgeber beschreiben würde. Dass dieser Kommissar auch mal in eine tiefe Krise geraten kann, bleibt hiervon unberührt.

Was hat diesen Erzgebirgskrimi für Sie besonders gemacht?

„Der letzte Bissen“ ist eine komplexe Folge mit Schauwerten und politischen Ansätzen. Die Geschichte bietet alles, korrupte Richter, Großbauern und Imker, Themen wie Arbeitsmigration oder hochgiftige Pflanzenschutzmittel, aber auch eine Geschichte über das Theater mit einer undurchschaubaren Theatergruppe.

Was macht diesen Erzgebirgskrimi für Sie besonders?

Es geht in dem Film um osteuropäische Arbeiter, die unter menschenunwürdigen Konditionen in Deutschland arbeiten müssen und ausgebeutet werden. Unser Fall spielt sich in der Landwirtschaft ab – könnte sich aber vermutlich in jeder Branche wiederfinden. Die Dreharbeiten haben kurz nach dem Tönnies-Skandal letzten Sommer stattgefunden. Insofern liegt mir der Film besonders am Herzen. Er bespricht ein Thema, das absolut von Relevanz ist.

Im Erzgebirgskrimi „Der letzte Bissen“ bekommen Sie die Gelegenheit, Ihre ungarischen Sprachkenntnisse einzusetzen. Wie hat es sich angefühlt, diese Facette zu zeigen, die Sie und Karina Szabo verbindet?

Kommissarin Szabo spricht in jedem Film mal mehr, mal weniger Ungarisch. Das Besondere an diesem Film ist aber sicherlich, dass ich auch eine Befragung auf Ungarisch durchführe, das hat wirklich großen Spaß gemacht. Sicherlich auch, weil ich das große Glück hatte, eine so tolle Kollegin aus Ungarn an meiner Seite zu haben. Die Zusammenarbeit mit Andrea Osvárt war wirklich sehr angenehm und für mich aufgrund der Sprache ein besonderes Erlebnis. Ich würde tatsächlich gerne häufiger auf Ungarisch drehen.

Sie sind im Erzgebirge aufgewachsen – die Geschichte vom Karl Stülpner kannten Sie sicher bereits? 

Natürlich kannte ich den „Robin Hood des Erzgebirges“. Hiesige Theatergruppen spielen oft Stücke über die Lebensgeschichte dieses Volkshelden. Es gibt viele Erzählungen und Legenden über den Stülpner Karl und einen großartigen Film des DDR-Fernsehens mit Manfred Krug zum Beispiel, den ich liebe. Auch das Kinder- und Jugendtheater, dem ich früher angehörte, hat Stülpners Geschichten regelmäßig auf die Bühnenbretter gebracht. Leider wurde ich damals darin nicht besetzt.

Inwieweit spielen Traditionen und Sagen im Erzgebirge von heute noch eine Rolle?

Die Menschen im Erzgebirge sind sehr traditionsbewusst. Die regelmäßig stattfindenden Feste, Märkte und Umzüge geben da ja ein lebendiges Abbild von. Viele Theater mit entsprechenden Stücken und jetzt sogar die ZDF-Reihe sind ein Beleg dafür, wie lebendig diese Sagen und Bräuche noch heute sind. Es gibt sogar die Tradition eines speziellen Aberglaubens, der in den Rauhnächten, auch Innernächten genannt, noch heute eine gewisse Rolle im normalen Leben des typischen Erzgebirgers spielt.

Was ist für Sie das Besondere an diesem Erzgebirgskrimi?

Neben der angesprochenen Sagenebene, die unserem Kriminalfall eine große Bedeutung gibt, was mir gefällt, bekommt in dieser Folge die private Geschichte der Saskia Bergelt eine neue Farbe, die ich hier endlich auch zeigen darf. Ich habe einen Liebhaber und komme durch ihn in einen schweren Gewissenskonflikt. Da steht auf der einen Seite die Försterin als Ermittlerin. Auf der anderen Seite steht die Försterin als Frau, die Sehnsucht nach einer Beziehung und die ganz normalen Bedürfnisse einer Frau hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text – und Bildquelle: ZDF, Fotocredit: ZDF/Uwe Frauendorf