Franziska van Almsick: “Mir muss keiner mehr auf die Schulter klopfen”

 

Zwei Goldmedaillen bei Schwimmweltmeisterschaften, 18 Titel bei Europameisterschaften, drei Weltrekorde, Auszeichnung als Weltsportlerin sowie Sportlerin des Jahres und viele weitere Ehrungen mehr: Franziska van Almsick blickt auf eine beachtliche Schwimmkarriere zurück. Die Sportlerin gibt sich selbstbewusster denn je und überrascht mit ihrer gespaltenen Beziehung zu Wasser. Mit nur 14 Jahren sorgte Franziska van Almsick bei den Olympischen Sommerspielen in Barcelona für internationalen Wirbel. Es folgten Höhen und Tiefen, Erfolge und Niederlagen, Lob und Kritik – genügend Stoff für eine neue Auto-Biographie? Im Gespräch wiegelt die ehemalige Schwimmerin ab: “Ich rede schon noch gern über die Vergangenheit. Aber mir muss keiner mehr auf die Schulter klopfen und sagen, wie gut ich 1992 geschwommen bin. Das darf man gern erwähnen, aber da muss noch etwas anderes kommen.” Und sie fügt hinzu: “Es muss nicht das Beste, Schönste, Größte sein, aber etwas, wo man sich richtig einbringen kann. Wie bei mybod-e, einer Online-Fitness-Plattform, die ich selbst mitgestalte. Da macht mir so schnell keiner was vor, und die Leute kleben mir an den Lippen. Sport ist schließlich mein Leben.” Während ihrer Karriere erlangte van Almsick nahezu Popstar-Status. Im Interview verrät die Sport-Ikone, dass sie heute überrascht ist, wenn sie auf der Straße noch erkannt wird: “Oh ja. Da erschrecke ich mich selbst immer wieder, weil ich das nicht mehr gewohnt bin und eigentlich ein ganz normales Leben führe.”

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Und sie ergänzt: “Klar gibt es manchmal Ausschläge. Da geht man über den roten Teppich und steht plötzlich in allen Zeitungen. Aber am nächsten Morgen gehe ich genauso wieder im Jogginganzug zum Bäcker und passe peinlichst genau auf, dass es davon keine Fotos gibt. Nicht weil ich schlimm aussehe, sondern weil ich das nicht will.” In ihren Spitzenzeiten schwamm Franziska bis zu 20 Kilometer am Tag. Wenn sie heute in einer Schwimmhalle ist, geht sie es wesentlich ruhiger an: “Wenn mein Sohn zum Training geht, springe ich auch mal ins Wasser, aber das kommt selten vor. Es ist eine Art Hassliebe. Ich habe das bis zum Erbrechen gemacht, sieben Stunden Sport am Tag, davon fünf im Wasser.” Und lachend ergänzt sie: “Ich verstehe heute gar nicht mehr, wie man so bescheuert sein kann.”

 

Text- und Bildquelle: LOOX Sports GmbH, Bildrechte/Fotograf: Moritz Schmid

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