Jahresbilanz 2014 des Jobcenters Köln: Qualitätsoffensive zahlt sich aus

Zielgruppengerichtete Angebote und neue Beratungsansätze haben sich bewährt

Das Jobcenter Köln hat im Jahr 2014 insgesamt 18.430 Menschen erfolgreich in Arbeit integriert. Das ist der höchste Wert, der seit der Gründung des Jobcenters in 2005 bislang erzielt wurde. „Das ist ein hervorragendes Ergebnis.“, sagt Geschäftsführer Olaf Wagner. „Es bestärkt uns darin, auf dem richtigen Weg zu sein und zukünftig weiter auf zielgruppengerechte Beratungsangebote zu setzen, die individuelle Voraussetzungen unserer Kunden/innen berücksichtigen.“, so Wagner. Seit 2012 entwickelt das Jobcenter Köln innovative Angebote, bei denen es gezielt darum geht, die Bedürfnisse, Kompetenzen und Probleme von unterschiedlichen Kundengruppen zu identifizieren und entsprechend zu unterstützen. „Ich danke der Geschäftsführung des Jobcenters und den engagierten Mitarbeiter/innen für ihren Einsatz und für ihre Ideen, neue Wege in der Vermittlungs- und Integrationsarbeit zu gehen.“, sagt Henriette Reker, Sozialdezernentin der Stadt Köln. „Viele der neuen Angebote tragen entscheidend dazu bei, Arbeitgeber und Erwerbslose zusammen zu bringen, Vorbehalte gegenüber arbeitslosen Menschen abzubauen und ihnen berufliche Perspektiven zu eröffnen.“ Die neuen Projekte setzt das Jobcenter zunehmend in Eigenregie um. Ein zentrales Ziel ist, die Menschen zu motivieren sowie persönliche Stärken und Fähigkeiten zu erkennen. „Das braucht natürlich Zeit. Wir müssen näher an die Menschen ran, vor allem an diejenigen, die schon lange ohne Arbeit sind – nur so können wir der Langzeitarbeitslosigkeit begegnen.“, sagt Wagner.

Die steigende Zahl von Langzeitarbeitslosen bereitet auch Roswitha Stock, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Köln sowie der Trägersammlung, Sorgen: „Insgesamt ist der Arbeitsmarkt in Köln zwar gut aufgestellt, doch davon profitieren viele Jobcenter-Kundeninnen und Kunden leider nicht.“ Der Grund: 70 Prozent von ihnen haben keine abgeschlossene Berufsausbildung. Das Risiko, langzeitarbeitslos zu werden, sei unter diesen Voraussetzungen besonders hoch. „Wir brauchen Betriebe, die mitmachen und Menschen mit unterbrochenen Erwerbsbiographien eine Chance geben. Wir alle sind gefordert, Arbeitsuchende für den sich bietenden Arbeitsmarkt zu qualifizieren und zu Fachkräften auszubilden. Das müssen nicht immer komplette Ausbildungen sein – Teilqualifikationen helfen bereits, den Wiedereinstieg ins Berufsleben zu finden.“, sagt Stock. Damit der Kampf gegen die Langzeitarbeitslosigkeit gelingt und möglichst viele ALG-II-Bezieher/innen erreicht werden können, fordert der Jobcenter- Geschäftsführer für die Zukunft eine neue Beratungskultur sowie verbindliche finanzielle Sicherheiten. Dies gilt für den Bereich des Eingliederungstitels, für die Kommunal flankierenden Leistungen sowie für die Personalausstattung des Jobcenters Köln. „Arbeitslose Menschen, ob Jugendliche, Alleinerziehende oder Migranten/innen – nah am Arbeitsmarkt oder im Langzeitbezug – brauchen, um effektiv unterstützt zu werden, unterschiedliche Angebote.“, sagt Wagner. „Dafür muss das Jobcenter finanziell und personell gut aufgestellt sein. Nur so kann es uns gelingen, den von der Gesellschaft und Politik an uns gestellten Auftrag erfolgreich auszuführen.“

Überblick: Schwerpunkte Jobcenter 2014

Neue Beratungsansätze

Das Jobcenter Köln hat in 2014 wegen der guten Vermittlungserfolge Angebote für Kunden/innen ausgebaut, die individuell auf arbeitsuchende Menschen eingehen. Diese werden in Eigenregie geplant, organisiert und umgesetzt. Eine Reihe von Angeboten folgt dabei dem so genannten „Work-First-Ansatz“, bei dem die Integrationsfachkräfte die Kunden/innen darin unterstützen, ihre berufliche Zukunft in die eigenen Hände zu nehmen, um selbstständiger und motiviert auf Jobsuche zu gehen. „Es geht darum, einen Perspektivwechsel zu erreichen: Weg von einer passiven „Erwartungshaltung“ hin zu einer aktiven Jobsuche.“, erklärt Olaf Wagner. Neuestes Beispiel ist „Arbeit@Porz“, das im Januar gestartet ist.

Angebote für junge Menschen

Vielversprechende Ergebnisse hat das Jobcenter in 2014 mit seinen neuen Angeboten für junge Arbeitslose erzielt. Mit dem HOTSPOT Chorweiler rückt das Jobcenter mitten in die Lebenswirklichkeit der jungen Menschen. Es ist mit seinen Räumlichkeiten zentral im Stadtbezirk Chorweiler angesiedelt und richtet sich – auch in der Art der Ansprache – an Jugendliche, die das Jobcenter mit seinen Angeboten bisher nicht erreicht hat. In 2014 konnten 44 Prozent der 327 Projekt-Teilnehmer/innen erfolgreich beruflich oder schulisch integriert werden.

Kampf gegen Langzeitarbeitslosigkeit

Das Phänomen Langzeitarbeitslosigkeit ist für Olaf Wagner die größte Herausforderung der Zukunft. „Wir müssen dieses Problem stärker an den Wurzeln bekämpfen.“ Viele Jobcenter-Kunden/innen haben keinen abgeschlossenen Berufsabschluss. Um ihre Jobaussichten zu verbessern, hat das Jobcenter 2014 im Rahmen des „Kölner Bildungsmodells“ damit begonnen, Kunden/innen ohne Berufsabschluss zwischen 25 und 35 Jahren in überschaubaren Modulen auszubilden. Daneben hat das Jobcenter in 2014 das Konzept der „Förderketten“ weiter ausgebaut. Es sieht vor, dass langzeitarbeitslose Menschen durch passgenaue, aufeinander abgestimmte Maßnahmen unterstützt und Vermittlungshemmnisse abgebaut werden. „Besonders Menschen, die schon länger ohne Arbeit sind, müssen Schritt für Schritt an den Arbeitsmarkt herangeführt werden.“, so Wagner. In 2014 wurden insgesamt 1.856 Kunden/innen auf diesem Wege gefördert. Des Weiteren beteiligt sich das Jobcenter Köln in 2015 an einem neuen Bundesprogramm gegen Langzeitarbeitslosigkeit, das aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert wird. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung des Modellprojekts “Perspektive in Betrieben“. Ziel ist es, besonders marktferne Kunden/innen durch eine intensive Begleitung in ein Unternehmen auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

Angebot für arbeitsmarktnahe Kunden/innen

Sehr gute Integrationsergebnisse hat das Jobcenter 2014 erneut in der JOB-Offensive KÖLN (JOK) erreicht. Zielgruppe sind arbeitsmarktnahe Kunden/innen. Insgesamt konnten in der JOK im vergangenen Jahr 2.050 Menschen in Arbeit vermittelt werden. Besonders bewährt haben sich die monatlich wechselnden, branchenbezogenen Stellenbörsen, die in den Jobcenter-Räumlichkeiten stattfinden. Zunehmend akquiriert die JOK selbstständig eigene Arbeitgeber. Die positiven Rückmeldungen zeigen, dass diese das Jobcenter als kompetenten Dienstleister wahrnehmen.

Mehr Unterstützung für Migranten/innen

Die wachsende Zahl von Flüchtlingen und Migranten/innen stellt das Jobcenter Köln vor neue Herausforderungen. Um sie an den Arbeitsmarkt heranzuführen, hat das Jobcenter in 2014 das neue Angebot ZUPER – Zuwanderung mit Perspektive – gestartet. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt darin, die beruflichen Kompetenzen und Berufsabschlüsse der Migranten/innen zu sichten und festzustellen, wie sie für den hiesigen Arbeitsmarkt anerkannt und genutzt werden können. „Die Integration der Flüchtlinge in die Gesellschaft ist eine der zentralen Aufgaben in der gemeinsamen Arbeit zwischen der Stadt Köln, der Agentur für Arbeit Köln und dem Jobcenter.“, betont Henriette Reker.

Alleinerziehende

Mit einem rundum überarbeiteten Konzept unterstützt das Jobcenter mit dem Projekt „Alleinerziehende im Aufbruch“ alleinerziehende Mütter und Väter seit April 2014 beim (Wieder-)Einstieg in den Beruf. Das Konzept beruht auf drei Säulen: flexible Anwesenheit, individuelle Qualifizierung und eine altersgerechte „Vor-Ort-Kinderbetreuung“. Das Projekt umfasst außerdem Berufsorientierung, Bewerbungstrainings und Qualifizierungskurse – etwa in EDV oder Sprachförderung.

Qualifizierungsoffensive der Jobcenter-Mitarbeiter/innen

Für Olaf Wagner steht fest: „Gute Beratung funktioniert nur mit gut ausgebildeten Mitarbeiter/innen.“ Das Jobcenter Köln hat in 2014 rund 3.800 Seminarstunden in die Ausbildung der eigenen Mitarbeiter/innen durch das Jobcenter-interne Kompetenzzentrum für Mitarbeiterqualifizierung KomMit! investiert. Das entspricht 478 Schulungstagen. Für weitere 131 Beschäftigte wurden mehrtätige externe Schulungen eingekauft.

 

Quelle: Stadt Köln /Jobcenter Köln, Bildquelle: KNJ/Martina Uckermann

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