Japan zwei Jahre danach: Der langsame Weg zurück zur Normalität

Der zweite Jahrestag der verheerenden Dreifachkatastrophe in Japan nähert sich am 11. März 2013. Diskussionen über Atomausstieg und erneuerbare Energien gibt es weiterhin, doch wie das Leben der Betroffenen zwei Jahre später aussieht, wird deutlich weniger thematisiert. Über 490.000 Menschen haben durch die Katastrophe ihr Zuhause verloren und mussten evakuiert werden. Gibt es für diese Menschen wieder Normalität und Alltag? Wie geht es ihnen heute? Viele Menschen leben noch immer in von der Regierung bereitgestellten staatlichen Übergangswohnungen oder in beschädigten Privatwohnungen. Die Hilfsorganisation Habitat for Humanity hat in den vergangenen zwei Jahren kontinuierlich betroffene Familien unterstützt und ist auch weiterhin vor Ort. Mit Hilfe von Freiwilligeneinsätzen, Hausreparaturen und Hilfsgüterverteilungen können viele Menschen persönlich erreicht werden. Darunter sind viele Menschen, die von der staatlichen Hilfe nicht erreicht wurden. Derzeit werden in einem Pilotprojekt Solarzellen für besonders bedürftige Familien installiert, um die Stromkosten zu reduzieren – und die umweltfreundliche Energiewende Japans zu fördern. „Wir möchten mit dem Wiederaufbau nicht nur die vorherige Situation im Lande wieder herstellen, sondern zukunftsweisende Verbesserungen realisieren.“, so Gereon Fischer, Manager für Internationale Projekte bei Habitat for Humanity Deutschland.

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Neben dem innovativen Ansatz ist der Einsatz von Freiwilligen ein weiteres wichtiges Element der Arbeit von Habitat for Humanity. Die Freiwilligen beseitigten unmittelbar nach der Katastrophe Schlamm und Schutt aus 400 Privathäusern, öffentlichen Einrichtungen und Parks. Sie helfen bei Renovierungen und Reparaturen von Häusern und verteilten dringend benötigte Hilfsgüter wie elektrische Heizquellen und Bettzubehör. Gleichzeitig erfahren die Betroffenen durch die Freiwilligen Menschlichkeit und Solidarität, was nach Katastrophen besonders wichtig für die traumatisierten Menschen ist. „Viele Menschen vermissen ihr zerstörtes Zuhause und die bekannte Umgebung so sehr, dass sie dorthin zurückkehren möchten oder teilweise sogar im noch zerstörten Haus wohnen. Wir helfen Menschen, wieder in ihren Alltag zurückkehren zu können.“, so Gereon Fischer.

Hilfsleistungen von Habitat for Humanity in Japan

· Einsatz von ca. 800 Freiwilligen: Schuttbeseitigung, Aufräumarbeiten, Reparaturen und Verteilung von Hilfsgütern

· 390 Häuser und öffentliche Gebäude/Räume wurden von Schutt befreit

· Reparatur von 140 Häusern

· 728 Sets mit Bettzubehör wurden verteilt

· 3.800 Haushalte bzw. fast 15.000 Menschen erhielten landestypische elektrische

Heizquellen

Über Habitat for Humanity

Habitat for Humanity baut in über 80 Ländern mit der Hilfe von Spenden und Freiwilligen sichere und angemessene Unterkünfte für arme Familien und organisiert den Wiederaufbau in Katastrophengebieten. Durch den Einsatz von Freiwilligen leistet Habitat for Humanity einen Beitrag zur Völkerverständigung und gibt Menschen die Möglichkeit, nicht nur aus der Ferne zu helfen. Seit der Gründung im Jahre 1976 hat die Hilfsorganisation weltweit bisher mehr als 600.000 Häuser gebaut und renoviert, mehr als 3 Millionen Menschen erhielten dadurch eine Zukunft. Zu den prominentesten Unterstützern von Habitat for Humanity zählen u.a. Jimmy Carter, Jon Bon Jovi, Brad Pitt sowie in Deutschland Hans Eichel, Daniel Libeskind und Alexandra Neldel.

 

Text – und Bildquelle: Habitat for Humanity Deutschland, Archivbild

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