Kölner Fest für Alte Musik 2015

Kölner Fest für Alte Musik 2015

PASSIONS – Leid und Leidenschaften

Leidenschaften prägen unser Leben. Emotionen ergreifen das Gemüt und lassen es nicht wieder los. Im ursprünglichen Sinne des Wortes tragen diese Emotionen dazu bei, Leiden zu schaffen und manchmal führen sie sogar zum Tod. Inmitten der Passionszeit greift das Kölner Fest für Alte Musik das Thema „Passions“ auf und wirft musikalisches Licht auf bisweilen dunkle Gefühle. Dabei ist das Programm keineswegs auf die christliche Passion beschränkt. Das universelle Festivalthema wird umfassend präsentiert, und die Konzertprogramme sprengen dabei hin und wieder Grenzen. So zeigen das international besetzte Ensemble SARBAND und die Wirbelnden Derwische im Eröffnungskonzert am 4. März in der Kölner Flora Berührungspunkte zwischen muslimischer und christlicher Musik auf. Das Programm „Ich bin eine Perle im Ozean“ ist eine Kölner Uraufführung mit versöhnenden Elementen in Zeiten des religiösen Fanatismus. Die mitwirkenden Ensembles beim Festival, das am 1. März mit einem Tag der offenen Tür im ZAMUS beginnt und am 15. März mit einem Glockenspiel und zwei sonntäglichen Konzerten endet, zeigen Ecken und Kanten, aber auch Milde und Sinnlichkeit. Dabei sind die unterschiedlichen Konzertformate und Präsentationsformen schon ein Markenzeichen des Kölner Fest für Alte Musik. Gebete, Tanzrituale, Musiktheaterproduktionen und Lesungen bringen Alte Musik und neue Formen zueinander und sorgen zwei Wochen lang für musikalische Entdeckungen.

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Nach der Eröffnung spürt das Projekt „Johannespassion / Judasprozess“ der Frage nach, ob Bachs Johannespassion den latenten Antijudaismus des Johannesevangeliums deutlich macht. In Form einer szenischen Aufführung mit dem Chor des Bachvereins Köln, Concerto Köln, Schauspielern und internationalen Gesangssolisten wird das Bachsche Werk an drei Abenden neu beleuchtet. Antikriegslieder aus dem 20. Jahrhundert mit dem britischen Tenor Joshua Ellicot stehen als Anklage gegen verblendeten Patriotismus, ekstatische Musik aus dem späten 16. Jahrhundert wird dageboten vom jungen Gambenconsort L’Acheron. Die Pianistin Claire Chevallier spielt so leidenschaftlich Liszt wie sonst kaum jemand, Norbert Rodenkirchen und Benjamin Bagby präsentieren ihr neues Programm mit Liedern von Oswald von Wolkenstein. Das belgische Ensemble B‘Rock, Durchstarter der Alte Musik Szene, wagt eine Gegenüberstellung des französischen Barockkomponisten Jean-Féry Rebel mit dem estnischen und heute 80-jährigen Komponisten Arvo Pärt. Das Ensemble steht für unkonventionelle und leidenschaftliche Konzepte und das Programm „Les éléments“ ist ein Paradebeispiel dafür. Der argentinische Theatermacher Adrian Schvarzstein, der im vergangenen Jahr mit seiner Produktion des „Karneval der Tiere“ für Furore sorgte, hat sich dem Thema „La Locura“ – „Verrückt vor Liebe“ angenommen und wird in einem eigens für das Kölner Festival entworfenen Musiktheaterstück verschiedene Facetten von Leidenschaften und Wahn verlebendigen. Ihm zur Seite in dieser ungewöhnlichen Musiktheaterproduktion stehen das ZAMUS Festivalensemble unter Leitung des Cembalisten Estebán Mazer aus Barcelona und der Shooting Star unter den Koloratursopranen, die Bachpreisträgerin Marie Friederike Schöder.

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Besonderer Gast im Abschlusskonzert des Kölner Fest für Alte Musik am Sonntag, 15. März, um 20 Uhr in den BALLONI Hallen ist die Schauspielerin Hanna Schygulla. Gemeinsam mit dem Kölner Ensemble Ala Aurea wird sie Marienklagen in mittelalterlichen Psalmen und Texten von Ernesto Cardenal interpretieren. Am Montag, 9. März, thematisieren Wissenschaftler und Musiker einen ganzen Tag lang Passionen im kulturellen Zusammenhang zwischen Philosophie, Soziologie und Musik – von der Mater Dolorosa über Horror im Musiktheater des Barock bis hin zu Musik als Instrument der Folter. Die Veranstaltung „Leid und Leidenschaften“ ist eine Kooperation zwischen dem Zentrum für Alte Musik Köln und der Hochschule für Musik und Tanz Köln, mit freundlicher Unterstützung durch die Gleichstellungskommission der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Das Kölner Fest für Alte Musik ist eine Veranstaltung der KGAM e.V. / Zentrum für Alte Musik Köln. Das Festival wird gefördert vom Kulturamt der Stadt Köln, vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW, von der RheinEnergie Stiftung Kultur, von der Kämpgen Stiftung und der Provinzial Stiftung sowie von der Sparkassenkulturstiftung Rheinland.

 

VVK (nur Einzeltickets, kein Festival-Abo): Köln Ticket (Tel: 0221 – 2801) und alle angeschlossenen VVK-Stellen / www.koelnticket.de

Festival-Abo, allgemeine Infos sowie Einzeltickets außerdem über die Servicehotline 0221 – 98 74 73 79

Infos unter www.zamus.de.

 

Kölner Fest für Alte Musik 2015

Daten und Fakten

Festivalzeitraum: 1. bis 15. März 2015

Orte: Flora Köln, BALLONI Hallen, Museum Schnütgen, Belgisches Haus,ZAMUS, Friedenskirche Köln-Ehrenfeld, Trinitatiskirche, Rathausplatz

Auftakt: Sonntag, 1. März 2015, ab 11 Uhr: La Folle Journée – Ein verrückter Tag im ZAMUS – (Eintritt frei!)

Eröffnungskonzert: Mittwoch, 4. März 2015, 20 Uhr, Flora Köln „Ich bin eine Perle im Ozean“ mit SARBAND und den Wirbelnden Derwischen

Musiktheaterproduktion: Sonntag, 8. März und Montag, 9. März, BALLONI Hallen – „La Locura – Verrückt vor Liebe“ mit Adrian Schvarzstein, Marie Friederike Schöder und dem zamus-Ensemble

Gespräche und Vorträge: Montag, 9. März, ZAMUS, 10.30 bis 18 Uhr„Leid und Leidenschaften“, Moderation: Thomas Höft, Konzeption und Leitung: Evelyn Buyken

Abschlusskonzert: Sonntag, 15. März, 20 Uhr, BALLONI Hallen

„Gracias a la vida“ mit Hanna Schygulla und Ala Aurea

Veranstalter: Kölner Gesellschaft für Alte Musik e.V.

Kooperationspartner: Evangelischer Kirchenverband Köln, Katholikenausschuss Köln, Hochschule für Musik und Tanz Köln, Förderschule Redwitzstraße, Forum Alte Musik Köln

Kulturpartner: Kulturradio WDR 3

Tickets: (18,- bis 24,- Euro / erm. 12,- bis 18,- Euro),

Köln Ticket (Tel: 0221 2801) www.koelnticket.de und alle angeschlossenen VVK-Stellen und über die ZAMUS Servicehotline: 0221 987 473 79

Festival-Abo: 145,-/ 115,- Euro nur über die ZAMUS Servicehotline buchbar (s.o.)

Freie Platzwahl in allen Konzerten

Alle Infos unter www.zamus.de

 

Text- und Bildquelle/Bildrechte: ZAMUS Kölner Gesellschaft für Alte Musik (KGAM e.V.) Zentrum für Alte Musik

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