Nina Hoss: “Ich bin nicht nachtragend”

“Es gelingt mir meist gut, ein Vergehen auf sich beruhen zu lassen und beim nächsten Streit nicht wieder hervorzukramen. Denn Schuld interessiert mich nicht. Ich bin nicht nachtragend.”, sagt Nina Hoss im Interview. Die 39-Jährige schleppe Dinge nicht lange mit sich herum. “Ich versuche Auseinandersetzungen vor Ort zu klären. Das klappt nicht immer. Dann denke ich: ‘Das Leben ist so kurz, was sollen wir uns damit belasten'”, so die Schauspielerin. Sich selbst aber könne die Wahlberlinerin schwer verzeihen. “Meine Versäumnisse schaue ich mir nur ungern an. Am ehesten sind es Dinge, die ich mich nicht getraut habe zu tun. Das bereut man am ehesten.”

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Oft denke Hoss zu viel nach und manches bleibe zu lange liegen. “Etwa wenn ich mich nach einem langen Dreh erst spät oder gar nicht bei jemandem melde, der eigentlich darauf wartet.” Das Wort “Entschuldigung” mag die gebürtige Stuttgarterin nicht. “Das Wort klingt für mich häufig gehetzt, als wäre es nicht wirklich so gemeint, etwa wenn ich sage: ‘Ich entschuldige mich für alles’ – und mich damit ganz bewusst unangreifbar mache.” Die Theaterschauspielerin bevorzuge die Wendung “Es tut mir leid”, wenn sie etwas angestellt habe. “Ich finde, das ist die stärkere Form, die ehrlichere.”, sagt Nina Hoss.

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Aktuell ist Nina Hoss in „Phoenix“, einem Film von Christian Petzold, zu sehen. Es ist bereits das sechste Mal, dass sie die Hauptrolle in einem Petzold-Film spielt. Beide erzählen eine Geschichte aus dem Jahr 1945. Hoss ist die Holocaust-Überlebende Nelly. Sie kehrt mit einer schweren Verletzung im Gesicht aus dem Konzentrationslager nach Berlin zurück. Durch eine rettende Operation hat sich ihr Äußeres schließlich verändert. Doch vor allem ist sie seelisch von den erlebten Grausamkeiten so schwer gezeichnet, dass ihre Ausstrahlung und ihr Auftreten mit dem der Nelly von früher nichts mehr zu tun haben. Sogar ihr eigener Mann Johnny (Ronald Zehrfeld) erkennt sie nicht mehr. Doch Nelly kämpft um die Liebe und ein neues Selbstbewusstsein. Weitere Infos unter http://phoenix-der-film.de/.

 

 

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Quelle: Hohe Luft Magazin Archivbild

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