Nostalgie im Auftakt der EM 2021

Nostalgie im Auftakt der EM 2021

Das EM-Fieber hat wieder begonnen. Fußballfans aus ganz Deutschland freuen sich auf spannende Begegnungen zwischen den europäischen Top-Teams und erhoffen sich den Titel für den deutschen Kader. Doch bis dahin ist noch etwas Zeit für ein paar nostalgische Momente, um an ehemalige Spitzenspieler in der Nationalmannschaft zu erinnern. Seit einigen Jahren im ewigen Abstiegskampf spielte der 1. FC Köln bis 1998 ununterbrochen in der höchsten Spielklasse des deutschen Fußballs und bildete Top-Spieler aus. Darunter befinden sich auch die Fußballlegenden Hans Schäfer, Wolfgang Overath, Pierre Littbarski und Bodo Illgner, die nicht nur einst stolz das Trikot des 1. FC Köln getragen, sondern auch im Jersey der Nationalmannschaft Großartiges geleistet haben.

Hans Schäfer

Auch wenn die WM 2018 für die deutsche Nationalmannschaft kläglich endete, zählt sie erneut zu den Favoriten der EM, wie die EM-Wetten Quote von 9,0 auf Betway zeigt (Stand: 11.6.). Denn Fans wissen, dass Deutschland immer wieder zu überraschen weiß, so wie an der WM 1954, die unter dem Begriff das „Wunder von Bern“ in die Sportgeschichte einging. Völlig unerwartet gewann damals die deutsche Nationalelf den Titel. Unter den Stars, die das Unmögliche möglich machten, befand sich auch Hans Schäfer, der Torschütze von 1. FC Köln.

Schäfer, auch liebevoll „De Knoll“ genannt, spielte zwischen 1952 und 1962 im deutschen Nationalteam unter der Leitung des Bundestrainers Sepp Herberger und nahm an drei Weltmeisterschaften teil. Mit ihm hatte Deutschland einen gewieften, dribbelstarken Linksfüßer am Start, der wie am Fließband Tore schoss. Absolutes Karriere-Highlight des Kölners war die WM 1954 in der Schweiz. Deutschland als unbeachteter Außenseiter avancierte sich zum Überraschungsteam des Turniers und gewann den Titel nach einem 3:2-Sieg über die favorisierten Ungarn. Mit vier Toren in fünf Spielen zählte Schäfer dabei zu den wichtigsten Spielern, die für Deutschland den Weg ins Finale ebneten.

Wolfgang Overath

Wolfgang Overath, der ehemalige Mittelfeldregisseur Kölns, startete seine Karriere im Nationalteam 1963 unter Sepp Herberger. Bis 1974 absolvierte er 81 Einsätze, bei denen er insgesamt 17 Tore für die Nationalelf erzielte. Darunter waren drei spektakuläre Weltmeisterschaften, bei der Deutschland 1966 die Vizeweltmeisterschaft, 1970 den dritten Platz und 1974 den Weltmeistertitel ergatterte – goldene Jahre für den deutschen Fußball.

Overath selbst betrachtet die WM 1970 in Mexiko, wie die Augsburger Allgemeine berichtete, als Höhepunkt seiner Fußballlaufbahn, obwohl Deutschland damals nur Dritter wurde. Ältere Leser werden ihm recht geben. Denn nicht nur Deutschland, sondern auch andere Teams strotzten vor Weltklassespielern, die jede Begegnung in ein Spektakel verwandelten. Top-Spieler des Turniers waren unter anderem Pelé, Jairzinho, Luigi Riva, Sandro Mazzola sowie Franz Beckenbauer und Gerd Müller. Ein weiterer Grund, warum der Kölner sich gerne an die WM in Mexiko zurückerinnert, wird sein Entscheidungstreffer im Spiel um Platz Drei gegen Uruguay sein.

Pierre Littbarski

Den dritten Weltmeistertitel ergatterte Deutschland 1990 in Italien. Pierre Littbarski gehörte zu der Elf, die im Finale das argentinische Team mit 1:0 besiegte. Der kölnische Mittelfeldspieler nahm zwischen 1981 und 1990 an drei Weltmeisterschaften und zwei Europameisterschaften teil und war dabei stets der ewige Joker Franz Beckenbauers. Schickte der Teamchef ihn ins Spiel, herrschte für die Gegner Torgefahr. Nicht nur als Torjäger, sondern auch als exzellenter Vorlagengeber wurde er oft zum entscheidenden Spieler in großen Turnieren. 1982 traf er in Spanien auf dem Finalweg gegen die Gastgeber sowie gegen die Franzosen und brachte die Nationalelf erfolgreich ins WM-Endspiel gegen Italien. 1986 eröffnete sein Elfmeter den Weg ins WM-Halbfinale in Mexiko. Vier Jahre später verabschiedete sich die Geheimwaffe Beckenbauers mit dem Weltmeisterpokal in Italien und dem Silberne Lorbeerblatt für seine Verdienste im Nationalteam.

Bodo Illgner

Die Torwartlegende Bodo Illgner darf in der Liste natürlich nicht fehlen. Der bescheidene und stets unnahbare Torwart des 1. FC Köln hütete zwischen den Jahren 1987 und 1994 erfolgreich das Tor der Nationalelf. Nach der EM 1988 übernahm er Eike Immels Position als Stammhüter, als der zeitlebens unstete Immel wegen Streitigkeiten mit dem Teamchef Beckenbauer der Nationalmannschaft den Rücken kehrte.

Im Alter von 23 Jahren wurde Illgner schließlich das deutsche Tor in der WM 1990 vertraut – eine Aufgabe, die der Kölner mit Bravour absolvierte. Denn trotz seines jungen Alters galt er als kühler Kopf, der stets in der Lage war, in brenzligen Situationen richtig zu reagieren. Legendär ist das Elfmeterschießen im Halbfinale gegen England, bei der Illgner den Schuss von Stuart Pearce aufhielt. Nachdem auch Chris Waddle verschoss, war der Weg ins Finale gegen Argentinien für Deutschland frei. In Rom siegte die Nationalelf mit 1:0, womit Illgner zum jüngsten Torwart mit einem Weltmeistertitel gekürt wurde.

Seit einigen Jahren spielen nur wenige Stammspieler des 1. FC Köln in der Nationalmannschaft. Populärstes Beispiel ist Kölns Liebling Lukas Podolski, der entgegen seiner unsteten Vereinskarriere in der Nationalmannschaft immer Top-Leistungen gebracht hat. Doch ältere Fans wissen, dass der Kölner Verein in der Vergangenheit Spitzensportler großzog, die wesentlich zum Erfolg des Nationalteams beitrugen. Illgner im Tor, Littbarski und Overath im Mittelfeld sowie der Linksaußenspieler Schäfer sind nicht die einzigen erwähnenswerten Namen, die den Weg zum Pokal mit großartigem Fußball geebnet haben. Im aktuellen EM-Kader befindet sich leider kein Kölner Spieler. Doch der Fußballnachwuchs aus Köln lässt in der Zukunft auf mehr hoffen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: News Factory, Archivbild/Pixabay

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