NS-DOK: „Uns verschleppten sie nach Köln…“

NS-DOK: „Uns verschleppten sie nach Köln…“

NS-DOK legt Band über Besuchsprogramm von Zwangsarbeitern vor

Ein Jahr nach der Beendigung des Besuchsprogramms für ehemalige Zwangsarbeiterinnen und -arbeiter legt das NS-Dokumentationszentrum mit dem 19. Band seiner Schriftreihe ein authentisches und einzigartiges Bild dieses Kapitels der Geschichte im nationalsozialistischen Köln vor. Das Programm startete 1989, zwischen 1990 und 2014 hat das NS-DOK es in Zusammenarbeit mit der Projektgruppe Messelager organisiert. In den 25 Jahren gab es 36 Reisen nach Köln mit über 500 Gästen. Angelika Lehndorff-Felsko begleitete die Besuchsprogramme über viele Jahre und stellte aus der Fülle der Interviews und Materialien eine eindrucksvolle Dokumentation zusammen. In Köln gab es in den Kriegsjahren rund 100.000 ausländische Arbeitskräfte, Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge, die Zwangsarbeit leisten mussten. Sie arbeiteten in der Industrie, im Gewerbe, in der Landwirtschaft und in Privathaushalten. Die Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter unterlagen einem rassistischen Sonderrecht, in dem Polen und Sowjetbürger auf der untersten Stufe standen. Die Gestapo überwachte diesen so genannten Arbeitseinsatz. Bei einem Sabotageverdacht, bei Fluchtversuchen und bei Verstößen gegen das Kontaktverbot mit deutschen Frauen wurden die Zwangsarbeiter schwer bestraft.

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Die Publikation leistet zu allererst einen wichtigen Beitrag zur Erforschung des Themas Zwangsarbeit im nationalsozialistischen Köln. Detailliert berichten die ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter von ihrer Verschleppung, den einfachen Barackenlagern, der schlechten Versorgung, den alltäglichen Einschränkungen ihrer Bewegungsfreiheit und von den schweren Arbeitsbedingungen. Darüber hinaus dokumentiert die Publikation auch das Besuchsprogramm der Stadt Köln in einmaliger Weise, mit Gruppenfotos aller Gäste und einem Register, das alle Teilnehmer mit Kurzinformationen aufführt. Das NS-DOK präsentiert den 19. Band der Schriftenreihe erstmals am 10. März 2015 um 19 Uhr im EL-DE-Haus. Angelika Lehndorff-Felsko liest aus den Interviews, erzählt von bewegenden Lebensgeschichten und von ihren Erfahrungen während der Besuchsprogramme.

 

Angelika Lehndorff-Felsko „Uns verschleppten sie nach Köln…“ – Auszüge aus 500 Interviews von ehemaligen Zwangsarbeitern. Schriftenreihe des NS- Dokumentationszentrums der Stadt Köln, Band 19, gebunden, Emons Verlag Köln 2015. ISBN 978-3-95451-367-3, 544 Seiten, Preis [D] 39,95 Euro.

 

Quelle: Stadt Köln, Archivbild

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