Otto Baums “Stehendes Mädchen” kommt nach Köln

Otto Baums “Stehendes Mädchen” kommt nach Köln

Neues Highlight für die Ausstellung im Römisch-Germanischen Museum

Fast 30.000 Besucher haben bisher die Doppelausstellung „Der Berliner Skulpturenfund. ‚Entartete Kunst‘ im Bombenschutt“ und „Archäologie der Moderne in Köln“ (noch bis 26. April 2015) im Römisch-Germanischen Museum der Stadt Köln (RGM) gesehen. Nun kommt zur Berliner Schau eine wichtige Skulptur hinzu: Otto Baums „Stehendes Mädchen“ ergänzt ab 4. März 2015 Karl Knappes „Hagar“, Marga Molls „Tänzerin“, Edwin Scharffs „Anni Mewes“, Karl Ehlers „Frau mit Taube“ und weiteren elf Skulpturen der Moderne. Otto Baum (1900-1977) hatte an der Württembergischen Akademie der Bildenden Künste und an der Kunstakademie Stuttgart studiert. In den späten 1920er Jahren entwickelte er eine Vielfalt an künstlerischen Ausdrucksweisen, vernichtete aber zahlreiche Frühwerke selbst, teils aus künstlerischen Erwägungen, teils aus Vorsicht. Sein „Stehendes Mädchen“, das er 1929 in einer patinierten Gipsfassung für eine von der Zeitschrift „Das Kunstblatt“ ausgelobte Ausstellung in der Berliner Nationalgalerie einreichte, wurde von Kritikern teils enthusiastisch gelobt, teils heftig kritisiert. Die in Bronze gegossene Figur war sechs Jahre lang in Berlin zu sehen, 1937 wurde sie für die Ausstellung „Entartete Kunst“ in München beschlagnahmt. Danach blieb ihr Verbleib im Dunkeln, bis sie 2010 bei den Ausgrabungen vor dem Roten Rathaus in Berlin ans Tageslicht kam.

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Die abstrahierenden Figuren Otto Baums, inzwischen Professor am Weißenhof in Stuttgart, waren auch nach dem Krieg nicht überall beliebt. Die größte internationale Anerkennung erfuhr der Künstler 1957 mit der Muschelkalkskulptur „Wandlung“ im MOMA in New York. Da Baum kunstbetriebskritisch verfügt hatte, seine Bildwerke sollten nach seinem Tod zehn Jahre lang nicht zu sehen sein, geriet er zeitweise in Vergessenheit – die Berlin-Kölner Ausstellung trägt zu einer Würdigung auch dieses vielseitigen Künstlers bei. Die Staatlichen Museen zu Berlin, Museum für Vor- und Frühgeschichte, haben die Ausstellung „Der Berliner Skulpturenfund. ‚Entartete Kunst‘ im Bombenschutt“ im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zusammengestellt. Das Römisch-Germanische Museum, Roncalliplatz 4, hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, am 1. Donnerstag im Monat von 10 bis 22 Uhr geöffnet. Der Kombieintritt für die Doppelausstellung und die Kabinettsausstellung „Göbekli Tepe – Ein frühneolithisches Bergheiligtum in der Südosttürkei“ kostet 9 Euro, ermäßigt 5 Euro.

 

Text – und Bildquelle: Stadt Köln

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