RJM baut Fotografische Sammlung weiter aus

RJM baut Fotografische Sammlung weiter aus

Rund 100.000 Objekte von der Frühzeit im 19. Jahrhundert bis in die 1980er Jahre

Das Rautenstrauch-Joest-Museum (RJM) baut seine Fotografische Sammlung deutlich aus und erweitert sie um zeitgenössische Werke. Fotografien sollen zudem stärker in Sonderausstellungen integriert werden. Den Auftakt macht die Serie „Rochers Carrés“ des bekannten französischen Künstlers Kader Attia. „Zeitgenössische Fotografinnen und Fotografen liefern wichtige Kommentare zu den derzeitigen Debatten um das koloniale Erbe Europas. Diese Perspektiven möchten wir in unsere Sammlung integrieren und im Kontext unserer Ausstellungen noch stärker sichtbar machen“, erläutert RJM-Direktorin Nanette Snoep. Die Serie „Rochers Carrés“ (2009) von Kader Attia ist seit März als Dauerleihgabe der Peter und Irene Ludwig Stiftung im RJM. Die Werke Attias behandeln universelle Fragen von Migration, Abgrenzung und Verflechtung. Themen, die das RJM auch in kommenden Ausstellungen beschäftigen werden. Bereits in der nächsten großen Sonderausstellung „RESIST! Die Kunst des Widerstands“ werden Fotografien eine große Rolle spielen. Doch geplant sind zahlreiche weitere Projekte, um Bilder und deren herausragende Bedeutung in einer globalisierten Welt in den Fokus zu rücken. Konzipiert wird derzeit die neue Ausstellungsreihe „Gegenbilder | Counter Images“, die ab 2021 als „Labor“ für die inhaltliche Überarbeitung der Dauerausstellung dient und in der kulturelle Stereotype durch das Medium Fotografie dekonstruiert werden sollen.

Hinzu kommen weitere Projekte wie die Zusammenarbeit mit der Fotografin Sara-Lena Maierhofer, deren Werke Teil der Ausstellung „Die Schatten der Dinge“ sein werden. Als „Artist in Residence“ setzt sich die Künstlerin Yasmine Eid-Sabbagh in Kooperation mit der Internationalen Photoszene Köln mit dem Historischen Fotoarchiv des Hauses auseinander. Bereits seit einigen Jahren treibt das Haus die „Aktivierung“ seiner Fotosammlung voran. 2017 hatte das RJM seine gesamten Fotobestände digitalisiert und arbeitet nun daran, sie auch online zugänglich zu machen. „Die Digitalisierung ist eminent wichtig für die Zusammenarbeit mit so genannten Herkunftsgesellschaften, zum Beispiel den Nachfahren von Abgebildeten“, unterstreicht Lucia Halder, Kuratorin der Fotografischen Sammlung. „Die Bilder sollen zirkulieren und genutzt werden und nicht in einem Museumsdepot vor sich hin schlummern.“

RJM-Direktorin Nanette Snoep will mit der Aufwertung der Fotografischen Sammlung auch die Bedeutung Kölns als Fotografie-Standort unterstreichen. „Als Gastgeber der weltgrößten Fotofachmesse photokina und von Deutschlands ältestem Fotofestival ist Köln seit jeher eine bedeutende Fotostadt“, sagt Snoep. Die umfangreiche Fotografische Sammlung des RJM umfasst rund 100.000 Objekte von der Frühzeit der Fotografie im 19. Jahrhundert bis in die 1980er Jahre. Das Haus war ein Pionier unter den ethnologischen Museen, als es bereits Mitte der 1980er Jahre begann Fotografie als Sammlungsgut, gleichwertig mit anderen Künsten, zu begreifen. Wegweisend für den deutschsprachigen Raum war die Ausstellung „Der Geraubte Schatten“ (1990).

Fotografie-Projekte am RJM:

Artist Meets Archive #2: Das RJM ist bereits zum zweiten Mal Partner von Artist Meets Archive
Zu Gast ist die Künstlerin Yasmine Eid-Sabbagh, Mai 2020 | 21. bis 30. Mai 2021.

Beyond III: [post]koloniale Gegenwart: Wie setzen sich zeitgenössische Fotografinnen und Fotografen aus Afrika und Europa mit einer gemeinsamen Geschichte, aber ganz unterschiedlichen Erinnerungen und Perspektiven daran, auseinander? Welche Bilder herrschen jeweils über den/die Anderen vor? Und was können sie voneinander lernen? Magazin Release: Mai 2020. Das RJM und Beyond laden zu einem gemeinsamen Dialogforum ein
Laufzeit: 21. bis 30. Mai 2021.

Die Schatten der Dinge: Die Ausstellung widmet sich den vergessenen, verdrängten und verflochtenen Geschichten von Objekten in Ethnologischen Sammlungen. Sonderausstellung mit Fotografien von Sara-Lena Maierhofer
Laufzeit: 11. September bis 6. Dezember 2020.

Gegenbilder | Counter Images: Intervention in der Dauerausstellung des RJM als Auftakt zu einer Ausstellungsreihe, mit der kulturelle Stereotype durch das Medium Fotografie dekonstruiert werden sollen. Der erste Ausstellungsbaustein #1 Prolog ist als Auftakt zu einer mehrjährigen Reihe einzelner, thematisch dynamischer Ausstellungen und Interventionen gedacht, deren Ergebnisse langfristig in der Dauerausstellung des RJM implementiert werden.

Ab März 2021: Hans Helfritz auf Rapa Nui: Publikation von Fotografien des Reiseschriftstellers und Fotografen Hans Helfritz, erscheint 2020.„STORYTELLING: Nordjapans Ainu – der lange Weg zur Anerkennung“: Die Ausstellung versammelt Objekte der Ainu-Gruppen Nordjapans aus dem späten 19. Jahrhunderts und wird ergänzt durch Fotografien von Bronisław Piłsudski.

 

 

 

 

 

Text – und Bildquelle: Stadt Köln

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