„Ich will nur Filme machen, die es unbedingt geben muss“, sagt Sebastian Koch. Sieht ganz so aus, als wäre das dem 56-Jährigen bei seiner zweiten Zusammenarbeit mit Oscar-Gewinner Florian Henckel von Donnersmarck erneut gelungen. „Werk ohne Autor“, der heute ins Kino kommt und als deutscher Beitrag ins Oscar-Rennen geht, ist von frühen Lebenserfahrungen des Malers Gerhard Richter inspiriert. Koch spielt Prof. Carl Seeband, der an Richters ersten Schwiegervater angelehnt ist, einen SS-Obersturmbannführer, der verantwortlich für Zwangssterilisationen war. „Beim Lernen seiner Sprache, die wie mit einem Skalpell gedankliche Linien zieht, wurde ich manchmal fast verrückt“, sagt Koch, für den die Schauspielerei seine Chance gewesen sei, aus der engen Vorortwelt auszubrechen. „Die Bühne war eine Art Befreiung für mich.“

Was er nicht kennt, ist Neid.

Mit Henckel von Donnersmarck ist er heute befreundet: „Es gibt zwischen uns eine künstlerische Verwandtschaft“, erzählt er. Eine Verbundenheit, über die er sich freut. „Das ist etwas Seltenes“, sagt er. „Ich kenne auch die Konkurrenz und die Einsamkeit innerhalb eines Ensembles.“ Was er nicht kennt, ist Neid. „Das, was ich mache, kann ich nicht anders machen. Dadurch schneide ich dem Neid die Luft ab“, erzählt er. Dafür macht sich der Mann, der für seine Rolle in dem oscarprämierten Film „Das Leben der anderen“ als „Bester Europäischer Schauspieler“ ausgezeichnet wurde, immer noch Druck: „Bis die Kamera läuft, bin ich wahnsinnig nervös. Es gibt für mich, trotz aller Erfahrung, immer noch keine Routine.“

Und es gibt noch etwas, woran alle Erfahrung nichts ändert: Nacktszenen. „Das ist immer ein bisschen g’schamig und bleibt ein wenig absurd“, sagt er, aber das sei Arbeit und nicht so erotisch, wie sich das viele vorstellten. Humor helfe – aber wenn die Kamera dann läuft, hilft nur noch eins: „Ich atme zweimal durch, zeig mich, wie ich bin, und drehe.“

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: EMOTION, Bildrechte: Walt Disney Studios Motion PicturesGermany