Snowden-Begleiterin Sarah Harrison: „Ich bereue nichts. Und ich liebe einen guten Fight“

Wikileaks-Mitarbeiterin Sarah Harrison, die Edward Snowden auf seiner Flucht von Hongkong nach Moskau begleitete, würde dem NSA-Whistleblower immer wieder helfen: „Ich bereue nichts. Und ich liebe einen guten Fight.“, sagt sie in einem Interview. Die 31-jährige Britin erzählt von der dramatischen Flucht, von den Tagen im Transit, vom Verlust der Heimat und von Angst und Mut. Harrison lotste Snowden von Hongkong aus nach Moskau. Das ursprüngliche Ziel war Lateinamerika. „Wir haben ziemlich getüftelt. Wir wollten nicht über ein westeuropäisches Land fliegen, und ein Umsteigen in den USA, was für die Mehrheit der Verbindungen nötig gewesen wäre, war natürlich auch keine Option.“, sagt Harrison. „Und dann war die Entscheidung auch abhängig von den möglichen Fluggesellschaften – wem gehört das Flugzeug, mit dem wir fliegen, wer hat möglicherweise die Macht, eine Abweichung der Route zu erzwingen.“

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In ihr eigenes Land kann Harrison derzeit nicht zurück: „Unsere Anwälte haben davon abgeraten.“ Die britischen Terrorgesetze seien sehr weit gefasst. „Wenn sie mich zum Beispiel an einem britischen Flughafen oder einem Seehafen festsetzen, gilt noch mal anderes Recht. Ich habe nicht die Möglichkeit zu schweigen, schon das gilt als Verbrechen.“, so Harrison. Die Britin gilt als enge Vertraute von Wikileaks-Gründer Julian Assange. Sie ist der Link zwischen den beiden berühmtesten digitalen Dissidenten der Welt. Harrison: „Eigentlich kann ich gleich mit einer Zielscheibe auf dem Kopf herumlaufen.“

 

Quelle: Gruner+Jahr, stern, Bildquelle: Stern

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