Der singende Biergarten und die Sommerfilmnacht im Fort X Neusser Wall 33, 50670 Köln – Open Air und Eintritt frei

 

Noch bis Sonntag, 24.07., öffnet das Fort X am Neusser Wall erneut seine Tore und lädt zur Kultveranstaltung „Singender Biergarten“ ein. Der Biergarten ist jeweils ab 18.00 Uhr geöffnet.

 

Von Pop über Protestsongs, Musical und Filmhits bis hin zu Trinkliedern und kölschem Liedgut ist wieder alles dabei, was das musikalische Herz begehrt. Jeden Abend wechseln die Themen und auch die Musiker. Der Singende Biergarten ist als partizipatives Angebot konzipiert und bringt Menschen zusammen, die Spaß am Singen haben. Solosänger erhalten in der 2. Halbzeit des Abends Gelegenheit, die Bühne für sich und auch ein Fässchen Früh-Kölsch zu erobern. Das Publikum stimmt mit seinem Applaus am Ende der Veranstaltung über den / die Gewinner/in des Abends ab.

 

Freitag, 22.7.2016, 21.30 h: Sommerfilmnacht – „Das Eigene und das Fremde“

 

Die Sommerfilmnächte sind zurück! Wie gewohnt wird ein unterhaltsames, genre- und gattungsübergreifendes Programm mit künstlerischen Kurzfilmen, Werbeclips und Musikvideos gezeigt – diesmal zum aktuellen Thema Das Eigene und das Fremde. Dabei wird sich an Karl Valentin gehalten, der in Die Fremden (1940) treffend formulierte: „Fremd ist der Fremde nur in der Fremde“. Denn das Fremde wird nur in der Abgrenzung zu seinem Gegensatz, dem Eigenen wahrgenommen. Was empfinden wir als fremd und was ist uns eigen? Gibt es eindeutige Grenzen? Wo begegnet uns oder anderen das Fremde in der eigenen Lebenswelt? Eignen wir uns nicht ständig Neues, Unbekanntes und vormals Fremdes an?

 

Zwischen Willkommenskultur und Grenzschließungen wird mitunter heftig darüber diskutiert, wie wir mit „dem Fremden“ umgehen sollen. Dabei spielt immer auch eine Rolle, wie wir uns selbst definieren und positionieren. Das Fremde lässt sich nur in Abgrenzung zu und in Wechselwirkung mit seinem Gegensatz, dem Eigenen bestimmen.

 

Das Programm legt den Fokus nicht allein auf das Thema Migration und die derzeitige politische Lage, sondern bezieht Aspekte von Identität, persönlicher Entwicklung, sozialem Status, Geschlechterzuschreibungen, Intimität oder des Dialogs der Generationen mit ein. Programmzusammenstellung: Dominik Bühler & Birgit Hauska

 

Die Filme des Programms (alphabetische Sortierung):

 

AlieNation (Regie: Laura Lehmus, Deutschland 2014, 6 Min.) Interviews mit Jugendlichen dienen als Basis für wunderbare Animationen ihrer innerlichen und äußerlichen Befindlichkeiten. Eine rasend komische und dennoch einfühlsame Beobachtung der pubertären Alltagswelt und individueller Eigenheiten.

Along the G-Line (Regie: Marianna Cristofides, Deutschland 2010, 2 Min.) Ein Junge schlägt Radwenden entlang der Green Line, der Grenzlinie durch Zyperns Hauptstadt Nikosia, bis einem schwindelig wird. Der wortlose Kunstfilm erinnert mit seiner bemerkenswerten Tonspur an ein Musikvideo und ist ein wunderbares Zusammenspiel von Bild und Ton.

Armut kennt viele Geschichten (Regie: Isabel Prahl, Deutschland 2009, 1 Min.) Kindliche Phantasie vermag es, sich zeitweise über Realitäten hinwegzusetzen. Doch schönreden lässt es sich nicht. Was wir besitzen und was wir uns leisten können, bestimmt, wer wir sind.

Clumsy Little Acts Of Tenderness (Regie: Miia Tervo, Finnland 2015, 8 Min.) Unbeholfene kleine Gesten der Zärtlichkeit bis zur Peinlichkeit kennzeichnen die hier erzählte Tochter-Vater-Beziehung. Der Kurzfilm über den Umgang mit dem anderen Geschlecht und der anderen Generation in der eigenen Familie überzeugt dank Überzeichnung, Humor und Charme.

First Kiss (Regie: Tatia Pilieva, USA 2014, 3 Min.) – angefragt Eine simple Konstellation: 20 einander fremde Menschen wurden gefragt, sich zu küssen und wir sehen das Resultat. Als Werbung für eine Modemarke produziert und verbreitet, wurde das Video zum weltweiten viralen Hit. Doch auch wenn die Küssenden zum Teil Schauspieler/innen oder Models sind und die Authentizität der Begegnungen fraglich ist, bleibt das Ganze ein gelungener Film über Intimität.

Gregors größte Erfindung (Regie: Johannes Kiefer, Deutschland 2001, 11 Min.) Das Eigene und das Fremde liegen manchmal ganz nah beieinander. Zum Eigenen gehört auch, sich gegen den gesellschaftlichen Mainstream durchzusetzen und abzugrenzen, auch wenn der Ratschlag und Druck von guten Freundinnen kommt…

Hiyab – Das Kopftuch (Regie: Xavi Sala, Spanien 2005, 8 Min.) Zur „Kopftuchdebatte“ scheint jeder eine Meinung zu haben. Dabei offenbart sich nicht selten eine Doppelmoral, die den einzelnen Menschen außer Acht lässt. Der Kurzfilm hinterfragt die Einschränkung von freier Individualität unter dem Denkmantel der Freiheit und ist ein beißendes Plädoyer für Offenheit.

Ich hab die Schnauze voll von Rosa (Suli Puschban) (Regie: Sarah Clara Weber & Mathieu Seiler, Deutschland 2014, 3 Min.) Suli Puschban wehrt sich mit ihrem Lied gegen altbackene Geschlechterzuschreibungen und fordert dazu auf, eigene Identitäten zu entwickeln. Im dazugehörigen Video skandieren Kinder ihre Zeilen und machen fröhlich was sie wollen.

Krokodile ohne Sattel (Regie: Britta Wandaogo, Deutschland 2012, 15 Min.) Von der frühen Kindheit bis zur Pubertät und doch ohne einer Chronologie zu folgen begleitet die intime Kamera von Britta Wandaogo ihre Tochter Kaddi beim Entwickeln ihrer Identität. „Ich bin Deutsche. […] Ich komme aus Afrika. Ich bin Afrikanerin.“ sagt Kaddi in diesem sehr persönlichen dokumentarischen Film-Essay. Sie hat das große Glück, sie selbst zu sein – ein ganz eigener Mensch, der mit seiner Fremdheit oder Andersartigkeit verzaubert.

Look Beyond Borders (Regie: Bartosz Dombrowski, Polen / Deutschland 2016, 5 Min.) Die Augen sind der Spiegel der Seele. Amnesty International greift diese Weisheit in einem sozialen Experiment auf und lässt Fremde einander vier Minuten lang in die Augen schauen. Eine berührende Werbung für Offenheit gegenüber „Fremden“.

Mail from Heidegger (Get Well Soon) (Regie: Sebastian Teitge & Philipp Käßbohrer, Deutschland 2014, 4 Min.) Wir werden in die Welt geworfen und was uns eigen ist, ist anderen mitunter fremd. Das Musikvideo beobachtet zärtlich die Arbeit eines Menschen an sich selbst, um sich zu zeigen, wie er ist oder wie er sein möchte.

New Friends (Regie: David Shrigley, Großbritannien 2006, 1 Min.) Der britische Künstler David Shrigley steht für Ironie, vorgebliche Naivität, die an Kinderzeichnungen und Cartoons erinnert, gepaart mit einer verblüffenden Stringenz, Dinge auf den Punkt zu bringen. Wir präsentieren einen kurzen Film, bei dem einem das Lachen im Halse stecken bleibt…

SOS (Portishead) (Großbritannien 2016, 3 Min.) – angefragt Portishead adaptieren SOS von ABBA und geben dem Lied die Tiefe, die es verdient. Mit dem hochkonzentrierten Video transformieren sie es in einen unmissverständlichen Kommentar zum aktuellen politischen Klima.

Was ist normal? (Regie: Tessa Knapp, Musik: Kurt Fuhrmann, Deutschland 2015 9 Min.) Schülerinnen und Schüler aus Köln-Kalk fragen, berichten und singen über ihre jeweiligen Heimatländer und das neue Zuhause Deutschland. Der Film ist das Ergebnis eines pädagogischen Projektes der Kölner Medienkünstlerin Tessa Knapp und des Musikers Kurt Fuhrmann und hat in der Sommerfilmnacht seine öffentliche Premiere.

Wer sind diese Deutschen? – Zukar 01 (Regie: Firas Alshater & Jan Heilig, Deutschland 2016, 3 Min.) Der 25jährige, syrische Geflüchtete Firas Alshater zeigt sein erstes Zuckerstückchen Er hat mit „Zukar“ einen YouTube-Kanal mit einer einzigartigen Position in der Flüchtlingsdebatte. Das Video hatte im Juli 2016 bereits mehr als 720.000 Aufrufe. Lustig, tiefgründig, aktuell oder um es mit Firas` Worten zu sagen: Statt Hass gebe ich Euch ZUKAR!

 

www.sk-kultur.de/medienkunst

 

Samstag, 23.7.2016 19.00 h: Der Singende Biergarten – Trinklieder mit Michael Kokott und seinem Männerchor „Frisch vom Bass“

Der Jugendchor Sankt Stephan ist einer der bekanntesten deutschen Jugendchöre. Jetzt aber kommt sein Chorleiter Michael Kokott mit einem Männerchor und Begleitband auf die Bühne des Fort X. Natürlich liegen die Stimmen an diesem Abend tiefer und warum es so viele Trinklieder gibt, wird Frau Knüppel von der Raststätte Remscheid mit Sicherheit erzählen können. Nicht nur für den Junggesellenabschied ist es ratsam, sein Repertoire zu vergrößern. Interessant ist doch immer, welche Lieder sich in der Gruppe richtig schön singen lassen. Ob „Alle Jläser huh“, „Trink, trink, Brüderlein trink“ oder „Griechischer Wein“.

 

Samstag, 23.7.2016, 21.30 h: Sommerfilmnacht „Das Eigene und das Fremde“

 

Sonntag, 24.7.2016 19.00 h: Der Singende Biergarten – „ Däm WOLFGANG ANTON sing FAMILICH: ALLES DRIHT SICH ÖM LIEBE“

Wolfang Anton aus der Kölner Südstadt ist Mitbegründer von „De Familich“ und einer der Pioniere der kölschen „Mitsing-Konzerte“, von denen er bereits rund 2.500 veranstaltet hat. Über 300 Lieder in kölscher Sprache hat Wolfang Anton bisher komponiert und getextet, u. a. für die Höhner, die Black Fööss und Kasalla. Gegründet auf künstlerischer Eigenständigkeit und Ausdauer hat sich „De Familich“ einen Platz in den Herzen von Jung und Alt erspielt. Endlich auf der Bühne des Singenden Biergartens angekommen, spielt Wolfgang Anton (Bass, Gitarre, Ukulele) gemeinsam mit Christian Heumann (E-Bass, Gitarre, Banjo) und Ander Rodrigo (Schlagzeug) unter anderem Medleys von Hans Knipp, den Bläck Fööss und zahlreiche eigene Kompositionen zum Mitsingen.

www.de-familich.de

 

Seit 1992 veranstalten die Stadt Köln, vertreten durch die Stabsstelle Events und das Kulturamt gemeinsam mit der SK Stiftung Kultur dieses einmalige Kulturangebot während der Sommerferien. Über mehr als zwei Wochen lang kann man ein abwechslungsreiches und spannendes Programm für die ganze Familie erleben – und das Open Air und bei freiem Eintritt. Weitere Informationen unter www.sommer.koeln.

 

Quelle: Stadt Köln, Bildrechte: KNJ/Martina Uckermann