Summerbreeze @ 30works

Wind kommt auf, eine frische Brise weht durch die sommerliche Stadt. Eine plötzliche Luftströmung verspricht Erfrischung. „Summerbreeze“ @ 30works – unter diesem Titel versammelt die Kölner Galerie Werke von Künstlern, die erfrischen wollen. Pop Art, Konzeptkunst, Minimalistisches, Surrealistisches, Fotoobjekte – es gibt in dieser Ausstellung viel Unterschiedliches zu sehen. Gemeinsamkeiten gibt es dennoch auch: Originelle, erfrischende Blicke.

Summerbreeze @ 30works!

Das Werk des 1984 in München geborenen Künstlers Fabian Gatermann durchbricht immer wieder die Grenze zwischen Kunst und Design. Die Einflüsse für seine Werke sind vielfältig: Pop Art, Suprematismus und Konkrete Kunst haben Spuren hinterlassen. „Meine Arbeiten machen einen Zwischenraum zwischen Kunst und Design auf.“, sagt Gatermann – und arbeitet mit Alltagsmaterialien, wie bei seinen Wimmel-Bildern aus Briefmarken, die er als eine Kartographie des gesellschaftlichen Zusammenlebens versteht: „Die vielen Marken auf dem engen Feld führen zu der Frage, was eine maximale Aneinanderreihung von Individualitätsansprüchen und Verwirklichungen nebeneinander bedeutet.“ Seine neue Serie „Wounded Bodies“, die mit Hilfe von kinesiologischen Tapes gefertigt werden, können sowohl als Allegorie des menschlichen Körpers verstanden werden, als auch als beißender Kommentar auf das Kunstsystem: Als eine Art „Paradoxon des wirksamen Placebos“. Agii Gosses Werk ist ebenfalls deutlich konzeptuell geprägt. Sie ist in ihrer Arbeit spürbar mit Joseph Beuys verbunden. Beuys hat das Feld vorbereitet, auf dem Gosse in ihrer Kunst arbeitet – als Einzelkünstlerin, aber auch als Mitglied verschiedener Künstlergruppen und als Kuratorin. In der aktuellen Ausstellung bei 30works zeigt sie Tafelarbeiten und Objekte, die sie mit Nagellack gefertigt hat. Agii Gosse: „In diesen Arbeiten vereine ich den erweiterten Kunstbegriff von Beuys mit einem feministischen Ansatz und der Pop Art.“

_______________________________________________________________________________

Der Bremer Künstler Martin Koroscha malt Landschaftsräume und Architekturen im Panoramaformat: „Baukastenlandschaften“, in denen Zeit, Raum und Schwerkraft ihre Bedeutung verlieren. Um Klarheit und Einfachheit geht es ihm. Nicht Idyllen will er zeigen, nicht naturalistische Darstellungen fertigen. Keine seiner Landschaften hat ein direktes Vorbild in der Wirklichkeit. So fehlen stets auch direkte Lichtquellen in seinen Bildern. Es gibt keine Schlagschatten, stattdessen: Surreale Helligkeit – mit einem Faible für die Pop Art. Seine Acryl-Malereien kommen ganz ohne Menschen aus – sie sind menschenleer. Sie sind assoziativ und traumverloren. Surreale Bildlandschaften auf malerisch höchstem Niveau, die aber – wie man meinen könnte – ganz ohne digitale Vorlagen entstehen. Koroscha geht es darum, Bilder zu schaffen, die frei von Individualität sind. Stattdessen bieten sie jede Menge Raum für den Betrachter.

_______________________________________________________________________________

Volker Laue verbindet in seinem zumeist großformatigen Werk Acrylmalerei und Siebdruck – es entstehen aber auch kleine Objekt-Multiples. Es ist die Pop Art, die ihn entscheidend geprägt hat, die Alltagskultur, die Konsumwelt und die Werbung. Immer wieder fließen auch Zitate der Kunstgeschichte, Motive alter Meister etwa, in sein Werk ein. Das Ergebnis: Wunderbare Momentaufnahmen. „Short Cuts“ unserer Zeit. Neuerdings bearbeitet der Künstler auch Deko-Stoff im großen Format – und beschäftigt sich mit Verfremdungen von Großfotos.

_______________________________________________________________________________

Marc Peschkes Serie „The Cubes – Liquidacion Total“ entsteht seit 2012 aus Foto-Fundstücken, die er bei Streifzügen durch urbane Räume in der ganzen Welt gemacht hat. Der Fotokünstler schafft hier sechseckige, würfelförmige Diasec-Objekte, die Relikte vergangener Designepochen wie Türdrücker, alte Schriften oder Plakate-Wände zeigen. Der Betrachter wird zum Zeugen eines inhaltlich komplexen Spiels. Immer geht es hier um „Auflösung der Wirklichkeit“, wie die Kunsthistorikerin Hanneke Heinemann geschrieben hat: „Marc Peschke versteht es, viele Elemente mit seiner eigenen Bildsprache zu verbinden, in der Logos, Wortfetzen und aus dem Zusammenhang gerückte Botschaften Rätsel aufgeben.“

 

Summerbreeze @ 30works

Ausstellung: 09.07.2014 bis 16.08.2014

Öffnungszeiten: Mi – Fr 15-19 Uhr, Sa 12-16 Uhr

30works Galerie

Antwerpener Str. 42

50672 Köln

0221/5700250

www.30works.de

 

Text- und Bildquelle: 30works Galerie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sie erklären sich mit der Speicherung und Veröffentlichung der eingegebenen Daten bis zur vollständigen Löschung des Kommentars einverstanden. Der verfasste Kommentar erscheint nicht sofort, sondern erst nach Prüfung und Freigabe durch einen Administrator. Die Einwilligung kann jederzeit z. B. formlos per E-Mail widerrufen werden. Kontakt & Details siehe Datenschutzerklärung

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmst du dem zu. Datenschutzerklärung