Tod im Rheinland – Eine bunte Knochenlese von und mit Rainer Pause und Martin Stankowski

Den Anstoß zu diesem ungewöhnlichen Projekt gab im Jahre 1994 ein Bestatter, der sich für sein Bestattungshaus einen Beitrag über den Umgang mit dem Tod wünschte. Herausgekommen ist ein grandioses Kabarett- & Bildungsprogramm über 2000 Jahre Geschichte der Bestattungskultur im Rheinland, von den Römern bis heute. Ein historischer Abriss des Kölner Journalisten Martin Stankowski, den Alterspräsident Fritz Litzmann (alias Rainer Pause) nicht unkommentiert lassen kann. Stankowski weiß alles, Litzmann weiß alles besser!

 

Geschichte & Kabarettprogramm

“Tod im Rheinland” ist eine Sitzung des Heimatvereins Rhenania, geleitet von seinem Alterspräsidenten Fritz Litzmann (Rainer Pause), der als Tagesordnungspunkt III unter dem Aspekt der Heimatpflege auch die Grabpflege thematisiert, wozu er einen einschlägigen Experten eingeladen hat, den Rheinlandhistoriker Dr. Martin Stankowski. Dieser referiert in einem historischen Abriss die dargestellte Geschichte aus Totenkult und Sterberitualen, wobei der Alterspräsident mit zahllosen Interventionen, Einwürfen und Zwischenrufen das Motto verifiziert: Der Historiker Stankowski weiß alles, aber Fritz Litzmann weiß alles besser. Das Programm knüpft bewusst an Traditionen des Mittelalters an, als der Friedhof noch Zentrum des Gemeindelebens war, als dort noch Geschäfte gemacht, Recht gesprochen, getanzt und gefeiert wurde, und spannt den Bogen bis nach Mexiko, wo heute noch der Abschied auf dem Friedhof und die jährliche Erinnerung an Allerseelen als großes Fest gefeiert wird. Leben und Tod gehörten in der christlichen Tradition zusammen, erkennbar in den mittelalterlichen Riten und Kulten, bei denen die Heiligen und ihre Verehrung eine herausragende Rolle spielten, gerade als Helfer und Vermittler für Tod und Jenseits, für Himmel, Hölle und Fegefeuer. Das Programm geht weiter bis zur Aufklärung und zu den Franzosen, die vor 200 Jahren eine radikale Zäsur im Rheinland einleiteten. Aber auch Sozialdemokratie und Moderne haben ihre Spuren im Totenkult hinterlassen, einschließlich der Gegenwart, der ja eher die Tendenz zur Verdrängung des Themas Tod und Sterben nachgesagt wird.

 

Friedhof, Kirche, Bestatter

In seiner Mischung aus kulturgeschichtlicher Information und kabarettistischer Intervention leistet das Programm zweierlei: Es informiert und unterhält, es bildet und belustigt. Da es jedoch um den tatsächlichen Umgang mit dem Tod geht, findet es auch nur an den Orten statt, an denen es ganz real auch um den Tod geht, niemals im Theater. “Tod im Rheinland” hatte Premiere in einem Bestattungshaus und ist seitdem in 14 Jahren über 200 mal in Kirchen und Trauerhallen, auf Friedhöfen oder im Krematorium, im Museum für Sepulkralkultur, in einem Bunker, in Steinmetzwerkstätten und Friedhofsgärtnereien, Krankenhauskapellen und Klöstern gezeigt worden. Entsprechend sind auch die Veranstalter: Bestatter und Kirchengemeinden, Hospizgruppen und Initiativen der Anti-Aids-Kampagne, Friedhofsgärtner oder Steinmetze, Sterbebegleiter, Krankenschwestern und Ärzte. Das Programm dient der Beschäftigung mit dem Thema für interessierte Laien ebenso, wie für Menschen, die tagtäglich und professionell mit dem Tod zu tun haben.

 

Tod im Rheinland

Eine bunte Knochenlese

mit Rainer Pause (Kabarettist) & Martin Stankowski (Geschichtenerzähler)

Termine:

07.11.2014 – 20 Uhr

08.11.2014 – 20 Uhr

Melatenfriedhof Köln

Trauerhalle/Eingang Piusstraße

10.11.2014 – 20 Uhr

Lutherkirche Bonn

Reuterstraße 7 – Ecke Jagdweg

Tickets: 23,00 EUR / ermäßigt 19,00 EUR zzgl. VVK-Gebühren unter 0228/212521

 

Text- und Bildquelle/Bildrechte: PANTHEON Theater GmbH

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Sie erklären sich mit der Speicherung und Veröffentlichung der eingegebenen Daten bis zur vollständigen Löschung des Kommentars einverstanden. Der verfasste Kommentar erscheint nicht sofort, sondern erst nach Prüfung und Freigabe durch einen Administrator. Die Einwilligung kann jederzeit z. B. formlos per E-Mail widerrufen werden. Kontakt & Details siehe Datenschutzerklärung