Wohnungslose erhalten Jobchance im Hotel

Stadt, Jobcenter, Dorint Hotel und „Die Brücke e.V.“ stellen gemeinsames Projekt vor

Durch familiäre Schwierigkeiten wurde Maria M. (Name geändert) plötzlich wohnungslos. Jahrelang suchte sie nach einem Ausbildungsplatz. Doch all ihre Bemühungen blieben vergeblich. Denn ohne Wohnung keine Arbeit und ohne Arbeit keine Wohnung. Im April 2014 dann die glückliche Wendung: Die 23-Jährige bezieht mit Hilfe der „ResoDienste“ der Stadt Köln, die Menschen ohne festen Wohnsitz und mit sozialen Schwierigkeiten im Auftrag des Jobcenters betreuen, eine Wohnung und hat wieder eine Perspektive. Sie nimmt eine Tätigkeit im Restaurant Bell‘ Arte des Dorint Hotel an der Messe in Köln-Deutz auf und erhält damit die Chance auf einen Ausbildungsplatz.

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Möglich wurde dies auf Initiative der Obdachlosenhilfe Die Brücke e.V., die in Kooperation mit der Stadt Köln, Jobcenter Köln und Dorint Hotel an der Messe ein Projekt ins Leben rief, das Wohnungslosen die Chance bietet, wieder schrittweise Fuß in Beruf und Gesellschaft zu fassen und ein von Sozialleistungen unabhängiges Leben zu führen. Das erfolgreiche Kooperations-Projekt haben die Beteiligten bei einem Pressegespräch vorgestellt. Die ausgewählten Bewerber arbeiten zunächst im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung im Hotel. Sind die von den ResoDiensten der Stadt Köln ausgewählten und betreuten Personen geeignet, motiviert und zuverlässig, besteht die Aussicht auf ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis im Hotel. Derzeit sind drei ehemals Wohnungslose über das Kooperationsprojekt im Dorint Hotel an der Messe, einem Vier-Sterne-Haus in unmittelbarer Nachbarschaft zur Lanxess Arena, beschäftigt: Im Housekeeping, im Restaurant- und Bankettservice oder in der Haustechnik.

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Maria M. bereitet sich zurzeit auf eine Ausbildung ab August 2015 im Hotel vor. „Wohnraum stellt eine elementare, materielle und soziale Lebensgrundlage dar. Wer keine eigene Wohnung hat, wird sozial ausgegrenzt und in seinen Grundrechten Menschenwürde, Recht auf körperliche Unversehrtheit und freie Entfaltung der Persönlichkeit beeinträchtigt.“, sagte Stephan Santelmann, Leiter des Amtes für Soziales und Senioren der Stadt Köln. Aufgabe des Amtes für Soziales und Senioren ist es, soziale Hilfen anzubieten, um wohnungslosen Menschen eine neue Lebensperspektive aufzeigen zu können und einer Verelendung entgegenzuwirken. „Durch eine solche Kooperation mit einem sozialen Träger und einem Partner in der Kölner Wirtschaft wird für Wohnungslose eine echte Chance geschaffen, ihr Schicksal wieder in die eigenen Hände zu nehmen.“ „Damit diese Männer und Frauen wieder in die Mitte der Gesellschaft rücken können, bedürfen sie oftmals einer langfristigen Unterstützung und Fürsorge.“, sagte Jobcenter- Geschäftsführer Olaf Wagner. Dabei komme es darauf an, dass alle beteiligten Akteure an einem Strang ziehen – die sozialen Institutionen der Stadt, zuständige Behörden, Unternehmen und natürlich die Betroffenen selbst. „Kooperationen helfen, den in Not geratenen Menschen eine neue berufliche Perspektive zu bieten und sie Schritt für Schritt zurück in die Gesellschaft zu integrieren.“

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Die Obdachlosenhilfe Die Brücke e.V., die das Ziel hat, schuldlos in wirtschaftliche Not geratenen Menschen zu helfen, leistet finanzielle Unterstützung für das Projekt. „Wir unterstützen Betroffene dabei, mit eigenem Willen und Einsatz ihre aktuelle Lage zu verlassen, zu verbessern und zu einem eigenständigen Leben mit Wohnung und Arbeitsplatz zurückzukehren.“, sagte Werner Fredebold, Vorsitzender der Obdachlosenhilfe Die Brücke e.V. „Unser Kooperationsmodell mit den Partnern beruht auf Vertrauen und dem gemeinsamen Anliegen Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten.“

 

Quelle: Stadt Köln/Jobcenter Köln, BIldrechte: KNJ (Martina Uckermann)

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