Am 25. Januar 2026 ab 12.40 Uhr versammeln sich die Kölsche Kippa Köpp (KKK) auf dem Jüdischen Friedhof Köln-Bocklemünd, Venloer Strasse 1152, 50829 Köln. Wir gehen um 13.00 vom Eingangstor zum Mahnmal für die 11.000 ermordeten Kölner Jüdinnen und Juden um dort anlässlich des Internationalen Holocaust- Gedenktages den in der NS-Zeit verfolgten und ermordeten jüdischen Karnevalisten zu gedenken. Das Gedenken findet zwei Tage früher statt, weil der Sonntag mehr Mitgliedern die Teilnahme ermöglicht.
Die jährliche Gedenkstunde der KKK setzt bewusst mitten in der Session einen nachdenklichen, stillen Akzent. Es ist eine kurze, intensive Unterbrechung der Session in einer Zeit, in der in Israel die zerbrechliche Hoffnung auf ein Ende des Krieges aufkeimt, den die Hamas am 7. Oktober 2023 begonnen hat, was auch uns Kippa Köpp zuversichtlich stimmt. 2023 fand die Gedenkstunde zum ersten Mal statt, damals am Grab von Emil Jülich, dem Dichter und Komponisten des letztjährigen Sessionsmottos und -liedes „Ov krüzz oder quer“.
Am Zentralen Mahnmal für die Opfer der Shoah werden wir einen Kranz niederlegen, danach sprechen KKK-Präsident Aaron Knappstein und Bettina Levy vom Vorstand der Synagogen-Gemeinde Köln. Von dort gehen wir zur Gedenktafel für die ermordeten jüdischen Karnevalisten. Die Gedenktafel am Grab von Theo Stein wurde 2025 enthüllt. Auch dort legen wir einen Kranz nieder. Volker Scholz-Goldenberg vom Vorstand der Kölsche Kippa Köpp wird sprechen und Alon Sander das El Male Rachamim und das Kaddisch beten.
Schließlich gehen wir zum Grab von Julius Katz, wo die Kippa Köpp ihm 91 Jahre nach seinem Tod „seinen“ Grabstein stiften, auf welchem auch der ermordeten Familie gedacht wird. Wir erfüllen damit nach jüdischer Tradition die Mitzwa des Kavod ha’Met, das Gebot der Ehrung eines Verstorbenen. Aaron Knappstein wird den Grabstein enthüllen, Volker Scholz-Goldenberg über Julius Katz sprechen und Alon Sander das Kaddisch sprechen.
Julius Katz (geboren 20.04.1891, gestorben 25.03.1935) war Kaufmann und Mitglied des jüdischen Karnevalsvereins „Kleiner Kölner Klub
K.K.K.“. Er starb unter mysteriösen Umständen im März 1935. Laut Sterbeurkunde wurde er tot in einem Zugabteil am Kölner
Hauptbahnhof aufgefunden. Seine Witwe konnte vermutlich aus finanziellen Gründen keinen Grabstein aufstellen. Gertrud (Trude) Katz,
geb. Osser, wurde am 30.10.1941 von Köln nach Litzmannstadt deportiert und im Mai 1942 im Vernichtungslager Chelmno ermordet.
Zusammen mit ihrem Sohn Heinz Katz (geb. 1929 in Köln). Die 1920 in Köln geborene Tochter Rose Katz war zunächst nach Frankreich
geflohen, wurde aber im April 1944 vom Sammellager Drancy nach Auschwitz deportiert und dort ermordet. Für Herren ist eine Kopfbeckung Pflicht. Das darf auch ein Krätzchen sein.
Text – und Bildquelle: Kölschen Kippa Köpp
