Die positiven Folgen der Corona-Krise: Mehrheit glaubt, dass die Pandemie Familie und Freunde näherbringt

Die positiven Folgen der Corona-Krise: Mehrheit glaubt, dass die Pandemie Familie und Freunde näherbringt

Eine Mehrheit der Befragten (53%) aus 16 Ländern glaubt, dass sie als Folge des Coronavirus eine engere Beziehung zu ihrer Familie und Freunden aufbauen werden. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage des Markt- und Meinungsforschungsunternehmens Ipsos, die vom 26. bis 30. März durchgeführt wurde.

In Deutschland glauben etwa vier von zehn Bürgern (41%), dass die COVID-19-Pandemie das Verhältnis zu ihren Liebsten stärken wird. In Indien (72%), Vietnam (70%) und China (67%) sind noch deutlich mehr Menschen davon überzeugt, in Japan (19%) und Südkorea (32%) glaubt dagegen nur eine Minderheit an diesen Effekt.

Isolation als Chance, um Wissen zu erweitern
Viele Menschen versuchen zudem, die neu gewonnene Zeit bei sich zu Hause positiv zu nutzen. Mehr als jeder fünfte Deutsche (22%) hält es für wahrscheinlich, dass er sich als Folge der Ausbreitung des Coronavirus neue Fertigkeiten aneignen wird. In allen anderen befragten Ländern sind die Menschen sogar noch deutlich optimistischer, dass sie während der Pandemie neue Kenntnisse und Fähigkeiten erlernen werden (Abb.2), insbesondere in Vietnam (75%), Indien (74%), Mexiko (64%), China (63%) und Brasilien (60%).

Sorge um schwache Mitbürger, weniger um eigene Gesundheit 
Danach gefragt, um was sich die Menschen derzeit die meisten Gedanken machen, rangiert die Sorge um schwache und anfällige Mitbürger in 13 von 16 Ländern auf Platz eins einer Liste mit insgesamt zehn Optionen. In Brasilien (70%), Spanien (66%), Großbritannien (66%), Mexiko (61%), Kanada, Frankreich und Italien (je 60%) ist die Sorge um besonders gefährdete Personen derzeit am größten, Japaner (23%) und Chinesen (30%) machen sich weltweit am seltensten Gedanken um schwache Mitmenschen (Abb.3).

Um die eigene Gesundheit machen sich die Menschen deutlich weniger Gedanken. In Deutschland sorgt sich derzeit nur etwa jeder dritte Bundesbürger (34%) um das eigene Wohlergehen. In Frankreich (33%), Italien (32%), den USA (32%), Australien (31%), Mexiko (28%), China (28%) und Kanada (26%) ist der Anteil derjenigen, die aufgrund des Coronavirus um ihre Gesundheit fürchten, sogar noch geringer.

Dr. Robert Grimm, Leiter der Ipsos Sozial- und Politikforschung, zu den Studienergebnissen: »Menschen sind soziale Wesen. Das Positive an der Coronavirus-Pandemie ist, dass sich viele Menschen wieder auf ihr näheres Umfeld besinnen, wobei primäre soziale Beziehungen eine neue Bedeutung erhalten.«

Methode:
Die Ergebnisse stammen aus einer Ipsos Global Advisor-Studie, die vom 26. bis 30. März 2020 in 16 Ländern unter 13.785 Personen durchgeführt wurde. In Kanada und den USA waren die Befragten zwischen 18 und 74 Jahren alt, in Australien, Brasilien, China, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Mexiko, Russland, Spanien, Südkorea und Vietnam zwischen 16 und 74 Jahren.

Die Stichproben in Australien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Spanien und den USA können als repräsentativ für die allgemeine erwachsene Bevölkerung unter 75 Jahren in diesen Ländern angesehen werden. Die Stichproben in Brasilien, China, Indien, Mexiko, Russland, Südkorea und Vietnam sind urbaner, gebildeter und/oder wohlhabender als die allgemeine Bevölkerung und sollten so betrachtet werden, dass sie die Ansichten der stärker “vernetzten” Bevölkerungsgruppe widerspiegelt.

Die Daten werden so gewichtet, dass die Zusammensetzung der Stichprobe jedes Landes das demographische Profil der erwachsenen Bevölkerung gemäß den jüngsten Volkszählungsdaten am besten widerspiegelt.

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Ipsos, Archivbild

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