Die Journalistin und Moderatorin Dunja Hayali, 42, über Hasskommentare, den Nutzen von Pfefferspray und ihre Kindheit im Ruhrgebiet

 

Zuletzt bekam sie ein Foto von ihr selbst geschickt, mit einem Hakenkreuz auf der Stirn, Einschusslöchern im Gesicht und darüber die Zeile: „Hayali zum Abschuss freigegeben.“ Im Interview spricht die ZDF-Morgenmagazin-Moderatorin Dunja Hayali über ihren Alltag, in dem sie fast jede Woche in E-Mails und sogar auf der Straße bedroht wird.

 

Ihr Engagement für Flüchtlinge polarisiert – ebenso die Art, wie die Journalistin und Moderatorin mit irakischen Wurzeln Anfeindungen umgeht. Im Mai hat sie in einem Hassbrief 54 Rechtschreibfehler korrigiert und ihn auf Facebook veröffentlicht, für Reportagen geht sie regelmäßig auf Hasskommentatoren und Pegida-Demonstranten zu.

 

Im Interview erzählt Hayali unter anderem, dass sie Pfefferspray in der Tasche hat, wenn sie abends Joggen geht. „Ich sehe mich nicht als Opfer, aber ich habe das Recht, mich zu verteidigen, wie jeder andere Mensch auch.“ Zu 90 Prozent werde sie von Männern bedroht, sagt Hayali. „Frauen nehmen verbale Gewalt viel krasser wahr. Aber wie würde sich ein Mann fühlen, der mir wünscht, vergewaltigt zu werden, wenn seine Tochter so angegangen wird, oder sein Sohn oder seine Frau? Oder wenn so etwas wirklich passiert?“ Im Interview spricht Dunja Hayali außerdem über ihre Kindheit in Datteln im Ruhrgebiet, und eigene Vorurteile, die sie nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 bemerkte: „Vorurteile machen das Leben einfacher, ich ertappe mich auch dabei.“

 

 

Quelle: Allegra, Bildrechte: ZDF