„Ein Traum ist wahr geworden“ – Aidshilfe weihte neuen barrierefreien Standort ein

„Ein Traum ist wahr geworden“ – Aidshilfe weihte neuen barrierefreien Standort ein

Mit über 200 geladenen Gästen bestehend aus Politik, Wirtschaft, Mitgliedern, Unterstützer:innen sowie haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter:innen hat die Aidshilfe Köln ihren neuen barrierefreien Standort am Heumarkt offiziell eröffnet. Nach drei Jahren Umbau endete mit der Fertigstellung des neuen Kontakt- und Begegnungscafés in den letzten Tagen das größte Bau- und Umzugsvorhaben des Vereins in seiner über 35-jährigen Geschichte. Mit rund 1,5 Millionen Euro hat sich die Aidshilfe Köln an den Umbaukosten beteiligt. Der Betrag wurde größtenteils aus Stiftungs- und Eigenmitteln finanziert. Neben Reden des Vorstandes der Aidshilfe Köln, Melany Richter (in Vertretung von NRW Gesundheitsminister Laumann) und Bürgermeister Dr. Ralf Heinen tauschten sich Vertreter:innen der Deutschen Aidshilfe, Aidshilfe NRW, Aidshilfe Köln und Dr. Katrin Baumhauer (Gesundheitsamt Köln) mit Klient:innen in einer Gesprächsrunde über die aktuelle Arbeit sowie über die zukünftigen Herausforderungen der Aidshilfe-Arbeit aus. Durch die Veranstaltung führte 1Live-Moderator Benni Bauerdick und für die passende musikalische Begleitung sorgte Marcella Rockefeller.

„Ein Traum ist wahr geworden“ – Mit diesen Worten begrüßte Elfi Scho-Antwerpes, Vorstandsfrau des Vereins, die Anwesenden. Vor sieben Jahren hatte sie im Vorstand gemeinsam mit dem damaligen Geschäftsführer Michael Schuhmacher den langfristigen Veränderungsprozess mit dem Ziel angestoßen, alle Angebote der Aidshilfe Köln an einem barrierefreien Standort zu bündeln. Einen ersten Kontakt hatte Scho-Antwerpes zur GAG Immobilien AG aufgenommen, um vorzufühlen, ob es nicht möglich wäre, dass die Aidshilfe nach einem Umbau in der Pipinstraße 7 in ein barrierefreies Haus ziehen könnte.

Glücklicherweise stieß sie mit dem Anliegen bei der GAG Immobilien AG auf offene Ohren. So kam es, dass sich die Aidshilfe in den letzten Jahren mit rund 1,5 Millionen Euro an den Umbaukosten beteiligte. Dieser Betrag wurde größtenteils aus Stiftungs- und Eigenmitteln finanziert. Der nicht zu unterschätzende Vorteil dieser Vorgehensweise: Die Aidshilfe Köln kann die Räumlichkeiten für die nächsten 20 Jahre zum Preis von nur acht Euro pro Quadratmeter mieten! Unschlagbar! Ohne die großartige Unterstützung und das ständige Entgegenkommen der GAG Immobilien AG wäre die Fertigstellung so nicht gelungen.

Neben der GAG Immobilien AG haben aber noch weitere Institutionen maßgeblichen Anteil an der Realisierung des Projektes. Ein Dankeschön geht an die Stiftung Wohlfahrtspflege, die Deutsche AIDS-Stiftung, die Aidshilfe NRW, die Kämpgen-Stiftung, die Paul + Maria Kremer-Stiftung, die Gerda und Manfred Ulbrich-Stiftung, die Helfen ist Gold-Stiftung, die Marga und Walter Boll-Stiftung, die REWE Group und an Erik Tenberken mit seinem Team der Birkenapotheke und an die Stadt Köln.

„Dass uns u.a. die Auswirkungen von Corona und der Wegfall von weiteren beantragten Stiftungsgeldern am Ende in eine äußerst schwierige Situation gebracht haben, war mit Sicherheit nicht geplant. Deswegen möchten wir Danke sagen! Zum einen bei unserem Landesverband der Aidshilfe NRW und unserem Bundesverband der Deutschen Aidshilfe, die uns kollegial und strategisch beraten und zur Seite gestanden haben! Aber auch beim Sozialdezernenten der Stadt Köln, Herrn Dr. Rau, und beim Gesundheitsamt, allen voran Herrn Dr. Nießen und Dr. Katrin Baumhauer, sowie bei der Politik, sprich allen demokratischen Fraktionen des Rates der Stadt Köln, die uns in den letzten Monaten zugehört haben, die verstanden haben und bei allen, die daran mitgewirkt haben, uns den Start in der neuen Aidshilfe so gut es geht zu ermöglichen. Danke von Herzen!“, so Scho-Antwerpes weiter.   

Nach umfangreicher Modernisierung ist das Gebäude in der Pipinstraße wieder ein echtes Schmuckstück im GAG-Bestand. Und ich bin mir sicher, dass die Aidshilfe dieses Schmuckstück im Herzen von Köln zum Strahlen bringt“, so Kathrin Möller, Vorständin der GAG Immobilien AG.

Neue Räume, neue Möglichkeiten!

Am neuen Standort wird sich die Aidshilfe Köln in den nächsten Jahren weiterentwickeln. Denn neue Räume bedeuten neue Möglichkeiten! Dies gilt vor allem auch für den Checkpoint. Noch in diesem Jahr werden die Abläufe und Strukturen von Beratung und Test komplett digitalisiert. Von der Anmeldung über die einzelnen Stationen der Beratung und Testung bis hin zur Ergebnismitteilung wird alles miteinander vernetzt. Die große Herausforderung dabei war, die komplett anonyme Struktur des Angebots auch weiterhin uneingeschränkt gewährleisten zu können. Lösungsansätze wurden gesucht, eine Möglichkeit gefunden! Nach Abschluss des Projekts wird es das erste vollständig digitale Angebot dieser Art deutschlandweit sein. Mit diesem innovativen Ansatz wird der Checkpoint nachhaltiger, effektiver und vor allem noch niedrigschwelliger.

„Wir freuen uns, dass wir dieses Angebot für die rund 5.000 Menschen, die es jährlich nutzen, noch attraktiver gestalten können. Die HIV- und STI-Prävention hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Die Botschaften sind vielfältiger, zum Teil deutlich komplexer geworden. Diese Botschaften gilt es zu vermitteln, um für die Adressat:innen eine möglichst gute Grundlage für ein individuell passendes und reflektiertes Risikomanagement vorzuhalten“, so Prof. Dr. Jürgen Rockstroh, Vorstand Aidshilfe Köln.

Frauen- und Familienzentrum rechnet mit mehr Klient:innen aus der Ukraine

Auch der zu verurteilende Angriffskrieg auf die Ukraine wirkt sich bereits auf die Arbeit der Aidshilfe aus. Laut offiziellen Zahlen der Deutschen Aidshilfe leben bis zu 300.000 Menschen mit HIV in der Ukraine, wovon 180.000 nicht in Therapie sind. Viele von ihnen leben nun in Deutschland. Damit die Aidshilfe auch für diese Menschen da sein kann, haben die Mitarbeitenden des Frauen- und Familienzentrums in den letzten Wochen ein Übersetzer:innen-Netzwerk aufgebaut, um bei Hilfebedarf reagieren zu können. Denn bereits vor dem Krieg hatte das Frauen- und Familienzentrum zahlreiche Klient:innen aus dem Ostblock. Dies wird sich jetzt noch verstärken.

Name des Cafés enthüllt

Das neue Begegnungs- und Kontaktcafé für Menschen mit und ohne HIV wird in Zukunft den Namen „Café Bach“ in Gedenken an Dirk Bach tragen. Seine beiden alten Weggefährten Bernd von Fehrn und Georg Uecker haben in den Café-Räumen den Namen sowie eine Vitrine zum Gedenken an den großartigen Unterstützer Dirk Bach im Rahmen der Veranstaltung enthüllt. Der 2002 verstorbene Schauspieler hatte sich jahrelang für die Arbeit des Vereins eingesetzt. Ebenfalls anwesend bei der Enthüllung waren die Erben von Dirk Bachs Ehemann Thomas, die die Kosten für den Schriftzug des Cafés übernommen haben.       

In Zukunft sollen in den Café-Räumen auch neue Angebote für die Zielgruppen der Aidshilfe vorgehalten werden. Denn das Café wird Begegnungs- und Kontaktstelle für die Selbsthilfe, Klient:innen und Ehrenamtliche sein. Hier kommen Menschen mit und ohne HIV ins Gespräch. So werden Vorurteile abgebaut. Dies kann vor allem auch bei der Neuauflage des Mittagstischangebots ab Sommer geschehen. In unregelmäßigen Abständen sind im Café auch Infoabende, Schulungen und kleinere Kulturveranstaltungen geplant.

„Ein toller Ort, um der für uns so wichtigen Verhältnisprävention gerecht zu werden und gegen Vorurteile und Stigmen rund um das Leben mit HIV anzukämpfen“, so Elfi Scho-Antwerpes. Beim anschließenden Get-together konnte man sich schon einen ersten Eindruck davon verschaffen, wie es in Zukunft im Café aussehen wird, wenn Menschen mit und ohne HIV aus unterschiedlichen Bereichen vorurteilsfrei aufeinandertreffen. So wie beim rundum gelungenen Auftakt kann es am neuen Standort der Aidshilfe Köln weitergehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text – und Bildquelle: AIDS Hilde Köln, Fotocredit: AIDS Hilfe Köln/Veit Szpak

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