Als RTL am vergangenen Samstag nach dem erfolgreichen Start von „Wer weiß wie wann was war?“ eine Folge von „Take Me Out“ zeigte, war der Sender auch damit überaus erfolgreich. 900.000 Zuschauerinnen und Zuschauer sowie ein Marktanteil von mehr als 15 Prozent in der Zielgruppe waren das erfreuliche Resultat. Das ist auch deshalb beachtlich, weil der Privatsender bloß eine Wiederholung der Datingshow ausstrahlte.

Neue Folgen waren zuletzt vor fast zwei Jahren zu sehen. Dabei läge theoretisch sogar Nachschub bereit, denn UFA Show & Factual hat längst weitere Ausgaben von „Take Me Out“ produziert. Deren Ausstrahlung stellt RTL-Sprecher Claus Richter dann auch auf DWDL.de-Nachfrage in Aussicht, bleibt dabei allerdings sehr vage. „‚Take Me Out‘ bleibt ein fester Bestandteil unseres Portfolios“, sagt er, „und ist derzeit weiterhin im Programm präsent – perspektivisch auch wieder mit neuen Folgen.“

Take Me Out© RTL / Guido Engels„Take Me Out“

Der Erfolg vom vergangenen Wochenende belegt jedenfalls, dass „Take Me Out“ – auf dem richtigen Sendeplatz programmiert – nach wie vor das Zeug zum Hit hat. Klar ist aber auch: In diesen nach wie vor angespannten Zeiten, in denen der TV-Werbemarkt noch immer nicht in Schwung kommen will, halten sich die Privatsender spürbar mit Programminvestitionen zurück. Selbst dann, wenn Formate längst fertig produziert in der Schublade liegen, wie aktuell auch der Blick nach Unterföhring zeigt: Dort wurde die neue Musikshow „Staying Alive“ zwar bereits im Oktober aufgezeichnet, gesendet wird sie jedoch erst ein halbes Jahr später. Selbst „Deutschland sucht den Superstar“, über viele Jahre eines der Zugpferde von RTL, musste bemerkenswert lange auf die Ausstrahlung warten: Erst an Ostern feiern Dieter Bohlen & Co. ihre Wiederauferstehung im Programm – fast eineinhalb Jahre nach dem Finale der letzten Staffel.

Doch es gibt auch anders gelagerte Fälle – etwa, wenn Formate nicht so geworden sind wie erhofft oder sich die strategische Ausrichtung zwischenzeitlich gewechselt hat. Schon 2022, auf dem Höhepunkt der Retro-TV-Welle, stellte RTL ein neues Format mit Harry Wijnvoord in Aussicht. Der hatte zu diesem Zeitpunkt gerade ein recht passables Comeback mit „Der Preis ist heiß“ hingelegt und sollte in „Schlager, mein Leben“ nichts weniger als den „nächsten Schlagerstar“ suchen. Und auch wenn alle Folgen längst im Kasten sind – auf das Ergebnis wird man wohl vergeblich warten. „Eine Ausstrahlung von ‚Schlager, mein Leben‘ ist nicht geplant“, heißt es aus Köln.

„Wir überprüfen kontinuierlich unser Portfolio an Show-Formaten“

Noch keine Entscheidung getroffen hat man in Köln mit Blick auf das „Sommerhaus der Normalos“, das bei RTL+ erstmals vor einem Jahr probiert wurde. Auch die von Sonja Zietlow moderierte RTL-Quizshow „Schlauer als Alle“, deren erste Folge im Mai 2025 immerhin fast zwölf Prozent Marktanteil erzielte, ist noch nicht gänzlich abgeschrieben worden. „Grundsätzlich gilt: Wir überprüfen kontinuierlich unser Portfolio an Show-Formaten und entwickeln dieses entlang von Zuschauerinteressen, strategischen Prioritäten und Marktbedingungen weiter“, sagt RTL-Sprecher Claus Richter gegenüber DWDL.de. „Dabei befinden sich viele Projekte in unterschiedlichen Stadien – von der Konzeptphase über die Produktion bis hin zur möglichen Ausstrahlung. Wie üblich erfolgen konkrete Entscheidungen immer im Kontext der Gesamtplanung und werden zu gegebener Zeit kommuniziert.“

Eher gering dürfte die Chance auf eine Fortsetzung der „Pumuckl-Show“ sein, die RTL kurz vor dem Jahreswechsel am Samstagabend mit überschaubaren Quoten ausstrahlte. Dabei gebe es „aktuell keine News“, heißt es aus Köln mit Blick auf eine mögliche zweite Staffel. Und auch die Zukunft von „Denn sie wissen nicht, was passiert“ ist aktuell unklar. Nur eine Woche nach dem Abschied des langjährigen Trios Thomas Gottschalk, Günther Jauch und Barbara Schöneberger – das durch Gottschalks Krebserkrankung unter veränderten Vorzeichen stand – hatte sich RTL an einer Fortsetzung mit neuer Besetzung probiert. Mit nur acht Prozent Marktanteil blieb der große Erfolg früherer Tag aber aus. Vom Tisch ist eine Neuauflage gleichwohl trotzdem nicht. Man stehe „im engen Austausch mit der Produktionsfirma und prüfen aktuell verschiedene Optionen für die Zukunft“, teilte RTL auf DWDL.de-Nachfrage mit.

Die Spielshow „Drei gegen Einen“ mit Tim Mälzer, Knossi und Jan Köppen wiederum soll trotz der zuletzt arg enttäuschenden Quoten „später im Jahr“ noch einmal zurückkehren. In früheren Ausgaben war auch Elton Teil des Teams. Der wiederum wartet mit seiner Samstagabendshow „Eltons 12“ auf eine Fortsetzung, obwohl zwei Folgen davon schon vor über einem Jahr von Raab Entertainment produziert wurden. Dabei waren die Quoten im Frühjahr 2025 mit bis zu 11,6 Prozent Marktanteil in der Zielgruppe durchaus ordentlich. „Das ist ein Bereich in dem ich die Erwartung haben kann, dass es weitergehen wird“, sagte Raab-Entertainment-Chef Daniel Rosemann schon im November im DWDL.de-Interview und fügte hinzu: „Aber in diesen Zeiten weiß man nie.“ Auf Nachfrage stellt RTL nun allerdings noch einmal klar, dass die Folgen zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr noch gezeigt werden sollen.

Tatsächlich wirkt die Branche in diesen Tagen allerdings reichlich verunsichert, was sich nicht zuletzt an der Zurückhaltung bei der Bestellung bestehender Formate ablesen lässt. Da werden Produzenten und Publikum mitunter gleichermaßen auf die Probe gestellt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text – und Bildquelle: DWDL/RTL/Alexander Krei, Fotocredit: RTL/Raab Entertainment/Julia Feldhagen

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