Groß, größer, Ramses. Wo auch immer der Deutsche-Doggen-Rüde auftaucht, sind alle Blicke auf ihn gerichtet. Mit seinen 98 Zentimeter Widerristhöhe ist der dreijährige Vierbeiner nicht nur eine echte Erscheinung, sondern womöglich sogar der größte Hund der Welt. Denn Kevin, der letzte Guinness-Buch-Titelträger, war einen Zentimeter kleiner als Ramses und verstarb überraschend wenige Tage nach dem Bekanntwerden seines Titels.

Jetzt könnte mit Ramses der größte, lebende Hund aus dem brandenburgischen Zossen kommen. PETBOOK war bei der Anmeldung für das Guinness-Buch der Rekorde dabei und sprach mit Halter Patrick Hein über den vielleicht schon bald amtierenden Rekordhund.

„Als Welpe war Ramses normal, aber wuchs dann einfach immer weiter“

PETBOOK: Herr Hein, Ihre Deutsche Dogge Ramses könnte der größte Hund der Welt sein. Sie haben ihn auch vor wenigen Minuten beim Guinness-Buch der Rekorde dafür angemeldet. Wie groß ist er?

Patrick Hein: „Gemessen haben wir jetzt 98 Zentimeter Widerristhöhe. Damit wäre er einen Zentimeter größer als der amtierende Hund und den Rekord wollen wir haben.“

Wie wichtig war Ihnen die Rasse, als sie sich Ramses zugelegt haben? Wollten Sie schon immer eine Deutsche Dogge haben?

„Nein, eine Deutsche Dogge stand für uns eigentlich nicht auf dem Plan. Für mich war einfach nur ein größerer Hund wichtig. Etwas, bei dem ich halt auch was zum Anfassen habe und der nicht gleich kaputtgeht. Da wir viel arbeiten und keine extreme sportliche Betätigung haben, fiel uns die Deutsche Dogge ein: groß, ruhig und eigentlich 20 Stunden am Tag gechillt.“

Ramses bringt 90 Kilogramm auf die Waage – und so viel frisst er an einem Tag

Ab wann hat sich abgezeichnet, dass Ramses so groß werden wird? Ich nehme an, als Welpe war er normal groß für die Rasse?

„Genau, als Welpe war er normal, aber wuchs dann einfach immer weiter und irgendwann hat es dann überhandgenommen. Er wurde immer größer. Mit zwei Jahren war er dann ausgewachsen. Der Rest war dann nur noch Masse.“ (lacht) 

Was frisst so ein Hund am Tag?

„Morgens Trockenfutter, ein halbes Kilo. Abends gibt es dann sein BARF, etwa zweieinhalb Kilo Fleisch, wie Hähnchenkeulen, Putenhälse und Ähnliches. Aber auch Obst und Gemüse. Das ist preislich unterm Strich auch günstiger als wenn ich Dosenfutter kaufen würde.“

Wie macht sich denn Ramses’ Größe im Alltag bemerkbar?

„Zu Hause eigentlich gar nicht. Da meine Frau und ich aus der Logistik kommen, kommen wir gut an Europaletten. Aus denen haben wir für Ramses ein paar Sachen gebaut. Ansonsten hat er ein normales Kinderbett, in dem er nachts schläft und für tagsüber ein 120-Mal-2-Meter-Bett, wenn wir arbeiten sind. Wir haben unseren Van für einen größeren Bus getauscht, damit er bequem mitfahren kann. Seine Größe macht sich ansonsten nur draußen bemerkbar. Dort wird man ständig seinetwegen angesprochen, aber er ist lieb und nett und freut sich über die ganze Aufmerksamkeit.“ 

Wie würden Sie Ramses vom Charakter her beschreiben?

„Ramses ist fordernd und möchte immer dabei sein und geknuddelt werden. Mit den anderen Hunden bei uns Zuhause versteht er sich super.“ 

Gibt es auch etwas, das Sie an Doggen total nervt?

„Na ja, das mit dem Sabbern. Das macht er auf jeden Fall. Wenn er sich schüttelt, dann fliegt der Sabber überall hin. Danach kann man renovieren. Aber dessen muss man sich bewusst sein.“

Deutsche Doggen werden nicht besonders alt. Meistens haben sie eine Lebenserwartung von etwa sechs bis acht Jahren. War Ihnen das bei der Anschaffung bewusst?

„Ja, definitiv. Wir wussten, dass es schneller gehen kann als bei anderen Hunderassen. Demnach war das klar.

Die letzten beiden Titelträger des „Größten Hunds der Welt“ waren die Doggen Kevin und Zeus. Beide sind mit drei Jahren gestorben, Dogge Kevin erst vor kurzem. Ramses ist nun auch drei Jahre alt. Beschäftigt Sie das irgendwie?

„Bei der Rasse sind halt die ganzen Krankheiten irgendwo schon dabei. Was Kevin jetzt genau hatte, weiß man noch nicht. Bei Ramses weiß ich, dass er soweit kerngesund ist. Er ist regelmäßig beim Tierarzt, wird durchgecheckt und von daher mache ich mir erst mal keine Gedanken, solange nichts Unvorhergesehenes passiert.“ 

Ist das auch ein Gedanke, der sie im Alltag beschäftigt?

„Klar, in der ein oder anderen ruhigen Minute denken wir schon darüber nach. Aber wir haben auch schon alles durchgeplant: Urne, Einäscherung und dass er bei uns im Haus bleibt. Von daher war die Planung von vornherein klar. Wir rechnen einfach mit fünf Jahren. Jedes Jahr, das er älter wird, ist aufgrund seiner Größe ein Bonus. Eine normale Dogge wird vielleicht acht Jahre alt, aber er könnte durch seine Größe schneller Probleme entwickeln.“

Was würde Ihnen der Titel „Größter Hund der Welt“ bedeuten, falls Ramses jetzt wirklich vom Guinness-Buch ausgezeichnet werden würde?

„Na ja, er hat es ja gemacht, nicht ich. Insofern wäre es zwar schön, aber ansonsten hat es jetzt keinen mega Stellenwert, auf den wir hingearbeitet hätten. Die Urkunde würde ich mir aber tätowieren lassen.“

Ach ehrlich?

„Definitiv. Das ist ein Versprechen. Ich möchte mir seinen Pfotenabdruck, die Urkunde und seine Steuermarke tätowieren lassen.“

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text – und Bildquelle: PetBook

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert