It‘s magic: Weihnachten wird weiß und der Sommer viel zu heiß. Wirklich?

It‘s magic: Weihnachten wird weiß und der Sommer viel zu heiß. Wirklich?

Langfristvorhersagen und ihr Wahrheitsgehalt

Wie wird das Wetter nächsten Monat, wie wird es an Weihnachten und blüht uns nächstes Jahr schon wieder ein Hitzesommer? Alles Fragen, die vielen unter den Nägeln brennen. Doch der Wettervorhersage sind Grenzen gesetzt und manche Antworten gehören eher in den Bereich der Magie als in eine seriöse Wissenschaft.

Datenquellen: Wettermodelle und Bauernregeln

Langfristvorhersagen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit und viele versuchen sich daran. Teils bekommt man sogar explizite Vorhersagen von Temperatur, Regen und Wetter für mehrere Monate im Voraus. „Diese vermeintlichen Vorhersagen stützen sich dabei auf unterschiedliche Quellen. Das sind zum einen Wettermodelle, die die Witterung mittlerweile Wochen oder gar Monate im Voraus berechnen, zum anderen aber auch Bauernregeln. Generell muss man jedoch zwischen einer seriösen Wettervorhersage, einem Witterungstrend und übersinnlichen Vorahnungen unterscheiden“, erklärt Björn Goldhausen, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Auch wenn tradierte Bauernregeln zum Teil aus jahrhundertelangen Wetterbeobachtungen entstanden sind, sind sie dennoch keine seriöse Vorlage für den Witterungsverlauf. Weit vorausrechnende Wettermodelle sind rein experimentell und leider sind die Ergebnisse häufig nicht gut. Mehr als grobe Temperatur- und Regenabweichungen kommen dabei nicht raus.“

Zeitfenster der Wetterprognose

Seriöse Vorhersagen von Temperatur, Wolken und Regen werden meist nur 3 bis 7 Tage im Voraus gemacht. „Bei komplexen Wetterlagen ist eine genaue Vorhersage selbst für den Folgetag manchmal sehr schwierig und wir Wetterfrösche sehen dann richtig alt aus. Selbst bei sehr stabilen Hochdrucklagen ist bei 8, im Extremfall 10 Tagen im Voraus Schluss“, weiß Goldhausen.

Alles, was über dieses Zeitfenster hinaus geht, ist lediglich als Witterungstendenz zu verstehen. Das heißt, es wird versucht, Entwicklungen der Wetterlage zu deuten und eine Wahrscheinlichkeit daraus abzuleiten. „Die geäußerten Bewertungen beschränken sich dabei aber maximal auf den Trend zu kühlerem, nasserem oder trockenerem Wetter als bisher. Genaue Aussagen über Temperaturen, Regenmengen oder die Wolkenverteilung können nicht getroffen werden“, so der Meteorologe.

Jahrestrends: Zufall macht‘s möglich 

Zu Wettervorhersagen für eine Jahreszeit oder gar einen Jahrestrend empfiehlt Björn Goldhausen eine kritische Distanz: „Experimentelle Berechnungen von Wettermodellen können zwar zum Beispiel einen extrem warmen Monat sehen, dabei ist es jedoch durchaus möglich, dass es zwischenzeitlich auch mal richtig kalt wird. Der Nutzen der Aussage ist also zweifelhaft. Da in der heutigen Zeit in der Regel ohnehin überdurchschnittlich warme Monate berechnet werden, braucht man kein Wettermodell, um diese Aussage zu treffen. Wer also demnächst liest: „Weihnachten wird’s weiß“ oder „Der nächste Hitzesommer rollt an“, kann sich entspannt zurücklehnen, denn der Wahrheitsgehalt dieser Aussagen ist sehr gering. Falls es mal passen sollte, ist dies ein reiner Zufallstreffer. “  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Wetter.de, Archivbild/Pexel

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