Der ehemalige Außenminister und Vizekanzler Joschka Fischer hat dazu aufgerufen, die Demokratie zu verteidigen. „Die Summe meiner Erfahrungen ist: Ohne Demokratie sind die besten Absichten nichts“, sagte der ehemalige Grünenpolitiker im Gespräch mit ZEIT-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo bei der Verleihung des Helmut-Schmidt-Zukunftspreises in Hamburg. „Deshalb müssen wir diesen Rechtsstaat, diese Demokratie, mit Klauen und Zähnen verteidigen.“

„Hatten wir in Deutschland schon mal ein besseres System? Hat etwas wirklich besser im Interesse unseres Volkes – unserer Menschen – funktioniert als unsere Demokratie, begründet auf dem Rechtsstaat?“ Ihm sei das nicht bekannt. „Teil der Realität ist eben auch die AfD – ist ein Nazi wie Höcke“, sagte Fischer. „Da kannst du nicht einfach nach neutestamentarischer Art die Hand reichen. Das wird nicht funktionieren.“ Björn Höcke ist Spitzenkandidat der AfD in Thüringen.

Als „düster“ bezeichnete der Grünen-Politiker die momentane Weltlage. „Wir stehen vor massiven Umbrüchen“, sagte er und nannte die Kriege in der Ukraine und in Nahost, aber auch das „Säbelrasseln“ Chinas in der Straße von Taiwan oder die anstehenden Wahlen in den USA.

Fischer war von 1998 bis 2005 Außenminister und Vizekanzler in der Regierung von Bundeskanzler Gerhard Schröder. Bei vorgezogenen Bundestagswahlen im Jahr 2005 verlor die damalige rot-grüne Koalition ihre Mehrheit. Ein Jahr später zog Fischer sich aus der Politik zurück. Ein Mitschnitt des Gesprächs mit Joschka Fischer gibt es auf ZEIT ONLINE.

Der 2022 durch die Wochenzeitung DIE ZEIT, die Bundeskanzler-Helmut-Schmidt-Stiftung und THE NEW INSTITUTE ins Leben gerufene Helmut-Schmidt-Zukunftspreis würdigt innovative Leistungen in den Bereichen Demokratie, Gesellschaft und Technologie. Nach der ugandischen Klimaaktivistin und Sozialunternehmerin Vanessa Nakate und der ehemaligen finnischen Ministerpräsidentin Sanna Marin folgte nun im dritten Jahr die KI-Forscherin und Signal-Präsidentin Meredith Whittaker.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: DIE ZEIT, Fotocredit: Joschka Fischer/Instagram

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