“Microcheating”: Schon Betrug oder noch okay?

Fremdflirten 2.0

 

Wie so vieles, so ist sogar ein Seitensprung heutzutage nur noch einen Klick entfernt: Für ein Kennenlernen in Highspeed sorgen Tinder & Co. Die zahlreichen digitalen Möglichkeiten bringen für Paare jedoch so einige Herausforderungen mit sich: Ist es noch okay, wenn der Partner Bilder einer anderen auf Instagram liked? Ist das schon Fremdgehen, wenn man ein sexy Selfie snappt? Was geht beim Fremdflirten 2.0 – was ist okay und was gar nicht?

 

Frühere Grenzen verschwimmen

In den guten alten Zeiten ganz ohne Internet waren die Betrugsgrenzen klar abgesteckt: Wurde ein Partner in Flagranti erwischt, gab es wenig falsch zu verstehen – auch der Klassiker: „Es ist nicht das, wonach es aussieht!“, rettete rein gar nichts. Heutzutage ist die Sache jedoch um einiges komplexer: Wenn der Partner ein Instagram-Foto seiner „heißen“ Assistentin mit einem „Wow“ kommentiert, dann ist das ohne Zweifel verletzend – Betrug ist das jedoch nicht wirklich. Bei diesem neuen Phänomen handelt es sich um das so genannte „Microcheating“. Der Begriff steht für Menschen in Beziehungen, die zwar nicht körperlich fremdgehen, sich in der virtuellen Welt aber gern alles offen halten.

 

Vertrauensbruch bleibt Definitionssache

Klappt man heute seinen Laptop auf, lauern überall Versuchungen. Das beeinflusst unser Verhalten: “Mit jeder technologischen Neuerung ändern sich auch unsere Gewohnheiten und kulturellen Normen.”, so der kalifornische Soziologe Robert Weiss. Wo die Grenze zwischen einer kleinen Heimlichkeit und echtem Betrug verläuft, ist online nicht ganz klar. Aber fest steht: Es bedarf nicht unbedingt einer Lüge in der realen Welt, um sich hintergangen zu fühlen – wer das geheime Online-Dating-Profil seines Partners entdeckt, fühlt sich nicht minder schlecht. Aber ein Vertrauensbruch bleibt Definitionssache, das sagt auch Weiss: “Er tritt ein, wenn man seinem Partner intime und bedeutungsvolle Geheimnisse vorenthält.” Wie weit das Flirten im Web gehen darf, muss also jedes Pärchen selbst entscheiden. Denn auch solche Streitereien drehen sich im Endeffekt um die alte Frage nach dem richtigen Beziehungskonzept: Monogamie oder freie Liebe – was taugt mehr?

 

Den Marktwert zu testen ist normal

Auch Menschen in Beziehungen testen gern mal ihren Marktwert – da stehen Frauen Männern in nichts nach. Die meisten verfolgen damit aber ein harmloses Ziel: Sie holen sich Bestätigung, ohne den Liebsten wirklich zu hintergehen. Vielleicht ist “Microcheating” also gar nicht so schlecht für die Beziehung – besonders Paare, die schon lange zusammen sind, brauchen solche kleinen Kicks.

 

 

 

Quelle: MAXI, Archivbild

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