TV-Promi Carmen Geiss geriet zuletzt in heftige Kritik, nachdem sie sich in einem Pelzmantel aus Kaninchenfell ablichten ließ. Auf Instagram rechtfertigte Geiss sich mit dem vorgeschobenen Argument, dass man Kaninchen auch essen könne. Damit impliziert sie, dass Kaninchen nicht eigens für die Fellgewinnung gezüchtet und getötet, sondern vorrangig als Nahrungsmittel dienen würden. Gegenüber der BILD sprach sie in Bezug auf ihre Kritiker davon, dass sie schon gar nicht mehr lese, „was diese ganzen Neider schreiben“ würden.

„Es ist beschämend, wie Carmen Geiss ihren Pelzmantel rechtfertigt, für den bis zu 20 Kaninchen blutig getötet wurden“, so Peter Höffken, Fachreferent bei PETA Deutschland e.V. „Ihre Reaktion auf die Kritik zeugt von Ignoranz und Unwissenheit, da bestimmte Kaninchenrassen ausschließlich für die Pelzgewinnung und unter erbärmlichen Zuständen gezüchtet und getötet werden. Deshalb fordern wir Frau Geiss auf, nie wieder Pelz zu tragen und ihren Pelzmantel an PETA zu spenden, damit wir diesen als mahnendes Beispiel bei Protestaktionen verwenden können. Gerne klären wir Carmen Geiss bei einem persönlichen Austausch weiter über die Schrecken der Bekleidungsindustrie auf und beraten sie auf ihrer nächsten Shopping-Tour zu tierleidfreien Alternativen für Pelz, Leder und Wolle.“

Kaninchenfell: Kein Abfallprodukt

Die Haut und das Fell von Tieren sind kein Abfall- oder Nebenprodukt der Fleischindustrie. Auch in der Kaninchenzucht unterscheidet man zwischen Fleisch- und Pelzgewinnung. Rex-Kaninchen werden gezüchtet und getötet, um ausnahmslos aus ihren Fellen Gewinn zu schlagen. Bei der Zucht von Orylag-Kaninchen fließen über 60 Prozent der Gewinne in die Taschen der Pelzbranche.

Das Leid der Kaninchen

Die Zuchtanlagen für Kaninchen ähneln Legebatterien für Hühner – Hunderte von winzigen Drahtgitterboxen sind aneinandergereiht. Weiße Kaninchen werden in erster Linie ihres Fleisches wegen gezüchtet und in Gruppen gehalten. Rex- und Orylag-Kaninchen sitzen ab dem Jugendalter in Einzelhaft, damit sie sich nicht gegenseitig den „Pelz beschädigen“. Sie verbringen ihr kurzes, trauriges Leben in stinkenden Drahtgitterkäfigen, in denen sie weder buddeln, hoppeln noch spielen können. Die Käfige haben keine festen Bodenplatten oder Einstreu, sondern Gitterböden, damit Kot und Urin direkt hindurchfallen können. Kaninchen sind von Natur aus sehr gesellige und reinliche Tiere. Durch die Isolierung, die vom Boden aufsteigenden Kotgerüche und die daraus resultierenden Ammoniakdämpfe leiden die Tiere zusätzlich. Die Schlachtmethoden sind genauso grausam: Man bricht ihnen das Genick oder schlägt ihnen den Schädel ein, bevor man sie an den Füßen aufhängt und ihnen den Kopf abschneidet. Viele Tiere zappeln noch und sind bei vollem Bewusstsein, während sie an einem Fließband hängen und von einem elektronisch betriebenen Messer die Hälse aufgeschlitzt bekommen.

PETAs Motto lautet: Tiere sind nicht dazu da, dass wir an ihnen experimentieren, sie essen, sie anziehen, sie uns unterhalten oder wir sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten. Die Organisation setzt sich gegen Speziesismus ein – eine Form von Diskriminierung, bei der Tiere aufgrund ihrer Artzugehörigkeit abgewertet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle. PETA, Fotocredit: Carmen Geiss/Instagram