Schauspieler Nicki „Buffalo-Child“ (93) mit bürgerlichem Namen Silkirtis Nichols ist der berühmteste Indianer Deutschlands. Nach über 20 Jahren in Deutschland, zog es ihn und Ehefrau Liselotte wieder Nachhause. Nicki „Buffalo-Child“  besuchte vor einigen Jahren seine Familie in den USA  – genauer in Colorado – die dem Stamm der Cherokee-Choktaw angehören. Der umtriebige 93-Jährige erfüllte sich damit einen lang gehegten Wunsch, obwohl er keine so gute Erinnerung an seine Kindheit und die Zeit im Reservat hat.

In seinem eigenen Land fand er keinen Respekt

„Da muss ich 8000 Meilen fliegen, um meine Kultur zu leben“, erzählte mir Nicki vor Jahren auf einem Pow Wow (indianisches Fest). Er erzählte mir von seiner unglücklichen Kindheit, von der Zeit als noch die Missionare in die Reservate kamen, um die Ureinwohner der USA zu bekehren. Sie gaben den Kindern englische Namen und zwangen sie, ihre Kultur aufzugeben. Sie zwangen sie ihre Muttersprache zu vergessen  –  sie durften sie unter Strafe nicht mehr sprechen! Er erzählte von den vielen Demütigungen, die er erleben musste und wie glücklich er hier in Deutschland ist.

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Als er 1942 in die United States Army eintrat, hatte er noch keine Vorstellung, wie gravierend sich sein Leben ändern würde. Nicki „Buffalo-Child“  diente bis 1963 in der Army und kam in diesem Zusammenhang nach Deutschland. Der 1,97 cm große Schauspieler begann erst hier seine Karriere vor der Kamera. Zwischen 1963 und 1972 spielte er im Musical „Annie Get Your Gun“ u.a. den „Sitting Bull“, und ab 1965 war er ein festes Mitglied bei den Karl-May-Festspielen in Bad Segeberg, wo er im Vorprogramm indianische Tänze und Kostüme präsentierte, die er und seine spätere Ehefrau Liselotte Wegner-Nichols selber herstellen.

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Ein gern gesehener Ehrengast

Schnell wurde Nicki „Buffalo-Child“ bekannt und auch  „Winnetou“-Darsteller Pierre Brice wollte ihn kennen lernen. Daraus entstand eine lange Freundschaft zu ihm und auch „N-Tscho-Tschi“- Darstellerin Marie Versini. Wer nun befürchtete, dass Nicki „Buffalo-Child“ nicht mehr nach Deutschland zurückkehren wird, kann beruhig sein. Er kam natürlich zurück. Er rief mich an und bat mich allen mitzuteilen, dass er zum großen 100-jährigen Karl-May Jubiläum wieder da sein würde. Denn schließlich war er dort Ehrengast. So kam es dann auch und Nicki wurde – wie immer – zur Sensation mit seinen aufregenden und interessanten Erzählungen.

Nicki Buffalo Child mit Chefredakteurin Martina Uckermann

Im Moment gönnt er sich mehr Auszeiten

In jüngeren Jahren zog es Nicki „Buffalo-Child schon mal gerne in die Disco. Getanzt hat er immer gern und sein Lieblingsgetränk war und ist Bananenshake. Alkohol und Tabak hat er noch nie zu sich genommen, was sein noch unglaubliche Fitness erklärt. Aber es hat auch einen ernsten Hintergrund. „Alkohol hat mein Volk zerstört und es zerstört noch immer viele Menschen, überall,“ sagt er ernst. Nicki bat mich allen seinen Freunden etwas auszurichten:“ Ich komme bald zurück – vielleicht schon früher, denn ich vermisse meine deutsche Heimat. Sag allen, dass ich sie vermisse!“ In der Tat war Nicki „Buffalo-Child glücklich über seine Rückkehr und schon bald wurden Pläne für neue Veranstaltungen gemacht. Im Moment ist er  – sehr zum Bedauern seiner Fans – etwas zurückgetreten und gönnt sich mehr Auszeiten. Mit 93 Jahren hat er sich das auch verdient!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Text: Martina Uckermann, Bildquelle: Silkirtis Nichols/KNJ