Hierzu haben wir unsere Mitglieder befragt. Dieser Artikel stellt die Ergebnisse vor und ordnet sie ein.

Zwei Befragungsarten
  • In einer ersten Umfrage baten wir Mitglieder, mit eigenen freien Texten die Frage zu beantworten, ob und welche Rolle gemeinsame politische Überzeugungen für eine partnerschaftliche Beziehung spielen. Mitglieder verfassten 971 freie Texten, aus denen wir mithilfe einer qualitativen Inhaltsanalyse die wichtigsten Positionen und Begründungen ableiteten. 500 Frauen, 462 Männer und neun Personen mit nicht-binärem Geschlecht stellten hierfür freie Texte zur Verfügung. Das Durchschnittsalter der Befragten betrug 52 Jahre und schwankte zwischen 18 und 82 Jahren.
  • In einer zweiten Umfrage wurde nachfolgend die Häufigkeit der Bejahung dieser Postionen und Begründungen in einer Umfrage mit 1088 Mitgliedern erfasst. Unter den Teilnehmenden waren 574 Frauen, 506 Männer und acht Personen mit nicht-binärem Geschlecht. Das Durchschnittsalter betrug 52 Jahre und schwankte zwischen minimal 18 und maximal 80 Jahren. Dabei wurden auch mögliche Einflüsse von Geschlecht, Alter und Bildungsstand untersucht.

Qualitative Befragung

Mit der qualitativen Umfrage sollte zunächst herausgefunden werden, ob politische Übereinstimmung für die Partnerwahl überhaupt ein relevanter Faktor ist und welche Gründe hierfür angegeben werden.

Alle Befragten beantworteten in einem eigenen Text die Frage:

Welche Rolle spielen politische Einstellungen Ihrer Ansicht nach für Partnerwahl und Beziehungszufriedenheit? Bitte geben Sie auch Ihre Gründe oder eigene Erfahrungen ein.

Ergebnis des qualitativen Befragung

Politische Übereinstimmung ist wichtig

84% der Befragten schilderten in ihren freien Texten, dass eine Übereinstimmung in politischen Einstellungen für ihre Partnerwahl wichtig sei:

  • “Ziemlich wichtig, da Politik unsere Gesellschaft stark beeinflusst”
  • “Wir sollten politisch schon einigermaßen auf einer Wellenlänge sein”
  • “Weitgehende Übereinstimmung in politischen Themen ist sicherlich sinnvoll.”
  • “Spielte und spielt immer noch eine sehr starke Rolle, wobei eine Übereinstimmung darin kein Garant für eine gute Partnerschaft sein muss.”
  • “Sie spiegeln die Erlebniswelt und Einstellungen zum Leben des anderen, insofern sehr wichtig.”

Bei Personen mit verschiedenen Geschlechtern, Altersstufen und formalen Bildungsabschlüssen zeigten sich vergleichbare Anteile an Personen, die die Übereinstimmung der politischen Einstellungen für die Partnerwahl für wichtig hielten, wobei der Anteil der non-binären Befragten zu gering war, um hierüber auch nur eine grobe Aussagen machen zu können.

Warum ist politische Übereinstimmung wichtig?

Befragte, die eine politische Übereinstimmung für wichtig erachteten, gaben hierfür folgende vier Hauptgründe:

Politische Einstellungen sind Grundwerte

Die Befragten brachten in ihren Begründungen ihre Ansicht zum Ausdruck, dass politische Einstellungen mit ethischen Grundwerten zusammenhängen, die in einer Partnerschaft geteilt werden sollten:

  • “Wenn die Grundwerte beider Partner übereinstimmen, passen oft auch politische Interessen und Einstellungen zusammen.”
  • “Politische Einstellungen basieren auf Grundwerten, also Freundlichkeit, Friedfertigkeit, Toleranz, Respekt, Kooperation (statt Konfrontation), Liebe (statt Egoismus).”
  • “Bzgl. fundamentalen Grundwerten spielen politische Einstellungen eine große Rolle (Wertesystem) …”
  • “Die politische Einstellung hat viel mit dem eigenen Welt- und Menschenbild zu tun und spielt deshalb auch bei der Partnerwahl eine wichtige Rolle, da man – zwar nicht in allem, aber bei den zentralen Punkten . ähnliche Werte teilen sollte.”
  • “große Rolle – politische Einstellung hat mit Menschenbild und ethischen Überzeugungen zu tun, welche m.E. einigermaßen ähnlich für die stabile Basis einer Partnerschaft sein sollten.”

Erleichterung von geteiltem Lebensstil

Die Befragten schilderten, dass es bei ähnlichen politischen Grundeinstellungen leichter sei, in einer Beziehung einen mit den eigenen Überzeugungen konsistenten gemeinsamer Alltag und Lebensstil aufzubauen:

  • “Politische Einstellungen sind in sofern wichtig, wie sie die Lebensgestaltung und Lebensziele beeinflussen.”
  • “Für einen gemeinsamen Lebensweg ist es hilfreich, wenn die politischen Überzeugungen und inneren Haltungen zur Gesellschaft, zu Gerechtigkeit, Frieden, Freiheit und sozialer Verantwortung nahe beieinander sind.”
  • “Politik ist in einer Beziehung in den Bereich der “Werte” anzusiedeln. Je nachdem, wie ich dazu stehe, gestalte ich auch mein Leben, denn es ist Teil meines Weltbildes.”
  • “Da sich meine politischen Einstellungen auch in meinem Lebensstil niederschlagen, ist es wichtig, dass eine Partnerin zwar nicht in allem übereinstimmt, aber in eine ähnliche Richtung denkt und handelt.”
  • “Sollte ähnlich sein, denn daraus ergibt sich ja auch der entsprechende Lebensstil, den man ja gemeinsam praktizieren sollte.”

Gemeinsames politischen Engagement möglich

Die Befragten benannten die Möglichkeit zu gemeinsamen politischem Engagement, wofür ähnlichen politische Ansichten eine Voraussetzung seien:

  • “Es ist mir wichtig, welche politische Gesinnung mein Partner hat. Gemeinsam für diese Ziele einzustehen, das wünsche ich mir.”
  • “Ähnliche politische Einstellungen ermöglichen es, dass beide Partner sich gemeinsam für das Gleiche engagieren. (In Vereinen, in NGOs, auf Demos gehen, in Parteien etc.) Wenn die politischen Einstellungen verschieden sind, ist das nicht möglich.”
  • “Je mehr man sich politisch einsetzt, desto schöner ist es, wenn man dies gemeinsam tun kann.”
  • “Ein hohes gesellschaftliches Engagement ist mir wichtig. Auch in einer Partnerschaft. Für mich gehören Engagement in Vereinen und sozialen Einrichtungen zum Leben dazu. Eine Partnerin, die zu egoistisch agiert oder so ignorant gegenüber Umwelt und sozialen Themen ist, könnte ich nicht akzeptieren.
  • “Ähnliche politische Vorstellungen sind hilfreich und lassen gemeinsame Aktivitäten auf diesem Gebiet zu.”

Vermeidung von Konflikten und Verbesserung der Harmonie

Die Befragten brachten ihre Befürchtung zum Ausdruck, dass Differenzen in den politischen Auffassungen zu Konflikten und verminderter Harmonie in einer Beziehung führen könnten:

  • “Es sollte eine ähnliche Einstellung beider Partner sein, auch bzgl. des persönlichen Engagements, da dies ansonsten von Haus aus ein Krisenherd ist.”
  • “Ich denke, sehr konträre Ansichten können zu so starken Konflikten führen, dass eine Partnerschaft das nicht aushält.”
  • “Man sollte politisch einer Meinung sein. Unterschiedliche Meinungen führen sonst ständig zu Streit und das wäre mir persönlich zu anstrengend/ aufreibend.”
  • “Große Unterschiede in politischen Einstellungen können störend sein. Es würde oft zu uneinheitlichen Diskussionen kommen, die die Harmonie nachhaltig negativ beeinflussen.”
  • “Eine ähnliche politische Einstellung ist mir wichtig, da ich ein hohes Harmoniebedürfnis habe und nicht über Politik in der Partnerschaft streiten möchte.”

Übereinstimmung wie hoch und worin?

Für die meisten Befragten war politische Übereinstimmung wichtig. Allerdings ließ sich aus den Schilderungen der Befragten ebenfalls erkennen, dass das Ausmaß und/oder die Art der für notwendig erachteten Übereinstimmung oft eingeschränkt wurde und Unterschiede in einem gewissen Rahmen für unproblematisch gehalten wurden.

Erneut ließen sich vier Hauptargumentationen erkennen:

Übereinstimmung braucht nicht perfekt zu sein

Die Befragten erläuterten, dass eine weitgehende Übereinstimmung oder eine Übereinstimmung in den großen Linien ausreichend sei. Differenzen in Detailfragen dürften durchaus bestehen:

  • “Ähnliche politische Ansichten sorgen für eine solide Beziehungsbasis. Kleinere Abweichungen sind absolut kein Problem …”
  • “Praktisch ist es, wenn die politische Einstellung gleich ist. Aber auch eine unterschiedliche politische Einstellung kann funktionieren, solange Toleranz gelebt wird und die politische Einstellung nicht zu stark voneinander abweicht.”
  • “Nach meiner Erfahrung sollten politische Einstellungen nicht zu weit auseinander gehen. Ein gewisser Abstand im politischen Spektrum kann interessant sein, ein zu großer Abstand bringt eher Schwierigkeiten mit sich.”
  • “Man muss nicht in jedem Detail einer Meinung sein. Dennoch ist eine übereinstimmende Grundeinstellung für mich essenziell.”

Nur Gegensätze schließen sich aus

Die Befragten gaben an, dass unterschiedliche politische Meinungen vorwiegend dann für eine Beziehung ein Problem seien, wenn diese komplett gegensätzlich und unvereinbar miteinander seien:

  • “Wenn die politischen Ansichten extrem auseinander liegen, ist eine Partnerschaft schwer vorstellbar.”
  • “Total gegensätzliche politische Einstellungen betrachte ich als schwierig. …”
  • “Es wäre problematisch für mich, wenn ein potenzieller Partner ein völlig andere Meinung vertreten würde.”
  • “Fundamental gegensätzliche Welt- und Gesellschaftsanschauung würde Partnerschaft für mich verhindern. ….”
  • “Die politischen Einstellungen sollten nicht konträr auseinanderliegen …”

Nur extreme Ansichten unerwünscht

Die Befragten erachteten politische Unterschiede für unproblematisch, sofern keine extremen oder extremistischen Ansichten irgendeiner Art vorlägen:

  • “Sollte nicht dogmatisch oder extremistisch sein.”
  • “Extreme Ansichten sind für mich ein Ausschlusskriterien. Vorteilhaft wäre eine Kritische Auseinandersetzung mit allen Seiten.”
  • “Ich kann mir keine Beziehung zu einem Menschen vorstellen, der extremistische Einstellungen (welcher Couleur auch immer) vertritt.”
  • “Extreme und radikale politische Einstellungen wären für mich ein “No Go” in einer Beziehung “
  • “Extreme Ansichten und eine entsprechende politische Haltung sind für mich ein Ausschlusskriterium”

Menschenverachtende oder gefährliche Positionen scheiden aus

Die Befragten erläuterten, dass politische Unterschiede nur in dem Fall problematisch seien, wenn dezidiert menschenverachtende oder gefährliche Einstellungen vertreten würden, wie Rechtsradikalismus, Rassismus, Antisemitismus, Corona-Verschwörung oder die Leugnung des Klimawandels:

  • “radikal denkend und handelnde Menschen lehne ich ab .. dazu gehören Rassisten, Antisemiten , Hetzer, Querdenker.”
  • “Ich würde mit Sicherheit mich nicht mit jemanden einlassen, der AfD wählt, denn diese Haltung hat für mich ausschließlich mit Respektlosigkeit, einer chauvinistischen und diskriminierenden Grundhaltung und Persönlichkeit zu tun, dass ich da keine Basis für eine Partnerschaft sähe.”
  • “Ich koennte nie eine Partnerschaft mit jemandem haben, der politische Ansichten vertritt, die rechts-konservativ, sexistisch, homophob, rassistisch sind.”
  • “Es gibt Ausschluss-Kriterien (wie z.B. Rassismus, starke Rechts-Neigung,…), ich erwarte grundsätzlich aber keine übereinstimmenden politischen Ansichten.”
  • “Ein Partner der meine tiefsten Überzeugungen nicht teilt, kommt für mich nicht in Frage. Natürlich kann ich akzeptieren, dass er eine andere Partei wählt als ich, aber wem Flüchtlinge gleichgültig sind, wen soziale Gerechtigkeit nicht interessiert und wer nicht davon überzeugt ist, das die Klimakrise wichtiger ist als materielle Vorteile mit dem kann ich keine Beziehung eingehen.”

Hauptsache politisch interessiert

Die Befragten vertraten die Position, dass das wichtigste (im Regelfall) nicht die konkreten politischen Meinungen seien, sondern dass beide Beziehungspartner an Politik interessiert seien und darüber miteinander diskutieren wollten:

  • “Grundsätzlich freue ich mich wenn mein Gegenüber ebenfalls an Politik interessiert ist. Die Meinung kann auch gerne von meiner abweichen. “
  • “Politisches Interesse wäre angenehm. Politische Einstellungen können (und werden) unterschiedlich sein (aber bitte nicht radikal).”
  • “Die politische Einstellung formt auch das Gesprächsklima in einer Partnerschaft. Unterschiedliche Auffassungen in Einzelfragen sind dabei unschädlich; schlechter ist, wenn eine Hälfte gar kein Interesse an politischen Themen hat.”
  • “Es gibt Ausschluss-Kriterien (wie z.B. Rassismus, starke Rechts-Neigung,…), ich erwarte grundsätzlich aber keine übereinstimmenden politischen Ansichten. Komplettes Desinteresse oder Nichtwählen kann ich mir aber nicht vorstellen in einer Partnerschaft.”
  • “Für mich persönlich ist es wünschenswert das Interesse an Politik besteht und ich finde es auch interessant andere Meinungen zu diskutieren und würde diese auch in einer Partnerschaft akzeptieren.”

Gründe gegen die Bedeutung der Politik

Immerhin 16% der Befragten gaben an, dass die politische Übereinstimmung für die Partnerwahl unerheblich, unwichtig, nicht bedeutsam sei oder sie wiesen ihr höchstens eine geringe Rolle zu.

Es traten bei diesen Befragten vorwiegend die folgenden fünf Argumentationsmuster auf:

Toleranz ist wesentlich

Die Befragten vertraten die Auffassung, dass politische Meinungen sich unterscheiden dürften, sofern Toleranz und Respekt vorhanden seien:

  • “Ich vertrete die Auffassung, dass man sich, was die politische Einstellung angeht, in Toleranz üben sollte. Es wäre doch schlimm, wenn die Beziehungszufriedenheit nur wegen unterschiedlich politischer Überzeugungen der jeweiligen Partner leiden würde.”
  • “Mir ist wichtig dass mein Partner eine eigene politische Meinung hat, so wie ich auch, doch ich erwarte nicht dass er meine Meinung teilt. Gegenseitige Toleranz ist aber unabdingbar.”
  • “Für mich spielt die politische Einstellung absolut keine Rolle. Wichtig ist Toleranz, Respekt, Wohlwollen, Beziehungskultur. Darüber hinaus gibt es keine Wahrheiten.”
  • “ich kann eine andere politische Einstellung sehr gut stehen lassen und tolerieren – mir ist aber wichtig zu hören, was mein Partner denkt und ich möchte mich ebenfalls ausdrücken können. Ich möchte inspirieren und inspiriert werden.”
  • “Solange man den gegenseitigen Respekt besitzt, die Meinung des Partners akzeptieren zu können, sollte dies kein Problem darstellen.”

Unterschiede bereichern

Die Befragten brachten zum Ausdruck, dass politische Differenzen eine Beziehung bereichern könnten:

  • “Gemeinsame Interessen bieten die Möglichkeit, dass ich mich inhaltlich intensiv mit meinem Partner austausche und ständig lernen kann. Zudem denke ich, dass sich auch meine Fähigkeit entwickelt, bei konträren Haltungen zuzuhören und meine Gedanken wertschätzend darzulegen. Aber auch, meine Haltung zu überdenken und sie möglicherweise neu zu ordnen. Für mich wäre es ein Traum :), einen Partner zu finden, der sich mit mir mit Freude ins Getümmel der inspirierten Gedanken stürzt.”
  • “Keine direkte Rolle, positiv ist wenn es harmoniert, aber auch gegensätzliche Meinungen haben ihren Mehrwert soweit diese politische Meinungsäußerungen nicht zu radikal sind und man dem anderen Freiräume lässt und akzeptiert.”
  • “Entscheidend für die Beziehungszufriedenheit ist nicht die politische Einstellung, sondern die Fähigkeit, die Meinung anderer Menschen als Bereicherung wertzuschätzen. Das gilt generell, nicht nur für Beziehungen.”
  • “Bis zu einem gewissen Maße kann auch ein politischer Disput anregend für eine Beziehung sein …”

Miteinander sprechen

Die Befragten gaben an, dass politische Unterschiede unproblematisch seien, solange Beziehungspartner:innen miteinander reden könnten:

  • “Wenn die Partner sachlich und füreinander wirklich offen diskutieren, ist das genau das, was wir in der “großen Politik” auch am dringendsten bräuchten. Wer dem Partner von einem hohen Ross herab die moralische Keule um die Ohren haut, tut das auch in anderen Bereichen der Partnerschaft – und das geht nie gut.”
  • “Ich rede mit Jeder/m, der/die eine andere Meinung hat.”, “Darüber möchte ich mich in einer Partnerschaft sachlich austauschen können.”
  • “Solange die Einstellungen nicht nur dogmatisch sind und also differenziert gegenseitig besprechbar, ist alles in der Balance.”
  • “Partner müssen ihre über ihre politische Einstellung reden können und auch besuchen verschiedene zu akzeptieren”.
  • “Diskussion = Demokratie beginnt im pers. Umfeld”

Politik ist schlecht

Die Befragten bewerteten Politik als etwas Schlechtes, Böses oder nicht Beeinflussbares. Es sei daher besser, wenn in Beziehungen gar nicht über Politik gesprochen werde und sich Beziehungspartner:innen auf einen unpolitischen Alltag beschränkten:

  • “Gar keine Rolle, solange man sich respektiert ist es völlig egal wer welche Meinung vertritt. Denn in einer Beziehung sollte man sich davon so gut es geht abwenden und seine eigene schöne Welt haben, ohne diese geisteskranke Politik und den Verbrechern an der Spitze und da ist die Farbe der Partei egal…”
  • ” Ich möchte die politischen Weltanschauungen meiner zukünftigen Partnerin nicht wissen, sondern mich mit ihr über schöne Dinge unterhalten.”
  • “Meiner Meinung nach sollten sie keine Rolle spielen. Das Leben ist zu kurz um gesellschaftlichen Auseinandersetzungen oder politischen Diskussionen auf die man als Einzelner – realistisch gesehen – keinen nennenswerten Einfluss ausüben kann, einen solch zentralen Stellenwert im eigenen Leben einzuräumen.”
  • “politische Einstellungen spielen aus meiner Sicht keine Rolle bei der Partnerwahl. Jeder soll tun, was ihn/sie selbst zufriedenstellt. Es gibt wichtigere Dinge im Leben als Politik.”
  • “Eine geringe, da ich politische Einstellungen (Ideologien) als hinderlich ansehe, die Dinge ganzheitlich und spirituell zu betrachten.”

Unwichtig, aber nicht ganz ohne Bedeutung

Lediglich 35% derjenigen, die die Wichtigkeit der politischen Übereinstimmung verneinten, brachten diese Position völlig uneingeschränkt zum Ausdruck.

65% dieser Personen vertraten demgegenüber die Ansicht, dass Politik zwar im wesentlichen unwichtig oder von geringer Bedeutung sei, aber dennoch eine gewisse, wenn auch untergeordnete Rolle bei der Partnerwahl spiele.

Von dieser Gruppe wurden als Gründe für diese Restbedeutung – ähnlich wie bei einem Teil der Befragten, die politische Übereinstimmung für wichtig erachteten – vorwiegend eine Ablehnung von extremen, gefährlichen oder menschenverachtenden Positionen bei potentiellen Beziehungspartnern benannt:

  • “Sie spielen eine eher untergeordnete Rolle. Allerdings gibt es KO-Kriterien: Sollte ein Partner eine antidemokratische / faschistische / stark rassistische / verschwörungsideologische Einstellung aufweisen, dürfte hierdurch eine Partnerschaft klar beeinträchtigt werden.
  • “Ich bin recht tolerant, solange es sich nicht um extreme Positionen handelt.”N.m.M. spielt die politische Einstellung eher eine untergeordnete Rolle. Es sei denn, es treffen Extreme aufeinander.”Spielt eine untergeordnete Rolle, solange kein Extremismus vorliegt.”
  • “Politische Einstellungen sind für mich bei der Partnersuche völlig unrelevant. Ausnahme: Extreme Ansichten (militante, verachtende, Hass).”

Zwischen-Zusammenfassung

Mehr als acht von zehn Befragten brachten in ihren freien Texten zum Ausdruck, dass sie die Übereinstimmung der politischen Einstellungen in einer Beziehung für wichtig erachteten.

Hauptargumente hierfür waren die Bedeutsamkeit gemeinsamer Werthaltungen, die Vermeidung von Konflikten und die Herstellung von Harmonie, die Erleichterung eines gemeinsamen Lebenswandels sowie die Möglichkeit zu gemeinsamen politischem Engagement.

Während die große Mehrheit der Befragten also eine Übereinstimmung von politischen Einstellungen für eine Partnerschaft als förderlich oder notwendig bewertete, wurden Art und Ausmaß dieser erforderlichen oder gewünschten Übereinstimmung deutlich enger beschrieben:

Die wichtigsten Aussagen bei denjenigen, die das Ausmaß der gewünschten Übereinstimmung in diesem Sinne relativierten, waren, dass vorwiegend extreme, menschenverachtende oder gefährliche oder miteinander unvereinbar gegensätzliche politische Ansichten ein Problem seien, während Abweichungen in anderen Bereichen oder gar Detailfragen unproblematisch seien.

Es gab ebenfalls die Position, dass die inhaltliche Richtung der Ansichten nicht so erheblich sei, sondern es vorwiegend auf gemeinsames politisches Interesse ankomme.

Ungefähr jeder sechste Befragte gab initial an, dass eine Übereinstimmung der politischen Einstellungen in einer Beziehung nicht notwendig oder nicht wichtig sei. Ungefähr zwei von drei dieser Befragten schränkten ihre Position jedoch dahingehend ein, dass eine gewisse Restbedeutung der Übereinstimmung in politischen Einstellungen doch bestehe:

Diese Befragten wollten vorwiegend Personen mit extremen, menschenverachtenden oder gefährlichen politischen Positionen als Beziehungspartner:innen ausschließen.

Was aber sind die Gründe, warum eine politische Übereinstimmung als unwichtig oder eher unwichtig betrachtet werden kann?

Als Hauptargumente nannten hier die entsprechenden Beteiligen, dass es weniger auf die politischen Ansichten als auf vorhandene Toleranz und Gesprächsbereitschaft ankomme.

Zudem könnten politische Übereinstimmungen eine Bereicherung sein. Das wichtigste sei, miteinander zu reden. Solange dies möglich sei, sei alles gut.

Als ein weiteres Argument wurde auch vorgebracht, dass Politik etwas Schlechtes oder Böses sei oder sowieso nicht zu beeinflussen sei, sodass sich Beziehungspartner:innen von Politik besser fernhalten und sich auf andere Bereiche konzentrieren sollten.

Die jeweiligen Begründungsmuster schließen einander nicht notwendigerweise wechselseitig aus, sondern können miteinander überlappen und zusammenhängen.

In der qualitativen Auswertung wurden lediglich die relevanten Grundpositionen und Begründungen herausgearbeitet. Ihre Häufigkeit, ihre Zusammenhänge untereinander oder ihre Zusammenhänge zu anderen Faktoren, wie Alter, Geschlecht oder Bildungsstand wurden nicht näher herausgearbeitet.

Hierfür wurde eine zweite Umfrage durchgeführt, in der die herausgearbeiteten Ansichten und Begründungen als Fragestellungen zur Zustimmung oder Ablehnung vorgegeben wurden.

Ergebnisse der quantitativen Umfrage

Im Folgenden werden eine Reihe von Einzelbefunden und Prozentzahlen genannt. Wenn Sie sich nur für die Erläuterung der Ergebnisse und nicht für die Herleitung interessieren, können Sie diesen gesamten Abschnitt einfach nur überfliegen oder ganz auslassen und beim Abschnitt “Resümee” weiterlesen.

Wichtigkeit der Übereinstimmung

  • 91,9% der Befragen gaben an, dass ihnen eine Übereinstimmung in den politischen Einstellungen in einer Beziehung sehr wichtig (22.2%), wichtig (41,8%) oder eher wichtig (27,9%) sei.
  • 6,8% der Befragten hielten eine solche Übereinstimmung für eher unwichtig, 1,0% für unwichtig und 0,3% für komplett unwichtig.

Die quantitative Befragung repliziert insofern die Ergebnisse der qualitativen Auswertung, gemäß derer für die große Mehrheit der Befragten eine Übereinstimmung in den politischen Einstellungen mindestens eine gewisse Rolle spielte.

Für fast zwei von drei Befragten in dieser Umfrage war die Übereinstimmung sogar dezidiert wichtig oder sogar sehr wichtig.

Fast niemand fand die Übereinstimmung komplett unwichtig oder unwichtig. Wenn überhaupt unwichtig angekreuzt wurde, war dies fast immer eher unwichtig.

Geschlecht, Alter und Bildungsstand spielten für die Bedeutsamkeit der Übereinstimmung der politischen Einstellung kaum eine Rolle. Zwar gab es signifikante Zusammenhänge, diese waren jedoch gering bis trivial:

  • Männer legten etwas weniger Wert auf eine Übereinstimmung als Frauen (r=-,21).
  • Befragte mit höherem Bildungsstand legten mehr Wert auf Übereinstimmung (r=,179)
  • Ältere legten etwas mehr Wert auf Übereinstimmung als Jüngere ( (r=,19)

Die Befragten legten unabhängig von Geschlecht, Alter und Bildungsstand also in großer Mehrheit deutlichen oder sogar erheblichen Wert auf eine Übereinstimmung der politischen Einstellungen in einer Beziehung.

Zustimmungsraten zu verschiedenen Gründen

  • 89,7% der Befragten gaben, dass ihnen politische Gemeinsamkeit als Ausdruck gemeinsamer Grundwerte wichtig sei.
  • 92,3% stimmten zu, dass politische Gemeinsamkeit einen gemeinsamen Lebensstil erleichtere.
  • 74,3% gaben an, eine Beziehung mit politischer Gemeinsamkeit habe weniger Konflikte und sei harmonischer.
  • 40,0% wollten politische Gemeinsamkeit, um sich politisch zu engagieren.

Art und Ausmaß der notwendigen Übereinstimmung

  • 86,2% legten lediglich Wert auf eine Übereinstimmung in den großen Linien, während in den Details durchaus Unterschiede auftreten dürften.
  • 67,8% gaben an, dass sich nur dezidierte Gegensätze ausschließen würden.
  • 50,6% wollten lediglich solche Personen als Beziehungspartner:innen vermeiden, die sich durch extreme Einstellungen kennzeichneten.
  • 35,8% wollten nur dann Personen als Beziehungspartner:innen ausschließen, wenn dezidiert menschenverachtende oder gefährliche Positionen vertreten würden.
  • 20,9% der Befragten waren der Ansicht, politisches Interesse an sich genüge, unabhängig von den jeweiligen Positionen.

Wie kann mit Unterschieden umgegangen werden?

  • 72,7% der Befragten bejahten die Möglichkeiten, dass Toleranz eine Bewältigung politischer Gegensätze ermögliche.
  • 56,1% waren der Ansicht, dass politische Differenzen dann unproblematisch seien, wenn Beziehungspartner:innen gemeinsam reden könnten.
  • 18,1% warnten vor einem Streben nach zu starker Übereinstimmung in Form von Harmoniesucht oder totalitären Einstellungen.
  • 15,7% der Befragten bezeichneten politische Unterschiede als Bereicherung.
  • Lediglich 1,9% der Befragten vertragen die Postion, Beziehungspartner:innen sollten sich von Politik fernhalten, weil diese böse oder nicht beeinflussbar sei.

Alle Zusammenhänge zu Geschlecht, Alter und Bildungsstand waren so gering (< r=,20), dass sie hier nicht weiter berücksichtigt werden, da sie kaum mehr als eine nur triviale Stärke aufwiesen.

Welches Gesamtbild ergibt sich

Die Einzelergebnisse sind recht vielfältig, vielleicht auch ein wenig unübersichtlich oder auf den ersten Blick widersprüchlich:

Einerseits wird von der überwältigenden Mehrheit Wert gelegt auf Übereinstimmung, andererseits sagt ebenfalls eine Mehrheit, Unterschiede seien in Ordnung, wenn wechselseitige Toleranz herrsche.

Um das Gesamtbild besser verstehen zu können, wurden die verschiedenen Bewertungen mithilfe eines statistischen Verfahren (Hauptkomponentenanalyse mit Varimax-Rotation) auf drei Bewertungsdimensionen reduziert.

Drei Bewertungsdimensionen:

  • Politisch-Gesellschaftlicher Zusammenhalt: Wert wird gelegt auf eine Übereinstimmung der ethischen Grundwerte. Eine Übereinstimmung in politischen Einstellungen erleichtere es auch, einen gemeinsamen Lebensstil zu finden. Vorrangig gehe es um die Übereinstimmung in den zentralen Linien, Details dürften sich unterscheiden. Politik wird nicht als böse oder unbeeinflussbar wahrgenommen und es besteht ein erhöhtes Interesse an gemeinsamen politischem Engagement.
  • Streitbare Kommunikation: Hier werden Differenzen eher als Bereicherung gesehen, Streben nach (zu starker) Übereinstimmung wird als Harmoniesucht verstanden. Konflikte werden nicht gefürchtet, solange man miteinander reden könne. Politisches Interesse ist erwünscht.
  • Hauptsache moderat: Auf dieser Bewertungsdimension geht es den Befragten primär darum, starke Gegensätze oder Extreme zu vermeiden und tolerant miteinander umzugehen, wobei politisches Engagement selten eine Rolle spielt.

Drei Mitglieder-Gruppen:

Nachfolgend wurden die Befragten mithilfe einer Clusteranalyse (TwoSTep CLuster) anhand der Gesamtheit der erfragten Gründe und Einschätzungen in drei Gruppen geteilt und im Anschluss verglichen:

  • 52,5% der befragten Mitglieder zeigen ein hohes Interesse an politisch-inhaltlicher Gemeinsamkeit im Sinne gemeinsamer Grundpositionen. Im Fokus bei diesen Mitgliedern steht die Ausrichtung auf eine Passung der politisch-gesellschaftlichen Grundwerte als Basis für eine gemeinsame Lebensführung und gegebenenfalls auch gemeinsames politisches Engagement.
  • 31,8% der befragten Mitglieder sind durchaus politisch interessiert, wobei es ihnen aber nicht vorwiegend um inhaltliche Übereinstimmung geht, sondern sie auch gerne bereit sind zu einer eher diskussionsorientierten Auseinandersetzung. Als Voraussetzung hierfür wird die Fähigkeit zum gemeinsamen Reden gesehen. Auf dieser Basis werden Differenzen häufiger als bereichernd erlebt.
  • 15,7% der befragten Mitglieder wollen vor allem Gegensätze und Extreme vermeiden, ansonsten tolerant miteinander umgehen, sich dabei aber eher nicht politisch engagieren. Konflikte wegen sonstiger politischer Meinungsverschiedenheiten werden eher nicht gefürchtet. Der inhaltlichen Übereinstimmung auch in Grundpositionen wird ein eher geringer Wert zugewiesen. Es werden eher keine Auswirkungen auf den Alltag erwartet. Unter dieser Gruppe sind mit 36,3% der kleine Anteil der Mitglieder besonders stark vertreten, der allgemein politische Übereinstimmung für nicht wichtig hält. Abseits der Ausschlusses von Extremen und Gegensätzen werden also keine darüber hinausgehenden politischen Übereinstimmungen verlangt.

Als einzelne Menschen oder Paare liegt es an uns, uns aus diesen drei Gruppen jeweils die Ressourcen zu suchen und umzusetzen, beispielsweise folgendermaßen:

  • Wir verfügen über ein festes Fundament geteilter politisch-gesellschaftlicher Werte, die wir fortwährend durch Diskussion und offene Gespräche bei Toleranz und Respekt voreinander miteinander vertiefen, ggf. auch an neue Situationen anpassen sowie Handlungsmöglichkeiten für unseren Alltag oder gesellschaftliches Engagement herausarbeiten.

Resümee der Befunde

Die Ergebnisse der qualitativen und quantitativen Befragung zeigen, dass die Mehrheit der partnersuchenden Singles bei Gleichklang eine Übereinstimmung in Grundparametern der politischen Einstellungen für bedeutsam hält.

Übereinstimmung in politischen Grundeinstellungen wird als ein wichtiger Faktor für den Aufbau einer gemeinsamen Lebensgestaltung ohne destruktive Konflikte angesehen.

Die Mehrheit der Mitglieder sieht in politischen Einstellungen ethische Grundwerte wirksam werden, die sie in einer Beziehung miteinander teilen möchten.

Eine Reihe von Mitgliedern – eine starke Minderheit von ca. 40 % – möchte sich außerdem in einer Beziehung auch gemeinsam politisch engagieren.

Auch wenn politische Übereinstimmung für die Mehrheit der Mitglieder wichtig ist, macht eine ebenso große Mehrheit deutlich, dass sich diese Übereinstimmung nur auf die großen Linien und keineswegs auf alle Einzelpositionen oder Details beziehen muss.

Es geht also den meisten nicht darum, eine andere Person zu finden, die in allem politisch die gleiche Meinung hat, sondern es geht der Mehrheit der Mitglieder darum, einen Menschen zu finden, mit dem eine politisch-ethische Grundbasis vorhanden ist.

An diese Basis soll dann im Alltag, in Gesprächen wie auch gegebenenfalls im Rahmen von politischem Engagement angeknüpft werden können.

Eine Mehrheit der Mitglieder hat vor allem dann Bedenken gegen eine Partnerwahl, wenn unvereinbare Gegensätze in den politischen Grundeinstellungen bestehen. In einem einem weiten Feld konkreter politischer Meinungen werden Übereinstimmung aber nicht notwendigerweise verlangt.

Ungefähr die Hälfte der Mitglieder will vorwiegend Extreme ausschließen. Jedes dritte Mitglied würde (also auch bei Extremen) nur dann ein Problem mit politischen Differenzen sehen, wenn dezidiert menschenverachtende oder gefährliche Positionen vertreten würden, wie Leugnung des Klimawandels, Rassismus, Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit oder Corona-Verschwörungstheorien.

So großen Wert Gleichklang-Mitglieder mehrheitlich auf eine Übereinstimmung in politischen Grundeinstellungen und Grundwerten legen, so machen sie gleichzeitig deutlich, dass ihnen das gemeinsame Gespräch und Toleranz wichtig sind, ohne dass dies aber quasi betäubend tatsächlich bestehende Grunddivergenzen verdecken sollte.

Es überwiegt die Betonung der verbindenden Rolle von Gemeinsamkeit über eine mögliche verbindende Rolle von politischem Streit als Bereicherung. Nur eine Minderheit fürchtet sich vor Harmoniesucht oder erlebt die Suche nach politische Gemeinsamkeit als totalitär.

Bei diesen Personen ist zu vermuten, dass ihre Ablehnung der Suche nach Übereinstimmung sich eher auf die Ablehnung einer rigiden Form dieser Suche nach Übereinstimmung bezieht, die keinerlei Dissens erlaubt und sich eben nicht vorwiegend an den großen Linien orientiert.

Der Mehrheit der Mitglieder geht es auch um inhaltliche Positionen und nicht bloß um politisches Interesse an sich. Inhaltliche Positionen brauchen für diese Mehrheit nicht unbedingt im Detail übereinstimmen, sollten dies aber in der auch ethisch geprägten Grundausrichtung tun.

Ungefähr ein Drittel der Mitglieder legt den stärkeren Schwerpunkt stärker auf Diskussion und Gespräch als auf Übereinstimmung, wobei auch Gespräch und Diskussion aber oft eine Minimalübereinstimmung voraussetzen.

Politikverdrossenheit im Sinne einer Ablehnung von Politik als böse oder unbeeinflussbar mit entsprechendem gesellschaftlichem Rückzug als Resultat ist bei Gleichklang-Mitgliedern nur sehr selten vertreten.

Wie setzen wir die Mitglieder-Wünsche um?

Politisch-gesellschaftliche Grundeinstellungen sind wichtig für harmonische, aber auch engagierte und mitmenschlich gelebte zwischenmenschliche Beziehungen.

Die Ergebnisse unserer Mitglieder-Umfrage zeigen, dass unsere Mitglieder dies genau so sehen, auch wenn es Differenzen im Detail gibt.

Wir ermöglichen unseren Mitgliedern einen anderen Begegnungsort als dies die meisten Kennenlern-Plattformen tun, indem wir keine gesellschaftlich oder politisch neutrale Plattform sind, die jede Art von politisch-gesellschaftlicher Positionierung gleich behandelt.

Vielmehr richten wir uns auf Menschen und Mitglieder aus, für die Ökologie, Solidarität, sozialer Zusammenhang, pflanzenbasierte Ernährung und ein ressourcenschonendem Alltag wichtig sind. Ebenso zentral sind Akzeptanz und Wertschätzung gegenüber verschiedenen geschlechtlichen und sexuellen Identitäten.

Innerhalb dieses Spektrums kann es freilich viele verschiedene Vorstellungen und Überzeugungen geben.

Auf diese Weise können die oben dargestellten drei Mitglieder-Gruppen Gleichklang effektiv nutzen:

  • die Mehrheit der Mitglieder, denen die Passung der politischen Positionen sehr wichtig ist.
  • Mitglieder, für die neben der Passung von Grundlinien vor allem auch politisches Interesse und Auseinandersetzungs-Bereitschaft wesentlich sind.
  • die Minderheit der Mitglieder, die zwar Gegensätze und Extreme vermeiden will, ansonsten aber eher weniger Wert auf politische Passung und mehr Wert auf toleranten Umgang mit Dissens legt.

Mithilfe der bei Gleichklang entstehenden Beziehungen möchten wir auch einen Beitrag leisten, um zu einer stärker umwelt-, tier- und sozialverträglichen Welt zu gelangen. Durch unsere Außenpositionierung erwecken wir bei Menschen Interesse, die dies ähnlich sehen. Dadurch kommen solche Menschen zu uns und können sich hier begegnen.

Gleichzeitig können wir mithilfe des Matching besondere Orientierungen und Ausrichtungen zusammenbringen, wie Minimalismus, Veganismus, Einsatz für Geflüchtete und Menschenrechte, um drei Beispiele zu nennen.

In diesen Kontext gehört, dass wir in der Zeit der Pandemie uns klar von einem Freiheitsbegriff distanzieren, der individuelle Selbstbestimmung vom Allgemeinwohl ablöst und damit letztlich für eine egoistische Menschheit eintritt, in der Freiheit zur Freiheit der (vermeintlich) Starken wird, zu tun, was ihnen beliebt, auch wenn es anderen schadet.

Deshalb distanzieren wir uns von Querdenker:innen (die diesen Begriff leider negativ besetzt haben), verschwörungstheoretischem Denken und Impfkritik, die auf die aktuelle internationale Notlage nicht mit kritischem Denken, sondern mit Leugnung und Irrationalität reagieren.

Es ist völlig klar, dass nunmehr in der kommenden schweren Winterzeit kein Weg vorbeiführt an konsequenten Maßnahmen zur Kontaktreduktion. Dies betrifft natürlich auch die Suche nach Partnerschaften und Freundschaften, die sich wieder stärker auf die Online-Ebene verlagern wird und muss.

Allen, die sich Sorgen machen oder sich fragen, wie sie sich vor Vereinsamung schützen oder ihre Kontakte weiterentwickeln können, möchten wir diese drei älteren Blog-Artikel ans Herz legen, die sich genau dieser Thematik widmen:

Wir wissen aus den vergangenen Wellen, dass so manche sich gerade kennenlernende Paare oder Freund:innen die Lockdown-Situation damals zum Anlass nahmen, um schnell zusammenzuziehen und dadurch gleichzeitig ihre Beziehung zu erproben.

Dies kann ein sehr erfolgreicher Weg sein und wir haben von Hochzeiten gehört, die gerade durch das Zusammensein im Lockdown entstanden. Alle, die also über die Möglichkeit (sich anbahnende Beziehung) und den Mut verfügen, können wir durchaus raten, diesen Schritt zu tun.

Viele andere konnten sich in den vergangenen Wellen und Lockdowns ohne physische Anwesenheit mithilfe von Nachrichten und Telefonaten auf einer tiefen Ebene begegnen, sich gegenseitig in dieser Zeit unterstützen und im Anschluss an das bereits Aufgebaute anknüpfen und ihre Beziehungen so fortsetzen und weiterentwickeln.

Gerade gesellschaftlich und ökologisch bewusste Menschen sind in der Lage, auf diese Weise aus der Phase der (wenn wir nicht zusammenleben) notwendigen physischen Distanzierung eine Phase der sozialen Solidarisierung zu machen. Lockdown braucht nicht Vereinsamung zu bedeuten.

Mithilfe unserer Community-Kontaktlisten können sich Mitglieder moralisch unterstützen, aber auch Zweier- und Kleinstgruppen zu bilden, um gut durch diese sicherlich harte und schwere vierte Welle zu gelangen.

Machen Sie von diesen Möglichkeiten Gebrauch!

Gleichklang-Mitglieder sind vielfach gesellschaftlich bewusste und reflektierte Menschen, die daher gute Voraussetzungen mitbringen, nicht veränderbare Einschränkungen zu akzeptieren, sie als Herausforderung anzunehmen und dadurch positiv zu bewältigen.

Es hilft nichts, trotzig gegen die Wand laufen zu wollen, wie die Querdenker:innen es tun, beispielsweise als sie bereits Ende des letzten Jahres das Ende der Pandemie herbei demonstrieren wollten.

Infantil-narzisstische Leugnung und Verweigerungshaltung führen zu keinen echten Veränderungen und erschweren es uns als Menschen , Einsicht in das Notwendige zu gewinnen und dadurch – um zum Thema zurückzukommen – politisch bewusst, solidarisch und effektiv handeln zu können.

Sollten Sie zu denen gehören, die auch jetzt noch die Realität und Gefährlichkeit der Pandemie nicht sehen möchten, lautet meine Bitte, in sich zu gehen, die Augen zu öffnen und sich dorthin zu begeben, wo die große Mehrheit der Gleichklang-Mitglieder steht: auf den Boden der Realität, die wir nur dann verbessern können, wenn wir sie zunächst annehmen.

Beziehungen haben in solchen Zeiten einen besonders hohen Stellenwert. Sind es echte Beziehungen, werden sie die Sicherheit der eigenen Person und aller schützen und fördern. Vorsicht und Fürsorge sind eine zentrale Komponenten dessen, was wir Liebe nennen.

Fürsorglich zu handeln, erfordert auch, je nach Situation Belohnungen einmal aufschieben zu können, (temporär) zu verzichten, sich den eigenen Ängste zu stellen (beispielsweise zur Impfung zu gehen), anstatt den Ängsten auszuweichen und sie so zu chronifizieren oder eine Besserung unmöglich zu machen.

Fürsorge füreinander heißt, nicht alles Schlechte und Schädigende hinzunehmen, sondern sich im Guten zu bestärken und sich gegenseitig zu ermutigen, Schritte zu tun, die notwendig sind, selbst wenn sie womöglich angstbesetzt oder unangenehm sind.

Die aktuelle Umfrage zeigt, dass Gleichklang-Mitglieder in einem hohen Ausmaß in ethischen Zusammenhängen denken und diese ebenso auf die gesellschaftlich-politische Ebene wie auf ihre Beziehungssuche übertragen.

Wir von Gleichklang werden jedenfalls allen Mitgliedern gerade auch während der sich wieder verschärfenden Pandemie mit Tat und Rat zur Seite stehen, um sie in dieser Zeit zu begleiten und sie beim Aufbau von Beziehungen und sozialen Vernetzungen zu unterstützen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Gleichklang.de, Archivbild/Pexels