Silvester ist vorbei, doch schon steht das Chinesische Neujahrsfest vor der Tür. Am 17. Februar 2026 beginnt nach chinesischem Mondkalender das Jahr des Feuer – Pferdes.

Jet Li und Familie schicken Grüße zum chinesischen Neujahr

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Chinesisches Neujahr und die Farbe Rot
In der chinesischen Folklore wird Neujahr mit einer schrecklichen Gestalt namens „Nian“ verbunden. Jedes Jahr erschien der Nian, um das Volk zu überfallen und ihre Vorräte zu rauben. Bis eines Tages ein wandernder Weiser die Menschen lehrte, dass sich der Nian vor lauten Geräuschen und der Farbe Rot fürchtet. Die Chinesen machten sich dieses Wissen Zunutze und erwarteten den Nian im kommenden Jahr mit Knallkörpern und roter Farbe. Die Abwehrtechnik war erfolgreich und seither nutzt man sie, um das neue Jahr zu begrüßen.

Was wird beim chinesischen Neujahr gefeiert?

Das chinesische Neujahr hat seinen Ursprung vor weit über 3500 Jahren und liegt einer alten Legende zugrunde, in der ein Monster namens Nian, das auf Chinesisch klingt, wie das Wort „Jahr“ regelmäßig am Neujahrsabend aus den Tiefen erscheint, um Menschen und Vieh zu fressen. Im weitesten Sinne symbolisiert das Monster alles Elend. Um das Ungeheuer und somit das Übel zu verjagen, tauchen Menschen seitdem alles und sich selbst in roten und goldenen Farben und Gewändern, zünden Kerzen und Böller an. Diese Vertreibung wird in China „Guònián“ genannt, was so viel heißt wie „das Gehen des Nian“ oder eben „das Gehen des Jahresmonsters“, womit also das Jahresende gemeint ist.

Gefeiert wird das Neujahrsfest vor allem in Ostasien im chinesischen Kulturkreis (Korea, Mongolei, Okinawa (Ryūkyū-Inseln), Vietnam, Japan – bis zur Kalenderumstellung 1873 zum gleichen Datum), zusätzlich jedoch auch weltweit in Gebieten mit großen Anteilen an Auslandschinesen in den chinesischen Diasporagemeinden in IndonesienMalaysiaPhilippinenSingapur und Thailand oder in der Übersee im Westen (Abendland). Dabei handelt es sich vor allem um spezielle Stadtviertel, die Chinatowns, die oft im Rahmen ihrer politischen, geographischen wie auch kulturellen Entfernung von China, insbesondere durch die Folgen der Kulturrevolution, eine eigene Neujahrstradition entwickelt haben.

Auch andere ethnische Gruppen wie MongolenKoreanerMiaoVietnamesenBhutaner und einige Volksgruppen in Nepal, welche durch China in kultureller, religiöser oder sprachlicher Hinsicht beeinflusst wurden, haben bestimmte Elemente bzw. den Termin des chinesischen Neujahrsfestes übernommen. Das Brauchtum kann sich daher als regional sehr unterschiedlich erweisen. In Tibet wird das Neujahrsfest meist einen Neumond später als im Rest Chinas gefeiert. Da das Fest in verschiedensten Ländern gefeiert wird und sich am Lunisolarkalender orientiert, wird es auch Mond-Neujahr genannt, wie der ursprüngliche Name im Chinesischen lautet.

Das chinesische Neujahr ist ein Clan– und Familienfest. Aufgrund der hohen Anzahl von Arbeitsmigranten innerhalb Chinas im Rahmen des Arbeitskräftebedarfs in den verschiedenen Großstädten leben immer öfter Familienmitglieder von ihren Familien getrennt, insbesondere die einfachen Wanderarbeiter in den südchinesischen Küstengebieten sowie ein Teil der Auslandschinesen, die zum Neujahrsfest die Verwandten und Familien in den Heimatorten besuchen und mit ihnen zusammen feiern. Anlässlich dieses Festes setzt jedes Jahr die größte regelmäßige Migrationsbewegung der Welt ein.

Das chinesische Neujahr, das im Rahmen des traditionellen Frühlingsfestes gefeiert wird, dauert gut 16 Tage und beinhaltet einige Elemente, die dem westlichen Weihnachtsfest nahekommen. Ähnlich wie hierzulande die Adventszeit als Vorbereitung auf Heiligabend und Weihnachten genutzt wird, beginnen auch die Chinesen fast einen ganzen Monat vorher mit den zahlreichen Vorbereitungen auf ihr Neujahrsfest: Häuser und Straßen werden penibel gereinigt und zurechtgemacht. Geschmückt mit roten und goldfarbenen Laternen, Bändern, Versen und Bildern und dekoriert mit den entsprechenden Symbolen und Bildern des Tierkreiszeichens des kommenden Jahres. Es gibt insgesamt zwölf Tierkreiszeichen. Im Einzelnen sind das Ratte, Büffel, Tiger, Hase, Drache, Schlange, Pferd, Ziege, Affe, Hahn, Hund und Schwein. Jedem dieser Zeichen wird immer ein Jahr zugeordnet.

In 2026 löst das Feuer-Pferd die Holz-Schlange von 2025 ab. Das Pferd steht für Schnelligkeit, Mut und Freiheitsliebe. Während des chinesischen Neujahrs legen alle Arbeitnehmer ihre Arbeit für mindestens eine Woche nieder, um ihre Familien im ganzen Land zu besuchen. Zu Neujahr ereignet sich in Asien so jedes Jahr die größte Migrationsbewegung der Welt. Tausende Menschen machen sich auf dem Weg, um am Silvesterabend bei ihren Familien zu sein. Mehrere Generationen kommen dann für ein großes Wiedersehen zusammen. Häufig das einzige im Jahr.

Einige Chinesen nutzen für diese Festivität gar ihren gesamten Jahresurlaub, um etwas länger bei der Familie zu bleiben. Am Silvesterabend wird dann, wie auch in der westlichen Welt, geböllert. Es gibt ein riesiges Feuerwerk, und auf den rot- und goldfarbenen Straßen tanzen riesige Löwen- und Drachenfiguren. Seinen Höhepunkt findet das Frühlingsfest am 15. Tag mit dem Laternenfest. Dann werden die Straßen mit Kerzen beleuchtet, um den Ahnen und Geistern ihren Weg nach Hause zu weisen. Auch die Menschen ziehen mit kleinen Laternen durch die Straßen.

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Wikipedia, Jet Li, Fotocredit: Jet Li, Pexels

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