Sachstand Sanierung Mülheimer Brücke

Sachstand Sanierung Mülheimer Brücke

Verlängerung der Bauzeit und Verschiebung der 19-wöchigen KVB-Sperrpause

Das Amt für Brücken, Tunnel und Stadtbahnbau informiert in einer aktuellen Mitteilung zur Mülheimer Brücke an den Verkehrsausschuss und die Bezirksvertretungen Nippes und Mülheim, dass sich die für Ostern 2021 angekündigte 19-wöchige Sperrpause für die Stadtbahnen der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) um voraussichtlich zwei Jahre auf Ostern 2023 verschiebt. Die Generalsanierung der Mülheimer Brücke kann nicht vor Ende 2025 fertiggestellt werden.

Grund dafür ist die marode Bestandssituation der Mülheimer Brücke. Es wurden zwar bereits im Zuge der Planung umfangreiche Voruntersuchungen des Betons, des Stahls und des Baugrundes durchgeführt, weitere Untersuchungen konnten aber erst nach dem Beginn der Baumaßnahme in teilweise vorher unzugänglichen Bereichen und an vorher beschichteten Bauteilen erfolgen. So konnte zum Beispiel der KVB-Bereich der Flut- und Strombrücke erst während einer Sperrpause der KVB in den diesjährigen Osterferien vertiefend begutachtet werden. Hierbei wurde festgestellt, dass die Schäden wesentlich größer sind als ursprünglich angenommen und im Bauvertrag berücksichtigt. Durch die Erhöhung des Sanierungsumfangs auch in den anderen Teilbauwerken verlängert sich der angenommen Zeitbedarf für die Umsetzung der Baumaßnahme wesentlich.

Der etwa ein Kilometer lange Brückenzug besteht aus vier Teilbauwerken. Die beiden außenliegenden Bauwerke (die linksrheinische Deichbrücke und die rechtsrheinische Rampe), die 1929 fertiggestellt wurden, werden komplett abgebrochen und neu gebaut. Die dazwischen liegenden Brücken (Flut- und Strombrücke), deren Erneuerung nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg 1951 abgeschlossen wurde, werden saniert und verstärkt. Die Bauausführung erfolgt unter Aufrechterhaltung des Verkehrs.

Rechtsrheinische Rampe
Bereits im März des vergangenen Jahres wurde mitgeteilt, dass die ursprünglich für 2020 geplante 19-wöchige Sperrung der Brücke für den Stadtbahnbetrieb nicht mehr einzuhalten ist und um ein Jahr auf 2021 verschoben werden muss. Verantwortlich dafür waren massive Schädigungen tragender Elemente der rechtsrheinischen Rampe, die erst bei Entkernungsarbeiten sichtbar wurden. Als Sofortmaßnahme erfolgte der Einbau von Notunterstützungen, der Stopp weiterer Abbruchmaßnahmen und die Umsetzung erforderlicher Gewichtsbeschränkungen für Kfz – zuletzt auf 3,5 Tonnen. Es wurden weitere vertiefende materialtechnische Untersuchungen durchgeführt. Mit den dabei gewonnenen Erkenntnissen wurden die statischen Berechnungen und Ausführungspläne überarbeitet. Aktuell konnte mit Gründungsarbeiten unterhalb des KVB-Bereichs begonnen werden.

Bevor die Südseite des Bauwerks vom Gesamtbauwerk getrennt werden kann, müssen die temporären Unterstützungsmaßnahmen unter den Verkehrsbereichen umgesetzt sein. Die Aufrechterhaltung der Verkehrssicherheit hat höchste Priorität. In der 19-wöchigen Sperrpause der KVB werden die Überbauten der beiden Teilbauwerke Rechtsrheinische Rampe und der linksrheinischen Deichbrücke im KVB-Bereich erneuert. Voraussetzung dafür ist allerdings eine darunter liegende fertiggestellte Gründung. Diese Gründungen werden voraussichtlich erst bis Ende 2022/Anfang 2023 fertiggestellt, so dass sich die Sperrpause entsprechend verschieben muss. Aufgrund der betrieblichen Vorgaben der KVB kann die Sperrpause immer nur um ein ganzes Jahr verschoben werden.

Flut- und Strombrücke
Nach Entschichtungsarbeiten an der Strombrücke wurden Schäden beziehungsweise Überarbeitungsbedarfe an Schweißnähten und Nieten sowie Risse in den Anschlusspunkten der Verstärkungsträger festgestellt. Die in der KVB-Sperrpause in den Osterferien zusätzlich gewonnenen Erkenntnisse führen dazu, dass alle KVB-Bereiche zu erkunden und zu ertüchtigen sind. Dafür werden weitere Sperrungen in diesem Bereich erforderlich. Mögliche Zeitfenster werden aktuell mit der KVB abgestimmt.

Die Auswirkungen auf die Kostenentwicklung der Maßnahme, mit einer Vielzahl an zusätzlichen und geänderten Leistungen, können erst mit dem Vorliegen geprüfter und verhandelter Nachträge zusammengefasst werden. Mit einer deutlichen Kostenerhöhung ist allein aufgrund der Bauzeitverlängerung zu rechnen.

Eine vergleichbare Sanierung einer denkmalgeschützten Rheinbrücke, hier mit dem komplexen statischen System einer Hängebrücke, wurde bisher nicht durchgeführt. Die gewonnenen Erkenntnisse werden bei der Planung und Ausführung der weiteren mittelfristig zur Sanierung anstehenden städtischen Rheinbrücken (Severinsbrücke, Zoobrücke und Deutzer Brücke) berücksichtigt und realistischere Bauzeitansätze ermittelt. Umfangreichere Bestandsanalysen werden zukünftig bereits im Zuge der Planung durchgeführt.

Die Verwaltungsmitteilung kann im Ratsinformationssystem eingesehen werden: https://ratsinformation.stadt-koeln.de/vo0050.asp?__kvonr=95259&voselect=21710

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Stadt Köln, Bildrechte: KNJ/Martina Uckermann

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