Wenn die Tage kürzer werden, das Wetter grauer und der Alltag sich zunehmend nach drinnen verlagert, wächst die Sehnsucht nach kleinen Dingen, die Freude machen. Gleichzeitig sorgen gestiegene Lebenshaltungskosten dafür, dass viele Menschen genauer überlegen, was sie sich gönnen: 59 Prozent der Deutschen haben ihre persönlichen Ausgaben im vergangenen Jahr reduziert*. Auf kleine Genussmomente wollen viele trotzdem nicht verzichten. Eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag von Plants & Flowers Foundation Holland zeigt, wie unterschiedlich sich die Generationen kleine Freuden gönnen und warum ausgerechnet der Blumenstrauß als Self-Treat noch unterschätzt wird.

So genießerisch ist Deutschland

Ob etwas Süßes, ein Kaffee unterwegs oder ein neues Accessoire: Kleine Treats gehören für viele Deutsche zum Alltag. Wie häufig und wie viel dafür ausgegeben wird, unterscheidet sich allerdings zwischen den Generationen. Mehr als die Hälfte der Gen Z (58%) gönnt sich mindestens einmal pro Woche bewusst eine Kleinigkeit, bei den Boomern ist es knapp jede:r Dritte (31 Prozent). Auch beim Budget liegen die Jüngeren vorn: 23 Prozent der Gen Z und 22 Prozent der Millennials geben pro Woche mehr als 20 Euro für solche kleinen Freuden aus, unter den Boomern lediglich sieben Prozent. Auch beim Warum zeigen sich Unterschiede. Mehr als die Hälfte der Gen Z (51 Prozent) greift zu kleinen Treats, um die eigene Stimmung zu verbessern, unter den Boomern sind es 23 Prozent. Auch zum Abschalten nach einem stressigen Tag setzt die Gen Z deutlich häufiger auf kleine Belohnungen (38 Prozent) als die Boomer (11 Prozent). Bei ihnen steht dagegen der spontane Genuss ohne besonderen Anlass an erster Stelle. Während die ältere Generation sich also eher spontan etwas gönnt, scheint die Gen Z kleine Treats bewusster als Stimmungsbooster oder Auszeit in ihren Alltag zu integrieren.

Und gerade jetzt wächst die Lust auf solche kleinen Lichtblicke: 38 Prozent der Deutschen geben an, im Herbst und Winter ein stärkeres Bedürfnis nach kleinen Alltagsfreuden zu haben. Bei der Gen Z trifft das sogar auf 52 Prozent zu.

Blumen: der unterschätzte Treat?

Kaffee, Gebäck oder etwas Süßes sind als kleine Belohnungen selbstverständlich. Ein Blumenstrauß wird dagegen häufig nur als Geschenk für andere gedacht. Dabei erfüllt er viele der Funktionen, die Menschen auch mit einem Self-Treat verbinden: Mehr als die Hälfte der Deutschen (56 Prozent) sieht frische Schnittblumen als kleinen Luxus im Alltag, 61 Prozent geben an, dass Blumen ihre Stimmung verbessern und 63 Prozent haben über mehrere Tage Freude an ihnen.

Auch im direkten Vergleich mit anderen kleinen Belohnungen können Blumen mithalten. 24 Prozent der Deutschen bereiten sie sogar mehr Freude als beispielsweise ein besonderes Getränk, ein Stück Gebäck oder etwas Süßes. Und der Effekt hält an. Unter den Befragten, denen Schnittblumen grundsätzlich Freude bereiten, sagen 39 Prozent, dass dieses Gefühl länger anhält als bei anderen kleinen Alltagsfreuden. Blumen könnten damit einen entscheidenden Vorteil gegenüber Schokolade oder Pralinen haben: Während die aufgegessen sind, steht der Strauß noch auf dem Tisch.

Wer stärker aufblüht

Wie stark Blumen wirken, ist allerdings nicht bei allen gleich. Vor allem zwischen Frauen und Männern zeigt die Studie deutliche Unterschiede. 71 Prozent der Frauen geben an, dass frische Schnittblumen ihre Stimmung verbessern, gegenüber 50 Prozent der Männer. Wird unmittelbar nach den Gefühlen gefragt, die Blumen auslösen, nennen 55 Prozent der Frauen Freude – bei den Männern sind es 26 Prozent. Dass Blumen grundsätzlich „nichts für Männer“ sind, lässt sich daraus allerdings nicht ableiten. Sobald sie für jemand anderen bestimmt sind, verschwindet der Unterschied fast vollständig: Nur jeweils rund 23 Prozent der Männer und Frauen kaufen nie Blumen für andere. Und gerade bei jungen Männern deutet sich ein anderes Verhältnis zum Blumenstrauß an. Rund 39 Prozent der Gen-Z-Männer kauft mindestens alle zwei bis drei Monate Blumen für sich selbst, gegenüber 15 Prozent der männlichen Boomer. Der Blumenstrauß könnte damit zumindest bei jüngeren Männern langsam eine neue Rolle bekommen: weniger ausschließlich als klassisches Geschenk für andere, stärker auch als ein Treat für sich selbst.

Vom Geschenk zum Self-Treat

Auch über die Männer hinaus zeigt sich bei der Gen Z Bewegung im Kaufverhalten. 60 Prozent der 18- bis 24-Jährigen kaufen sich zumindest gelegentlich selbst frische Schnittblumen, rund jede:r Fünfte (22 Prozent) mindestens einmal im Monat. Damit ist der Blumenstrauß für einen Teil der jungen Generation bereits im eigenen Alltag angekommen. Und während jede:r Dritte aus der Gen Z (33 Prozent) empfindet, dass Schnittblumen mehr Freude bereiten als kleine Treats wie ein besonderes Getränk, Gebäck oder Süßigkeiten, teilen diese Einschätzung unter den Boomern nur 21 Prozent.

Unter den jungen Befragten, denen Blumen grundsätzlich Freude bereiten, sagen zudem 47 Prozent, dass diese Freude länger anhält als bei solchen klassischen Alltagsfreuden. Ausgerechnet bei der Generation, die in der dunklen Jahreszeit das größte Bedürfnis nach kleinen Lichtblicken verspürt, scheinen Blumen damit bereits stärker vom klassischen Geschenk zum Self-Treat zu werden. Vielleicht braucht es also weniger einen besonderen Anlass und mehr die Gewohnheit, sich auch selbst einmal einen Strauß mitzubringen.

*Die Daten dieser Befragung basieren auf Online-Interviews mit Mitgliedern des YouGov Panels, die der Teilnahme vorab zugestimmt haben. Für diese Befragung wurden im Zeitraum 09. – 12.10.2026 insgesamt 2.043 Personen befragt. Die Erhebung wurde nach Alter, Geschlecht und Region quotiert und die Ergebnisse anschließend entsprechend gewichtet. Die Ergebnisse sind repräsentativ für die Wohnbevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle:  Blumenbüro, Bildquelle: Pexels

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert