Ob analog oder digital – die Deutschen haben Spaß am Zocken. Rund 34,3 Millionen Einwohner der Bundesrepublik vergnügen sich regelmäßig oder gelegentlich bei Videospielen aller Art, und fast ebensoviele, nämlich 33 Millionen greifen zumindest ab und zu den klassischen Gesellschaftsspielen.

Der Trick dabei ist, das richtige Spiel oder zumindest Spielegenre für sich zu entdecken. Das gilt besonders, wenn mit der ganzen Familie oder im Freundeskreis gezockt werden soll. Wer bei dem Gedanken an die traditionellen Favoriten wie „Mensch Ärgere Dich Nicht“, das immerhin in 77 Prozent aller deutschen Haushalte im Schrank liegt, die Augen verdreht oder dem eine Partie „Monopoly“ zu lang dauert, der findet eine ständig wachsende Vielzahl an Games für alle Altersklassen.

Ideal vor allem für Neueinsteiger sind Spiele, deren Regeln einfach genug sind, um sie rasch zu verstehen, und die dennoch komplex genug sind, um nicht langweilig zu werden. Das gilt unter anderem für die meisten Kartenspiele. Insbesondere Poker ist binnen Minuten erlernbar, doch um es zum Meister zu bringen, kann es Jahrzehnte dauern. Wer das mehr auf Mathematik und Psychologie basierende Spiel für sich entdeckt hat, kann durch den richtigen Pokertisch Ambiente und Bequemlichkeit erhöhen.

Ohne tief in die Tasche zu greifen kann der normale Ess- oder Küchentisch einen Hauch von Las Vegas erhalten, indem er eine abnehmbare Filzauflage bekommt. Diese sind im klassischen Grün, aber auch in anderen Farben erhältlich und verbreiten unter anderem dank der markierten Felder für die Kartenablage echtes Casinogefühl. Begeisterte Zocker, die bevorzugt in großer Runde zu den Karten greifen, können zudem stilechte, gebogene Pokertische wie in Las Vegas erhalten.

Der rutschfeste Filzbelag eignet sich aber auch als Unterlage für Würfel- oder Brettspiele, und er dämpft die Geräusche, wenn etwa beim Kniffeln der Würfelbecher auf den Tisch gestülpt wird. Weil die schönsten Spiele lange dauern können, sind bequeme Stühle wie sie etwas fürs Büro benutzt werden, rückenschonend und sorgen dafür, dass die Spieler nicht durch etwaiges Muskeljammern aus der Konzentration gerissen werden. Das gilt auch für andere Spiele. Wem Karten, Würfel und Brettspiele nicht so sehr zusagen, der findet vielleicht seinen Favoriten unter den auch als Sandkastenspielen bekannten Kreativgames. Die werden immer häufiger auf dem Handy gespielt, sind aber auch auf Konsolen und PC beliebt.

Der Superhit dabei ist und bleibt das 2009 erschienene Klötzchenspiel „Minecraft“, das mittlerweile „Tetris“ mit 155 Millionen verkauften Expemplaren als populärstes Computerspiel aller Zeiten abgelöst hat. Dabei werden aus Bauklötzen ganze Welten erschaffen. Das Open-World-Spiel, das für die gesamte Familie geeignet ist und allein oder im Multiplayer-Mode gespielt werden kann, kommt ohne festes Spieleziel aus. Die Zocker können sich entscheiden, ob sie die Spielewelt nach Lust und Laune erkunden wollen oder stattdessen ihren eigenen Mikrokosmos aus den gesammelten Bausteinen erschaffen – Monster, wilde Tiere und feindlich gesinnte Menschen auf Wunsch inklusive. Außer dem Kreativmodus bieten Zuschauermodus, Abenteuermodus und Überlebensmodus jede Menge Spaß und Spannung. Im Überlebensmodus geht es darum, ein sicheres Versteck für die Nacht zu bauen und Gegnern kostbare Ressourcen abzujagen, die wiederum für die Herstellung von neuen Gegenständen verwendet werden.

An Minecraft erinnert auch „Terraria“, ein Adventure-Game, bei dem ähnliche Blöcke gesucht, gesammelt und für den Bau von Ausrüstung und Waffen benutzt werden. Mit diesen gilt es wiederum, die verschiedenen Biome oder Gegenden der zufällig generierten Spielewelt zu überstehen und so genannte Bossgegner zu besiegen. Das Game ist in einen festen Tag- und Nachtzyklus unterteilt, der alle 24 Minuten wechselt. Sobald die Sonne untergegangen ist, kommen die gefährlicheren Gegner heraus, während tagsüber schwächere Kontrahenten unterwegs sind.

Aber es gibt auch immer mehr Spiele, die der reinen Entspannung dienen, ohne durch Kämpfe ums Überleben den Adrenalinausstoß zu fördern. Dazu zählt unter anderem das 2016 erschienene „No Man’s Sky“, bei dem es um das Entdecken von fremden Galaxien geht. Das Spiel kommt ohne wirkliche Geschichte und ohne Protagonisten aus und hat stellenweise fast etwas Meditatives. Der Spieler ist in einem Raumschiff unterwegs und erforscht darin von einzigartigen Lebensformen und Planeten gefüllte Galaxien. Dabei können sich die Zocker entscheiden, ob es ihnen ums Entdecken oder um das Sammeln von Ressourcen geht, die es ihnen erlauben, das Schiff zu verbessern und den nächsten Planeten anzusteuern. Die liebevoll gestalteten Welten mit ihren detallierten Grafiken machen das Spiel faszinierend, selbst ohne die üblichen Duelle und ohne Sieger oder Verlierer.

Etwas für die Seele ist das Spiel „Unravel“ (auf deutsch etwa: entwirren) . Dabei schlüpft der Spieler in die Rolle von Yarny, einem in der Hütte einer alten Dame zum Leben erwachten Wollknäuel. Die Aufgabe ist es, die Fäden der Wolle so miteinander zu verdrehen und anschließend zu verschießen, dass sie die verblassten, auf Fotos festgehaltenen Erinnerungen der alten Dame mit neuem Leben füllen. Das Garn steht dabei für das Leben von Menschen, für Freundschaften, Erinnerungen, und gemeinsamen Geschichten. Das auf mehreren Leveln gespielte Game besticht außer durch seinen symbolträchtigen Inhalt und kunstvoller Optik durch einen melancholisch anmutenden Soundtrack, der die Geschichte stimmungsvoll untermalt.

Ob mit klugem Kalkül, Kreativität, Forschergeist oder zen-artigem Gefühl gespielt werden soll, ist eine Frage des Geschmacks und Temperaments. Und das Beste ist: Das eine schließt das andere nicht aus. Bei der ständig wachsenden Zahl an Spielen für alle Altersgruppen ist es kein Wunder, dass das Zocken in Deutschland weiterhin so beliebt ist.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: News Factory, Archivbild/Pixabay