Toronto meldet vier weitere filmstiftungsgeförderte Filme im Festivalprogramm

Toronto meldet vier weitere filmstiftungsgeförderte Filme im Festivalprogramm

Bisher insgesamt sieben filmstiftungsgeförderte Filme beim 41. Toronto International Film Festival vom 8.-18. September

 

Das Toronto International Film Festival, das größte und wichtigste Festival Nordamerikas, hat weitere Filme für die diesjährige 41. Ausgabe veröffentlicht. Im Programm sind demnach vier weitere Filme, die von der Film- und Medienstiftung NRW gefördert wurden: Wim Wenders‘ neuer Film „Die schönen Tage von Aranjuez“ wurde in die Reihe Masters of Cinema eingeladen, „Der traumhafte Weg“ von Angela Schanelec wird in der Reihe Wavelengths gezeigt, und in der Sektion Contemporary World Cinema laufen „Apprentice“ von Boo Junfeng sowie Yeşim Ustaoğlus „Clair Obscur“, der zugleich Weltpremiere feiert.

 

Bereits gemeldet wurden: „Toni Erdmann“ von Maren Ade (Reihe Special Presentations), „Nocturama“ von Bertrand Bonello (Wettbewerbsreihe Platform) und „Mali Blues“ von Lutz Gregor (Sektion TIFF Docs). Damit sind bisher insgesamt sieben filmstiftungsgeförderte Produktionen im Festivalprogramm von Toronto enthalten. In den kommenden Tagen gibt das Festival die weiteren Reihen bekannt.

 

„Wir freuen uns über vier weitere Filme mit NRW-Förderung in Toronto: darunter Wim Wenders’ und Angela Schanelecs neueste Werke und zwei internationale Koproduktionen – das sind tolle Nachrichten.“, so Petra Müller, Geschäftsführerin der Film- und Medienstiftung NRW. „Es freut uns sehr, dass NRW auch in diesem Jahr stark und vor allem vielfältig vertreten sein wird. Wir gratulieren den Filmteams zur Festivalteilnahme und sind sehr gespannt, wie das Festivalpublikum die in Europa gefeierten Produktionen aufnimmt.“

 

Zu den Filmen im Einzelnen:

 

Masters of Cinema: „Die schönen Tage von Aranjuez“

„Die schönen Tage von Aranjuez“ basiert auf dem gleichnamigen Theaterstück von Peter Handke. Unter der Regie von Wim Wenders spielen Sophie Semin, Reda Kateb und Jens Harzer, Nick Cave spielt sich selbst. Der Film ist eine Koproduktion der Neue Road Movies und Alfama Films Production (F). Gemeinsam mit der Film- und Medienstiftung NRW förderten das Medienboard Berlin-Brandenburg und die FFA. NFP marketing & distribution bringt den Film am 24. November 2016 in die deutschen Kinos, der Weltvertrieb liegt bei Alfama Films Production. Der Film feiert seine Weltpremiere Anfang September bei den 73. Internationalen Filmfestspielen in Venedig und ist nach „3 Amerikanische LPs“ (1969), „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ (1971), „Falsche Bewegung“ (1975) und „Der Himmel über Berlin“ (1987) bereits die fünfte Zusammenarbeit von Handke und Wenders.

 

Wavelengths: „Der traumhafte Weg“

Griechenland 1984. Kenneth, ein junger Engländer und Theres, eine Deutsche, singen auf der Straße, um sich ihre Ferien zu finanzieren. Sie lieben sich. Als Kenneth die Nachricht erhält, dass seine Mutter verunglückt ist, reist er überstürzt nach Hause und lässt Theres zurück. Ihm wird bewusst, wie sehr er sie

braucht, aber sein Versuch, sie erneut zu gewinnen, scheitert 30 Jahre später, in Berlin. Ariane, eine 40jährige Fernsehschauspielerin, löst sich in einer Krise von ihrem Mann, einem erfolgreichen Anthropologen. Er zieht in ein Appartement am Hauptbahnhof. Von seinem Fenster sieht er einen Obdachlosen. Es ist Kenneth, der nicht weiß, dass auch Theres inzwischen in Berlin lebt. Die Hauptrollen in „Der traumhafte Weg“ von Angela Schanelec, der von Filmgalerie 451 unter Senderbeteiligung von WDR und Arte produziert wurde, spielen Miriam Jakob, Thorbjörn Björnsson, Maren Eggert, Philip Hayes und Anaïa Zapp. Große Teile des Films wurden in Menden und Schwerte gedreht. 150.000 Euro kamen von der Film- und Medienstiftung NRW, weitere Förderer waren die

Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, BKM, FFA und DFFF. Das Drama feierte seine Weltpremiere im Wettbewerb des diesjährigen 69. Festival del Film Locarno.

 

Contemporary World Cinema: „Apprentice“, „Clair Obscur“

 

„Apprentice“, Boo Junfengs zweiter Langfilm, erzählt vom 28-jährigen Aiman, der als Vollzugsbeamter in das wichtigste Gefängnis von Singapur versetzt wird. Er freundet sich dort mit Rahim an. Der entpuppt sich als Henker des Gefängnisses, einer der meistbeschäftigten weltweit. Kann Aiman seine Vergangenheit vergessen und es mit seinem Gewissen vereinbaren, der Lehrling des Henkers zu werden? Produziert wurde der Film von Akanga Films Asia, Peanut Pictures und Zhao Wei Films (SG) in Koproduktion mit Cinéma Defacto (F), Making Film Productions (HKG) sowie der Kölner augenschein Filmproduktion. Die Filmstiftung NRW förderte mit 45.000 Euro, weitere Förderer waren MDA Development Fund, MDA Production Fund, MDA reference money, Asian Cinema Fund, CNC Cinéma du mode, IDF Aide après réalisation und das Doha Film Institute. Der Weltvertrieb liegt bei Luxbox. „Apprentice“ feierte seine Weltpremiere in der Sektion Un Certain Regard des diesjährigen Festival de Cannes.

 

„Clair Obscur” heißt das neue Werk der türkischen Regisseurin Yeşim Ustaoğlu. Der Film beschreibt den psychologischen Reigen zweier türkischer Frauen, denen es weder vergönnt war, unabhängig heranzuwachsen, oder ihre eigene Persönlichkeit selbst zu entdecken, zu lieben und geliebt zu werden, geschweige denn eine ehrliche, selbstbestimmte Beziehung zu führen. Die Auswirkungen dieser psychologischen Verletzungen sind auf Mikro- und Makroebene quer durch die türkische Gesellschaft zu spüren – einer Gesellschaft, die von innen heraus verfault. An der Produktion sind Ustaoğlu Film (TR), Slot Machine (F) und die Kölner unafilm beteiligt, Koproduzent war Aeroplan Film (F) unter Senderbeteiligung von ZDF/Arte. Die Hauptrollen in dem Drama spielen Funda Eryigit, Mehmet Kurtulus, Ecem Uzun Okan Yalabik und Sema Poyraz. Die Filmstiftung förderte mit 200.000 Euro, weitere Förderer waren Turkish Ministry of Culture, CNC / Institute Francais, Polish Film Institute und Eurimages. Der Weltvertrieb liegt bei Beta Cinema, der Kölner Real Fiction Verleih bringt den Film ins Kino.

 

Bereits bekannt gegeben:

 

Special Presentation: „Toni Erdmann“

Als erster deutscher Film seit acht Jahren hatte „Toni Erdmann“ im Mai im Wettbewerb des Cannes Filmfestivals seine Weltpremiere gefeiert und Publikum, Kritiker und Branche gleichermaßen begeistert. Der Film gewann den renommierten Preis der Internationalen Filmkritik FIPRESCI. Seit der Weltpremiere in Cannes hat der Kölner Weltvertrieb The Match Factory die Komödie bereits in fast 100 Länder verkauft, u.a. nach ganz Nord- und Südamerika, Russland, China oder die europäischen Key Territories wie Frankreich, Italien, Spanien, Skandinavien und Großbritannien. In Deutschland hatte „Toni Erdmann“ bereits in den ersten drei Wochen seit seinem Kinostart mehr als 300.000 Besucher. In den Hauptrollen spielen Sandra Hüller und Peter Simonischek. „Toni Erdmann“ ist eine Produktion von Komplizen Film in Koproduktion mit coop99Filmproduktion und Missing Link Films. SWR, WDR und ARTE beteiligten sich als Sender an der Produktion. Ein Teil des Films wurde in Aachen inszeniert, weiterer Drehort war Bukarest. Die Film- und Medienstiftung ist Hauptförderer mit 785.000 Euro, weitere Unterstützung kam vom MBB, FFHSH, FFF, DFFF, FFA, BKM, ÖFI, Filmstandort Austria, Media und Eurimages.

 

Platform: „Nocturama“

An einem Morgen in Paris tanzen eine Handvoll Jugendlicher aus unterschiedlichen sozialen Schichten, jeder für sich, ein seltsames Ballett durch das Labyrinth der Metro und den Straßen der Hauptstadt. Sie alle scheinen einem Plan zu folgen. Ihre Gesten sind in ihrer Präzision fast gefährlich. Sie steuern alle auf einen Punkt zu, ein Kaufhaus kurz vor Ladenschluss. Der Überfall nimmt seinen Lauf… „Nocturama“ von Bertrand Bonello wurde produziert von Rectangle Production (FR), My New Picture (FR) und Scope Pictures (BE) in Koproduktion mit der Pandora Film Produktion und mit Senderbeteiligung von Arte G.E.I.E. und WDR. In den Rollen sind Finnegan Oldfield, Vincent Rottiers, Hamza Meziani, Manal Issa, Martin Guyot, Jamil McCraven, Rabah Nait Oufella, Laure Valentinelli und als Gast Adèle Haenel zu

sehen. Die Filmstifung NRW förderte mit 200.000 Euro, weitere Unterstützung kam von der Deutsch-Französischen Förderkommission und Eurimages. Weltvertrieb und Verleih liegen bei Wild Bunch.

 

Tiff Docs: „Mali Blues“

In „Mali Blues“ geht Lutz Gregor der Musik Malis nach, die zum musikalischen Welterbe zählt und zu den Wurzeln des Blues und des Jazz gehört. Im Film begeben wir uns mit den Stars des Global Pop Fatoumata Diawara, Bassekou Kouyaté, Master Soumy und Ahmed Ag Kaedi auf eine musikalische Reise ins verstörte Herz Malis. Kann ihre Musik zur Versöhnung beitragen? Der Film ist eine Produktion der Kölner Gebrüder Beetz Filmproduktion in Koproduktion mit dem ZDF und in Zusammenarbeit mit Arte. Die Filmstiftung unterstütze den aufwändigen Dokumentarfilm bereits in der Vorbereitung und später ebenfalls in der Produktion mit insgesamt 153.000 Euro. Der Kölner Verleih Real Fiction bringt den Film am 29. September 2016 in die deutschen Kinos.

 

Das 1976 gegründete Toronto International Film Festival ist eines der weltweit publikumsstärksten Filmfestivals und gilt als Barometer für die jeweils kommende Oscar-Verleihung. Im vergangenen Jahr feierte das Festival sein 40-jähriges Bestehen. Weitere Informationen zum Festival: www.tiff.net.

 

Text – Bildquelle: Film- und Medienstiftung NRW

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