Treppenlifte sorgen gleichermaßen für Wohnkomfort und Sicherheit, sind aber naturgemäß auch mit Kosten verbunden. Umso sinnvoller, sich bereits im Vorfeld mit der Frage auseinanderzusetzen, wie es mit möglichen Zuschüssen aussieht und wer zu welchen Bedingungen für diese zuständig ist. Hier ein einführender Überblick.

Wer kann für (Anteile der) Treppenlift-Kosten aufkommen?

Bevor ein Antrag auf (Teil-) Kostenübernahme überhaupt gestellt werden kann, ist unbedingt zu klären, wer dafür überhaupt zuständig ist.

  • Führt ein Unfall mit Fremdverschulden dazu, dass der Einbau eines Treppenlifts notwendig wird, ist es möglich, dass die Unfall- beziehungsweise Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers die damit verbundenen Kosten tragen muss.
  • Spielt dies keine Rolle, liegen aber andere gesundheitliche Aspekte zugrunde? Dann handelt es sich bei den Kranken- und Pflegekassen um potenziell zuständige Stellen. Sie bezuschussen medizinisch-technische Hilfsmittel, sofern ärztliche Atteste vorgelegt werden können, welche die Notwendigkeit belegen. Ergänzend fallen Maßnahmen zur Verbesserung des Wohnumfeldes in den Förderbereich. Wer einen Treppenlift anhand eines Pflegegrads kaufen will, kann also auch dafür einen Zuschuss erhalten. Später noch etwas mehr zur potenziellen Höhe und dem richtigen Vorgehen.
  • Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) kann dank des Programms 455-B „Altersgerecht Umbauen – Investitionszuschuss – Barriere-Reduzierung“ und des Kredits 159 unter Umständen ebenfalls für einen Treppenlift-Zuschuss infrage kommen.
  • Ähnliches gilt für kommunale wie für bundeslandeigene Förderprogramme. In Bezug auf die Erstgenannten lohnt sich ein Blick in die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi).
  • Und ebenfalls positiv: Die mit dem Treppenliftkauf und -einbau verbundenen Kosten können im Bereich „außergewöhnliche Belastung“ von der Steuer abgesetzt werden. Das gilt übrigens auch dann, wenn ein Kind einen Treppenlift benötigt.

Wie hoch können die Zuschüsse der Kranken- oder Pflegekassen und der KfW ausfallen?

Öffentlich geförderte Wohnungen werden immer häufiger von Anfang an barrierefrei gestaltet, was unter anderem ein entsprechendes Projekt in Mühlheim beweist.

Gleichzeitig können aber auch andere Wohnräumlichkeiten häufig nachträglich so weit ans altersgerechte oder sogar barrierefreie Wohnen angepasst werden, dass ein Umzug aus Alters- und Gesundheitsgründen nicht mehr zwangsweise erfolgen muss.

Die Zuschüsse der Kranken- und Pflegekassen für die damit verbundenen Umgestaltungen können

  • bis zu 4.000 € pro Einzelperson,
  • bis zu 8.000 € pro einem in einer Wohneinheit lebenden Paar
  • und bis zu 16.000 € pro vier und mehr pflegebedürftigen Personen in einer Wohneinheit

liegen. Wesentlich dabei ist allerdings, dass die antragstellende(n) Person(en) zumindest den 1. Pflegegrad nachweisen können. Die genauen Zuschüsse werden dann wiederum in der Einzelfallklärung festgelegt.

Im Gegensatz dazu sind die möglichen KfW-Zuschüsse Pflegegrad-unabhängig. Allerdings ist es oftmals nicht machbar, sie mit weiteren öffentlichen Fördermitteln zu kombinieren.

  • Dafür bietet das 445-B-Programm die Möglichkeit, einen nicht rückzahlbaren Zuschuss zu erhalten, der im Höchstfall 6.250 € beträgt. Dies gilt sowohl für Mieter als auch für Eigentumsbesitzer, deren Wohnobjekt höchstens zwei Wohneinheiten umfasst.
  • Alternativ besteht die Option, mit dem altersunabhängigen Kredit 159 bis zu 50.000 € bei einem effektiven Jahreszins von 0,75 % zu erhalten, wenn das Geld für Umbaumaßnahmen aufgewendet wird, die zur Verbesserung des Wohnkomforts und der Barrierefreiheit beitragen.

Worauf ist noch zu achten?

Wie bereits thematisiert, sollte schon vor dem Kauf des Treppenlifts geklärt sein, welche Stelle für eine (Teil-) Kostenübernahme zuständig ist. Denn auch davon hängt ab, worauf bei der Auswahl des Treppenlifts unbedingt geachtet werden sollte.

So spielt etwa bei den Kranken- und Pflegekassen die Frage nach dem Liftzustand (neu oder gebraucht) keine wesentliche Rolle. Vielmehr muss seine Ausstattung primär mit der medizinischen Notwendigkeit harmonieren. Bei potenziellen KfW-Förderungen ist es jedoch so, dass ein bezuschussbarer Lift nur ein bestimmtes Alter haben darf und eine festgelegte Garantiezeit mitbringen muss.

Folglich ist es essenziell, sich mit den jeweils gültigen Rahmenbedingungen auseinanderzusetzen und bereits vor dem Liftkauf und -einbau ein passgenaues Angebot an der ermittelten Stelle vorzulegen. Denn nur nach einer Vorab-Prüfung und -Genehmigung werden die Kosten übernommen, rückwirkende Kostenübernahmen sind in der Regel ausgeschlossen. Was übrigens auch für die Absetzbarkeit des Treppenlifts von der Steuer (Stichwort „außergewöhnliche Belastung“) von Bedeutung ist.

 

 

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Quelle: News Factory, Bildquelle: Pixabay

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